Kontron nutzt die Krise für Expansion

Embedded Computer Technologie (ECT)

Dienstag, 22. September 2009 13:09
Kontron Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der Marktführer bei Embedded Computersystemen, die Kontron AG (WKN: 605395), hat sich jüngst durch eine geschickte Übernahme in der Schweiz verstärkt. Durch die mehrheitliche Übernahme von Digital Logic sichert sich Kontron nicht nur den Zugang zu neuen Märkten im Bereich 'rugged' Embedded Boards und -Systeme, sondern auch zu großen Kunden wie Thales und Bombardier.

Analysten bewerten den Zukauf durchgehend positiv, bezahlte Kontron für die Schweizer nur eine mittlere einstellige Euro-Summe. Marktbeobachter glauben, dass es Kontron gelingen wird, Synergien bei der Beschaffung von Komponenten und Bauteilen zu heben, so dass die Profitabilität von Digital Logic binnen eines Jahres das Niveau von Kontron erreicht.

Kontron nimmt Asien stärker ins Visier
Zudem halten Analysten nunmehr weitere kleinere Zukäufe in Asien durch Kontron für möglich, zumal sich die Aussichten im Halbleitermarkt wieder aufhellen. Einen ersten Schritt hat Kontron bereits mit der Gründung der Kontron Technology India getan. Mit der Eröffnung des neuen Sales- und Support-Center in Bangalore steigt die Zahl der indischen Kontron-Niederlassungen auf vier. Neben Bangalore ist Kontron auch in Mumbai, Hyderabad und in Neu Delhi mit eigenen Büros präsent.

Der Ausbau der Präsenz in Indien ist immens wichtig für den Konzern, ist in dem aufstrebenden asiatischen Land inzwischen der Großteil der Hightech-Elite ansässig. Neben einheimischen IT-Giganten wie Tata Consultancy und Infosys, unterhalten auch US-Firmen wie IBM und der Kontron-Kunde Juniper Networks Niederlassungen in Indien.

Zudem verlagern immer mehr Elektronikspezialisten ihre Produktion nach Indien, wodurch die Kundennähe auch für Computerspezialisten wie Kontron eine immer größere Rolle spielt. Als nächsten Schritt strebt Kontron Technology India dann auch den Aufbau eines eigenen starken Vertriebsnetzes mit lokalen Partnern in Indien an.

In Südostasien ist dieser Schritt Kontron schon gelungen. Hier arbeitet das Unternehmen mit Tecnomic Systems Pte zusammen. Die in Singapur ansässige Tecnomic wird künftig Kontron-Kunden in Singapur, Malaysia, Thailand, Indonesien, auf den Philippinen und in Vietnam betreuen. Der Intel-Vertriebspartner Tecnomic bringt jede Menge Erfahrung mit und könnte für Kontron möglicherweise auch als Übernahmekandidat interessant werden, um sich in Sachen Vertrieb in Asien weiter zu verstärken…

Kurzportrait

Die im Jahre 1962 gegründet und in Eching bei München ansässige Kontron AG sieht sich als einer der weltweit führenden Hersteller von Embedded Computer Technologien (ECT). Die eingebetteten bzw. integrierten Rechnertechniken des Unternehmens kommen in verschiedensten Industrien zum Einsatz. So beliefert Kontron heute die Daten-, Telekommunikations-, Automatisierungs- und Medizin-, Militär- und Regeltechnikindustrie mit verschiedenen Computerlösungen und Bauteilen.

