Lenovo im Aufwind - Chinesen verdrängen Dell von Platz zwei

Donnerstag, 1. Dezember 2011 13:48
Lenovo

(IT-Times) - Der chinesische PC-Hersteller Lenovo sieht sich weiter im Aufwind. Nachdem das Unternehmen vor allem von seiner starken Position im Heimatmarkt China profitierte, konnte Lenovo im vergangenen dritten Quartal 2011 den Rivalen Dell von Platz zwei auf dem PC-Weltmarkt verdrängen, so die jüngsten Zahlen des Marktforschers IHS iSuppli.

Demnach gelang es Lenovo (WKN: 894983) im jüngsten Quartal 12,5 Millionen PC-Geräte auszuliefern, ein Zuwachs von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit kletterte der Lenovo-Marktanteil im weltweiten PC-Markt auf 13,9 Prozent, nach 12,8 Prozent im zweiten Quartal 2011.

Gleichzeitig konnte Lenovo damit den Abstand zum Branchenprimus Hewlett-Packard (HP) deutlich verkürzen. HP liegt nur noch um 4,2 Prozentpunkte vor den Chinesen. IHS-Analyst Matthew Wilkins führt das positive Abschneiden Lenovos dann auch auf die nach wie vor steigende Nachfrage nach PCs und Notebooks in China zurück, während das PC-Geschäft in Europa und den USA vor allem durch die Konkurrenz von neuen Media Tablets litt.

Neue Versionen von LePhone und LePad - Einstieg in den TV-Markt
Anders als die amerikanische HP, die mit ihrem Vorstoß mit dem webOS-basierten TouchPad vorerst im Tablet PC Markt scheiterte, ist Lenovo im Tablet-Markt schon weiter. Erst jüngst hat das Unternehmen dem LePhone und dem LePad ein eigenes Smartphone und einen eigenen Tablet PC auf den Markt gebracht.

Nunmehr kündigte das Unternehmen an, neue Versionen seiner LePhone- und LePad-Produkte auf den Markt bringen zu wollen. Zudem soll es mit LeTV auch ein TV-Gerät aus dem Hause Lenovo geben. Mit dem LeTV-Gerät steigt Lenovo in den Smart-TV-Markt ein, wobei das Gerät schon im ersten Quartal 2012 auf den Markt kommen soll. Im Ausland sollen die Geräte dann unter der Marke "IdeaTV" verkauft werden, will der Branchendienst Engadget erfahren haben.

Lenovo geht mit Cloud Service an den Start
Darüber hinaus geht das Unternehmen mit einem neuen Cloud-Service für Konsumenten an den Start. Über den neuen "Lenovo Cloud" Service sollen Anwender Daten ablegen und online auf diese zugreifen können.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs (LePad). Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Nachdem Lenovo kurzzeitig aus dem Mobilfunkmarkt ausgestiegen war, hat sich das Unternehmen inzwischen wieder mit eigenen Smartphone-Modellen am Markt vorgewagt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft, nachdem der US-Technologiekonzern IBM in den vergangenen Jahren Zug um Zug Lenovo-Anteile verkauft hat.

Zahlen

Im vergangenen dritten Quartal 2011 erwirtschaftete Lenovo einen Umsatz von 7,79 Mrd. US-Dollar im Vergleich zu 5,76 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch das operative Ergebnis stieg von 107 Mio. auf 166 Mio. US-Dollar deutlich an. Das Ergebnis vor Steuern betrug in diesem Quartal 165 Mio. US-Dollar, im Vorjahresquartal 102 Mio. US-Dollar.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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