JinkoSolar vor dem Aus? Neue Studie sieht dunkle Wolken am Solarhimmel

Mittwoch, 27. Juni 2012 12:19
JinkoSolar Holding Co. Unternehmenslogo

(IT-Times) - Mit der chinesischen JinkoSolar (NYSE: JKS, WKN: A0Q87R) steht ein chinesischer Solarhersteller vor dem Aus. Trotz niedriger Herstellungskosten war der chinesische Anbieter schon im vierten Quartal 2011 tief in die roten Zahlen gerutscht. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Quartal 2012 fort und dürfte auch in den nächsten Quartalen anhalten.

Der Grund: Die Solarindustrie kämpft nach wie vor mit einem Preisverfall in Folge der hohen Überkapazitäten im Markt. Nachdem die beiden großen europäischen Solarmärkte Deutschland und Italien den Subventionshahn zugedreht haben, zieht sich eine Pleitewelle quer durch die Industrie. Bislang hat es neben amerikanischen vor allem deutsche Anbieter getroffen, die mit hohen Produktionskosten zu kämpfen hatten.

Solarinstallationen in China sollen sich verdoppeln
Inzwischen sind aber auch chinesische Hersteller von der Misere betroffen und tief in die roten Zahlen gerutscht. JinkoSolar versucht durch die Erschließung neuer Märkte in Osteuropa, China, Indien und Japan den Nachfrageausfall in Westeuropa zu kompensieren. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf den Heimatmarkt China. Bedingt durch die kräftige Unterstützung von staatlicher Seite rechnet JinkoSolar im laufenden Jahr mit Solarinstallationen von 5-Gigawatt, nachdem in China im Vorjahr Solaranlagen mit einer Leistung von 2,57 Gigawatt installiert wurden.

Die chinesische Regierung hat ehrgeizige Pläne. Bis 2015 soll die installierte Solarkapazität 10-Gigawatt erreichen, bis 2020 sind 50-Gigawatt vorgesehen. Davon hofft auch JinkoSolar profitieren zu können.

Überkapazitäten bis 2015 - Preise weiter unter Druck
Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen. Die Überkapazitäten im Markt dürften noch bis mindestens 2015 bestehen bleiben, glauben die Solarberater aus dem Hause GTM Research. Seit 2011 sind die Preise für Solarmodule um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Aktuell werden für Module größerer Hersteller nur noch 70 bis 85 US-Cent pro Watt gezahlt.

Die Preise werden weiter sinken, glaubt GTM Research Experte Shyam Mehta. Allein in diesem Jahr summiert sich die Produktionskapazität bei Solarmodule auf 59 Gigawatt, während etwa 30 Gigawatt auf dem Weltmarkt verkauft werden dürften, so Mehtda. Der Analyst rechnet daher damit, dass die Preise für Solarmodule bis 2015 auf 45 US-Cent pro Watt sinken werden.

Hersteller, die dann nicht in der Lage sind, ihre Produktionskosten auf ein Niveau zu senken, um profitabel wirtschaften zu können, dürften dann vor dem Aus stehen. JinkoSolar hat neben dem Preisverfall noch ein weiteres Problem. Das Unternehmen ist mit über 900 Mio. US-Dollar hoch verschuldet, dem stehen liquide Mittel von 135 Mio. Dollar gegenüber. Sollte sich der Preisverfall also weiter fortsetzen und JinkoSolar weiterhin hohe Verluste schreiben, dürfte es auch für JinkoSolar trotz staatlicher Unterstützung mehr als eng werden.

Kurzportrait

Die in der Sonderwirtschaftszone Shangrao/China ansässige JinkoSolar wurde erst im Jahr 2007 gegründet, gilt aber bereits heute als einer der führenden, vertikal voll integrierten Solarkonzerne im Reich der Mitte.

Das Unternehmen fertigt nicht nur multikristalline Solar-Wafer und Ingots, sondern auch Solarzellen und Solarmodule. Hierfür unterhält JinkoSolar in den chinesischen Provinzen Jiangxi und Zhjiang Fertigungsanlagen. Daneben unterhält das Unternehmen noch Vertriebs- und Verkaufsniederlassungen in Pudong/Shanghai, sowie in München (JinkoSolar GmbH). Seit Anfang 2010 ist JinkoSolar mit einem weiteren Vertriebscenter bzw. Lagerhaus in Rotterdam präsent. Im dritten Quartal 2010 gründete JinkoSolar eine neue Niederlassung in San Francisco/USA, um das Amerika-Geschäft zu erschließen. Insgesamt beschäftigte JinkoSolar zuletzt rund 5.600 Mitarbeiter weltweit.

Zudem sollen die Produktionskapazitäten sowohl im Zell- als auch im Modulbereich weiter ausgebaut werden. Die von JinkoSolar produzierten Solarprodukte erfüllen eine ganze Reihe von Normen und Qualitätsstandards (IEC, TÜV, UL, VDE, CE, ISO14001 und ISO9001).

Neben Fertigungsfabriken und Vertriebsniederlassung unterhält JinkoSolar auch ein Forschungscenter, dass mit führenden Universitäten in China kooperiert, um neue Solartechnologien zu entwickeln. Ferner unterhält JinkoSolar noch eine weitere Anlage in der Shangrao Wirtschaftszone, um Produkte zu recyceln, um so Silizium-Material zurückzugewinnen. Dieses zurückgewonnene Silizium wird nicht nur verkauft, sondern auch in der eigenen Ingot- und Solar-Wafer-Produktion eingesetzt.

In 2009 verstärkte sich das Unternehmen durch eine Übernahme und schluckte die Zhejiang Jinko Solar Co., Ltd (Zhejiang Jinko). Im Februar 2012 gründete das Unternehmen die Australien-Tochter JinkoSolar Australia Co.

Zahlen

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