Neben Computer-On-Modules, werden unter anderem auch Single Board Computer, Flatpanel-Lösungen, Embedded Motherboards, HMI- und Mobile-Lösungen angeboten. Zur Gruppe gehören die Einheiten Kontron Embedded Modules GmbH, Kontron Modular und Computers GmbH. Das Unternehmen unterhält mehre Standorte in Deutschland, darunter in Kaufbeuren und Deggendorf. Zudem ist Kontron mit Tochterfirmen in Minneapolis/USA, San Diego/USA, Taipei/Taiwan sowie in Moskau/Russland und in Beijing/China präsent. Insgesamt unterhält Kontron Vertriebsgesellschaften in mehr als 20 Ländern weltweit.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Kontron immer wieder durch ausgesuchte Zukäufe. So wurde bereits in 1999 der Spezialist für Single Board Computer und Systemen Teknor Industrial Computers übernommen. Ein Jahr später kaufte Kontron den in Kaufbeuren ansässigen Single Board Computerspezialisten PEP Modular Computers GmbH. Im gleichen Jahr schluckte man die in Taiwan ansässige Taiwan Mycomp Company (TMC) - ebenfalls ein Spezialist im Bereich Single Board Computer. Im Jahr 2001 wurde dann der US-Spezialist ICS Advent akquiriert, ein Spezialist für komplexe Computerlösungen. Im Jahr 2002 folgte dann die Verschmelzung mit der Deggendorfer JUMPtec, ebenfalls ein Spezialist im Bereich Embedded Computer. Im Jahr 2005 verstärkte sich Kontron in den USA und übernahm den Spezialisten Dolch. Im Herbst 2007 trennte sich die US-Tochter Kontron Americas von dem Geschäft mit mobilen Computern (Mobile Rugged Business) und veräußerte dieses an die Crane Co. Anfang 2008 übernahm Kontron den Spezialisten Thales Computers S.A. Zugleich schloss Kontron ein Joint Venture mit dem taiwanschen Anbieter Quanta Computers, wobei sich Quanta an der Kontron-Tochter Kontron Asia beteiligt. Zusammen mit Quanta betreibt Kontron das Joint Venture Quanmax. Im Herbst 2008 verstärkte sich Kontron durch die Übernahme des Communication Rackmount Server Geschäfts von Intel. Im Herbst 2009 übernahm Kontron mit 78 Prozent die Mehrheit am Schweizer Computerhersteller Digital-Logic AG. Zudem gründete Kontron die Kontron Technology India, an welcher Kontron mit 51 Prozent die Mehrheit hält. Weiterer Kooperationspartner ist unter anderem der südkoreanische Spezialist MDS Technology.

Auch die ehemalige INSIDE Technology A/S gehört zum Kontron-Konzern und forciert nunmehr unter dem Namen von Kontron Technology A/S das Skandinavien-Geschäft. Weitere Tochterfirmen sind unter anderem die russische RTSoft (Distributor) sowie die Kontron-Einheit XTRO IT Solutions. In Sachen Vertrieb ist man mit der Kontron Asia, an der man mit 66,7 Prozent beteiligt ist, im asiatisch-pazifischen Raum präsent, während man in Tschechien mit der Kontron Czech s.r.o eine weitere Tochter besitzt. Insgesamt beschäftigte Kontron zuletzt mehr als 2.400 Mitarbeiter, davon mehr als 800 Ingenieure.

Zahlen

Wie beim Umsatz verzeichnete Kontron im zweiten Quartal 2009 auch beim Ergebnis Rückgänge gegenüber dem Vorjahresquartal. So sank das operative Ergebnis vor Zinsen uns Steuern (EBIT) von 12,8 Mio. Euro auf acht Mio. Euro. Der Konzernjahresüberschuss ging von 9,17 Mio. Euro auf 5,67 Mio. Euro zurück. Entsprechend fiel das Ergebnis je Aktie von 0,16 Euro auf 0,11 Euro.

Im ersten Halbjahr 2009 lagen die Umsatzerlöse der Kontron AG mit 217,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 232,6 Mio. Euro. Das EBIT verschlechterte sich im gleichen Zeitraum von 21,5 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro. Den Rückgang erklärte Kontron mit der Schwäche der vertikalen Märkte „Industrielle Automation“ und „Infotainment“ sowie mit gestiegenen Restrukturierungskosten. Von 15,95 Mio. Euro auf 10,6 Mio. Euro sackte der Konzernjahresüberschuss in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Damit verschlechterte sich das Ergebnis je Aktie von 0,30 Euro auf 0,21 Euro.

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