Lenovo startet Tablet-Offensive - Bilig-Tablets sollen Konkurrenz das Fürchten lehren

Freitag, 18. Februar 2011 13:24
Lenovo LePad 2

(IT-Times) - Der chinesische PC-Hersteller Lenovo (WKN: 894983) sucht nach neuen Wachstumsmöglichkeiten, nachdem der chinesische PC-Markt inzwischen erste Sättigungstendenzen aufweist.

Wie auch viele andere PC-Hersteller auch, hat Lenovo dabei den Tablet PC für sich entdeckt. Im Januar stellte Lenovo mit dem LePad einen 10-Zoll großen Tablet PC vor, der mit dem Android-Betriebssystem läuft und genauso groß ist, wie Apples iPad. Mit 399 bis 449 US-Dollar soll der LePad allerdings deutlich preisgünstiger sein, als alle bisher verfügbaren Tablet PCs am Markt.

LedPad soll im ersten Quartal 2011 auf den Markt kommen
Der LedPad soll im ersten Quartal 2011 zunächst in China auf den Markt kommen, wobei die globale Vermarktung dann im Juni starten soll, so Lenovo COO Rory Read gegenüber dem Branchendienst DigiTimes. Bei Lenovo geht man davon aus, dass Tablet PCs für 10 bis 15 Prozent des gesamten Notebook-Marktes binnen der nächsten ein bis zwei Jahre verantwortlich zeichnen werden.

Neben dem LedPad stellte Lenovo mit dem IdeaPad U1 ein Hybrid-Modell vor, dass sowohl als Laptop als auch als Tablet PC dienen soll. Laut Lenovo Produkt-Manager Leo Li soll der U1 sowohl als Arbeitsgerät als auch zur Unterhaltung dienen. Der Manager erklärt die Motivation ein Hybrid-Modell zu entwickeln damit, dass viele Konsumenten neben Schreibarbeiten auch gerne Videos ansehen, Musik hören, eBooks lesen und Spiele spielen - diesen Anforderungen soll der U1 gerecht werden. Auf den Markt kommen soll der U1 im Sommer zunächst in China, später dann aber auch weltweit.

Lenovo will Indien stärker Fuß fassen - 1.000 neue Stores bis Jahresende
Neben China will Lenovo künftig auch in Indien eine größere Rolle spielen. Nachdem Marktdebüt des LePad in China, hat der Marktstart in Indien oberste Priorität, so Lenovo India Manager Amar Babu.

Der indische PC-Markt ist für Lenovo besonders wichtig, sind hier noch höhere Wachstumsraten zu erzielen. Im vergangenen Quartal wuchs Lenovo in Indien um 62 Prozent, wobei Lenovo in Indien mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent die Nummer vier hinter HP, Dell und Acer ist. Allerdings gilt Lenovo im Enterprise-Segment mit 22 Prozent als Marktführer.

Um seinen Marktanteil in Indien weiter zu steigern will Lenovo nicht nur neue Produkte auf den Markt bringen, sondern auch in Marketing und Vertrieb investieren. So sollen bis Jahresende 1.000 Lenovo Lite Stores in Indien hinzukommen...

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs (LePad). Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Nachdem Lenovo kurzzeitig aus dem Mobilfunkmarkt ausgestiegen war, hat sich das Unternehmen inzwischen wieder mit eigenen Smartphone-Modellen am Markt vorgewagt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft, nachdem der US-Technologiekonzern IBM in den vergangenen Jahren Zug um Zug Lenovo-Anteile verkauft hat.

Zahlen

Um 22 Prozent legten die Umsatzerlöse der Lenovo im dritten Quartal 2010/2011 gegenüber dem Vorjahresquartal zu und kletterten damit von 4,76 Mrd. auf 5,8 Mrd. US-Dollar. Auf den heimischen chinesischen Markt entfielen Umsatzerlöse von 2,7 Mrd. Dollar. Damit legte der chinesische Umsatzbeitrag unterproportional um 18 Prozent zu und machte im dritten Quartal 2010/2011 46 Prozent der Gesamterlöse aus. Der Umsatz in Schwellenmärkten verbesserte sich hingegen um 34 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar, die Mature Markets legten auf glatte zwei Mrd. Dollar und damit um 22 Prozent zu.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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