Liegen 2009 zum letzten Mal Navigationsgeräte unter dem Weihnachtsbaum?

Freitag, 11. Dezember 2009 15:50
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MÜNSTER (IT-Times) - In diesem Jahr werden an Weihnachten wie schon in den letzten zwei Jahren wieder viele Navigationsgeräte unter den Bäumen liegen. Diese nützlichen kleinen Begleiter sind schon längst bezahlbar und gelten zudem als ein schönes und praktisches Männerspielzeug. Alles gut also für Navi-Hersteller wie Garmin, Navigon  oder TomTom? Mitnichten! Navigation selbst ist und bleibt ein aktuelles Thema. Aber die Hardware scheint sich zu ändern: Immer mehr Mobiltelefone sind auch auf GPS-Basis fähig, Besitzer zuverlässig zu navigieren. Tendenz steigend.

Sinkende Margen

Die Preise für Navigationsgeräte sinken schon seit längerem - das ist die übliche Reaktion der Märkte, wenn einst innovative Produkte im Zeitablauf von immer mehr Wettbewerbern angeboten werden. Auch wenn diese zu beobachtbaren Tendenzen an den normal sind: Zu schaffen machen sie den Unternehmen auf Anbieterseite dennoch. In den USA werden aktuell Rabatte bei den Markenprodukten von Garmin und TomTom von über 40 Prozent gegeben. Diese fallen damit deutlich höher aus als im Feiertagsgeschäft des vergangenen Jahres. Das nagt an der Marge. Hinzu kommt nun, was die Experten aus dem Hause iSuppli voraussagen: Sie gehen davon aus, dass bis 2011 alle neu auf den Markt kommenden Mobiltelefone GPS-fähig sein werden und damit auch als Hardware zur Navigation eingesetzt werden können.

In ebenfalls von iSuppli ermittelten Zahlen: Der globale GPS-Markt schrumpft in diesem Jahr um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 41,07 Mio. abgesetzte Einheiten. Im Vorjahr wuchs die Industrie noch um 40,4 Prozent auf 41,3 Mio. Einheiten. Auch in den nächsten vier Jahren erwarten die iSuppli-Analysten kaum Impulse. Bis 2013 dürfte der Markt gerade einmal auf 41,2 Mio. Einheiten wachsen. Insbesondere TomToms Strategie mit der Fokussierung auf den Automotive-Markt und auf portable Navigationssysteme sei nunmehr eine Schwäche. Aus diesem Grunde verfolgt das niederländische Unternehmen eine neue Strategie und will nunmehr verstärkt im Mobilfunkmarkt und im Markt für integrierte Navigationssysteme Fuß fassen. Hierfür hat TomTom bereits Abkommen mit Renault und Fiat geschlossen, um seine Navigationstechnik in Fahrzeuge zu integrieren. Damit versuchen die Niederländer unabhängiger vom margenschwachen Hardware-Geschäft zu werden und wollen mit Inhalten als auch mit Kartenmaterial punkten. In diesem Marktbereich räumen die iSuppli-Experten TomTom große Chancen ein. Mit Navigationskarten für Smartphones und Handys könne sich TomTom bis zu 25 Prozent am Smartphone-Navigationsmarkt sichern, glauben die Analysten. Bislang hat sich TomTom allein dadurch hervor getan, monatelang an einer iPhone-Anwendung herumzubasteln, die seit dem Spätsommer auch in Apples App-Store für das iPhone 3GS verfügbar ist. Der so erzielte Umsatz reicht indes bei Weitem nicht aus, um die Umsatzeinbußen im eigentlichen Kerngeschäft zu kompensieren.

Garmin sieht sich noch auf gutem Kurs

Bei Garmin selbst sieht man die Dinge ein wenig anders als die Analysten von iSuppli: Die durchschnittlichen Verkaufspreise für die von Garmin angebotenen Geräte haben sich nach Unternehmensangaben im vierten Quartal im Bereich von 145 US-Dollar eingependelt und seien damit im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben. Nachdem sich Garmin nach eigenen Angaben bislang aus Preiskämpfen weitgehend herausgehalten halt, rechnet man zwar mit Marktanteilsverlusten, diese seien jedoch nicht größer als man ohnehin erwartet habe. Für das anstehende Jahr 2010 geht Garmin von einem Absatzzuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Die durchschnittlichen Verkaufspreise dürften dann um weitere zehn Prozent sinken. Trotz des Wettbewerbs will Garmin langfristig jährlich um zehn bis 15 Prozent wachsen, wobei die Bruttomarge nicht unter die Spanne von 35 bis 37 Prozent fallen soll, so Garmin-Manager Rauckman. Um das Wachstum zu erreichen, scheinen auch mögliche Zukäufe nicht ausgeschlossen. Im August hatte Garmin nach Medienberichten zufolge Verhandlungen mit der britischen Raymarine bezüglich einer möglichen Übernahme geführt. Allerdings haben diese Gespräche derzeit noch nicht zu einem Deal geführt. Mit dem Garmin nuvifone war das Unternehmen zuletzt auch in den Smartphone-Markt eingestiegen, doch der große Erfolg blieb bisher aus. Laut Rauckman erklärt sich der enttäuschende Verkaufsstart durch den Umstand des späten Markteinstiegs. Im zweiten Quartal 2010 soll dann ein weiteres nuvifone-Produkt auf den Markt kommen, wobei in den nachfolgenden Quartalen weitere Produkte rund um den Smartphone-Bereich geplant sind.

Meldung gespeichert unter: TomTom

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