Lam Research ordnet den Halbleiterausrüstermarkt neu - Unternehmen gewinnt Marktanteile

Freitag, 16. Dezember 2011 13:57
Lam Research

(IT-Times) - Der US-Halbleiterausrüster Lam Research sorgte mit der angekündigten Übernahme des Rivalen Novellus Systems für einen Paukenschlag in der Halbleiterausrüsterindustrie. Mit 3,3 Mrd. Dollar ist dies einer der größten Zusammenschlüsse in der Halbleiterausrüsterbranche in den vergangenen Jahren.

Durch den Zukauf schließt Lam Research zum Branchenprimus Applied Materials auf, der als weltweit größter Halbleiterausrüster gilt. Bei Lam Research beziffert man die Kostensynergien durch den Zukauf auf 100 Mio. US-Dollar beginnend ab dem vierten Quartal 2013. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Halbleiter-Equipment-Gigant mit einem Jahresumsatz von geschätzten 3,7 Mrd. US-Dollar.

Analysten loben den Deal
Die Übernahme positioniert Lam Research (Nasdaq: LRCX, WKN: 869686) als führende Kraft bei der Entwicklung der nächsten Generation von Halbleiterherstellungsverfahren, so Lam CEO Steve Newberry. Durch die zunehmende Komplexität der Geräte entstünden für das Unternehmen signifikante Geschäftsmöglichkeiten, so der Manager.

Auch Analystenhäuser wie Needham & Co Experte Edwin Mok loben den Deal. Strategisch mache der Deal definitiv Sinn. Durch die Transaktion verbessere Lam seine finanzielle Position, gleichzeitig gewinne man dadurch mit Intel einen der größten Kunden. Zudem biete die Übernahme viele Möglichkeiten für Kosteneinsparungen. Der Zukauf schaffe darüber hinaus neue Möglichkeiten für neue Produktangebote, glaubt Mok.

Auch bei Stifel Nicolaus bleibt man nachdem Zukauf bei seiner Kaufempfehlung für den Wert. Die Analysten verweisen auf die sich ergänzenden Kundenbasen. Die zunehmende kritische Größe dürfte dem Unternehmen erweiterte Wachstumsperspektiven ermöglichen.

Lam Research dominiert inzwischen den Markt für Etch Equipment
Gewachsen ist das Unternehmen in den letzten Jahren auch aus eigener Kraft. Zudem konnte das Unternehmen seinen Marktanteil im Markt für Etch Equipment in den vergangenen Jahren erheblich ausbauen. Kam Lam Research im Jahr 2007 hier noch auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent, kletterte dieser zu Jahresbeginn erstmals auf über 50 Prozent, so Lam Research CEO Newberry. Inzwischen dominiere man diesen Markt mit einem Marktanteil von 54 Prozent, im Single-Wafer Cleaning-Markt hält Lam einen Marktanteil von 30 Prozent.

Laut Newberry konnte das Unternehmen in diesem Jahr neue Application Wins sowohl im Etch-, als auch Cleaning-Markt einfahren, wodurch die Marktanteile in diesem Jahr weiter steigen dürften.

Kurzportrait

Die im Jahre 1980 gegründet und im kalifornischen Fremont ansässige Lam Research gilt als einer der führenden Halbleiterausrüster weltweit. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf Komponenten im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess von Chips konzenziert.

Die Produkte von Lam Research sind dabei auf drei wesentliche Kernkomponenten bei der Chipherstellung zugeschnitten. Dabei operiert Lam Research vor allem aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Etch Prozess und Clean Prozess. Zum Einem sorgen spezielle Anlagen dafür, dass aus dem Rohmaterial (Wafer) entsprechende Chips entstehen. In einem weiteren Arbeitsgang werden diese Chips dann einem chemischen Prozess ausgesetzt (Chemical Mechanical Planarization) und anschließend gereinigt und mit einer speziellen Beschichtung versehen, die schädliche Partikel von den fertiggestellten Chips fernhalten. Für all diese Aufgaben stellt Lam Research maßgeschneiderte Produkte zur Verfügung.

Die mikroskopisch kleinen Schaltkreise auf Halbleitern werden dabei unter anderem mit Plasma bearbeitet, so dass unerwünschtes Material entfernt wird. Gleichzeitig lassen sich durch diesen chemischen Prozess etwaige Features von Mikrochips definieren.

Zahlreich auf dem Markt verfügbaren Integrationssysteme und Halbleiterfertigungsanlagen sind ein Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit Lam Research. Zu den namhaften Industriekunden zählen heute neben Phillips, Samsung, AMD, auch STMicroelectronics, sowie der Mobiltelefonhersteller Motorola. Den Großteil seiner Produkte setzt das Unternehmen in Asien ab.

Im Jahr 2001 hat das Unternehmen begonnen sein Geschäftsmodell umzustellen und aggressiv Geschäftsbereiche auszulagern, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Mitte 2004 gab das Unternehmen dann den Rückzug aus dem CMP-Geschäft bekannt. Im Herbst 2006 kaufte Lam Research Fertigungsanlagen der Bullen Ultrasonics, um die Versorgung mit Siliziumaterial sicher zu stellen.

Zahlen

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