Lenovo bleibt auf der Überholspur - Schwellenmärkte im Visier

Donnerstag, 31. Mai 2012 13:56
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Während Konkurrenten wie Dell und Hewlett-Packard (HP) mit der Konkurrenz durch neue Tablet PCs hadern, blieb der chinesische Computerbauer Lenovo zuletzt weiter auf Wachstumskurs.

Chinas führender PC-Bauer konnte seinen Umsatz im jüngsten Quartal um 54 Prozent auf 7,5 Mrd. US-Dollar steigern, der Nettogewinn kletterte sogar um 59 Prozent. Seit Jahresbeginn legten Lenovo-Papiere um 30 Prozent zu und weitere Kursgewinne scheinen durchaus möglich, zumal Lenovo eine Expansion in andere Schwellenländer anstrebt.

Lenovo kann Marktanteile ausbauen - auch in Indien die Nummer eins
Im Heimatmarkt China konnte Lenovo (WKN: 894983) seine Vormachtstellung weiter festigen. Der Marktanteil Lenovos in China kletterte im ersten Quartal 2012 auf 32,2 Prozent, den höchsten Stand in der Geschichte des Unternehmens. Auch in Indien ist Lenovo zu Jahresbeginn zum ersten Mal zur Nummer eins im PC-Markt mit einem Marktanteil von 15,8 Prozent aufgestiegen.

Neben Indien will Lenovo vor allem in Schwellenmärkte wie Indonesien, Argentinien, Mexiko und allen voran in Brasilien weiter Fuß fassen. Vor allem der größte PC-Markt Lateinamerikas hat es Lenovo angetan. Gegenüber dem Wall Street Journal äußerte sich Lenovo Asia Pacific President Milko Van Duijl dahingehend, dass Lenovo speziell in Brasilien zukaufen will.

Lenovo will in Brasilien zukaufen - eigene Fertigungsbasis geplant
Derzeit ist Lenovo in Brasilien nur die Nummer neun im PC-Markt mit einem bescheidenen Marktanteil von 3,6 Prozent (Stand: März 2012). Zudem ist das brasilianische Geschäft nach wie vor unprofitabel. Brasilien ist für Lenovo deshalb so wichtig, hat das lateinamerikanische Land jüngst Japan als den weltweit drittgrößten PC-Markt hinter den USA und China nach Auslieferzahlen abgelöst.

Damit steigt der Druck auf Lenovo in Brasilien stärker aktiv zu werden, als dies bislang der Fall war. Bereits in der Vergangenheit spielte Lenovo mit den Gedanken über mögliche Zukäufe, Taten blieben aber bislang aus. Nunmehr scheint Lenovo aber Ernst zu machen. Wie Van Duijl im Interview mit Dow Jones weiter durchblicken lässt, will Lenovo nunmehr sogar eine eigene Fertigungsfabrik in Brasilien errichten, um dadurch hohe Importzölle auf PCs zu vermeiden. Im Bezug auf mögliche Übernahmeziele bzw. Kooperationen schließt Duijl keinen lokalen Player aus.

Möglich scheint daher auch eine Kooperation ähnlich nachdem Vorbild Japan. Hier hat Lenovo im Vorjahr ein Joint Venture mit NEC geschlossen und 175 Mio. Dollar in das Venture investiert, um den japanischen PC-Markt zu erschließen. Der Vorstoß hat sich bereits gelohnt, konnte Lenovo seinen Marktanteil im japanischen PC-Markt durch das Venture auf 25,2 Prozent steigern, nach 10,0 Prozent vor dem Venture.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs (LePad). Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Nachdem Lenovo kurzzeitig aus dem Mobilfunkmarkt ausgestiegen war, hat sich das Unternehmen inzwischen wieder mit eigenen Smartphone-Modellen am Markt vorgewagt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt. In 2011 schluckte Lenovo den deutschen Aldi-Zulieferer Medion für 629 Mio. Euro. Um das PC-Geschäft in Japan zu erschließen gründete das Unternehmen in 2011 ein Venture mit der japanischen Lenovo, an dem die Chinesen 51 Prozent der Anteile halten.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft, nachdem der US-Technologiekonzern IBM in den vergangenen Jahren Zug um Zug Lenovo-Anteile verkauft hat.

Zahlen

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