JA Solar - fallende Preise für Solarzellen setzen Hersteller unter Druck

Dienstag, 17. Mai 2011 13:12
JA Solar Holdings

(IT-Times) - Zwar konnte der chinesische Solarzellenhersteller JA Solar Holdings im vergangenen ersten Quartal 2011 noch mit einer Umsatzverdoppelung aufwarten und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen, doch der große Boom in der Solarindustrie scheint auch für die chinesischen Anbieter vorbei.

Der Grund: Europa (80 Prozent der Nachfrage) ist immer noch der Hauptabnehmer für Solarprodukte aus Asien und insbesondere aus China. Nachdem Italien nunmehr die Notbremse gezogen hat und die Subventionen bis Ende nächsten Jahres progressiv zurückfahren will, deutete auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zusätzliche Subventionskürzungen für Solarstrom an, nachdem in den Solarsektor etwa die Hälfte aller deutschen Subventionsmittel für erneuerbare Energien fließen.

Zellpreise geraten erneut unter Druck - Preisverfall erwartet
Während die Subventionen europaweit sinken, wollen asiatische Zellhersteller, allen voran JA Solar (Nasdaq: JASO, WKN: A0F5W9) und Suntech ihre Produktionskapazitäten weiter aggressiv ausbauen. Insgesamt sollen die weltweiten Produktionskapazitäten in diesem Jahr um weitere 9,5 Gigawatt auf dann insgesamt 41,5 Gigawatt ausgebaut werden, während sich die globale Nachfrage in diesem Jahr gerade einmal auf 28 Gigawatt summieren dürfte, schätzen die Industrie- und Marktanalysten aus dem Hause New Energy Finance.

Die ersten Auswirkungen einer sinkenden Nachfrage und steigenden Kapazitäten zeigen sich bereits heute schon. Der Preis für monokristalline Solarzellen fiel im Mai um 7,5 Prozent gegenüber dem Vormonat auf nunmehr 1,14 US-Dollar pro Watt. Der Preis für multikristalline Solarzellen sackte um 8,7 Prozent auf 1,09 Dollar pro Watt, so Bloomberg New Energy Finance.

Preis-Talfahrt läutet neue Konsolidierungswelle ein
Der aktuelle Preisrückgang dürfte eine neue Talfahrt bei den Preisen für Solarzellen eingeläutet haben. Marktforscher wie aus dem Hause Solarbuzz rechnen in ihrem aktuellen Report damit, dass die Zellpreise in den nächsten fünf Jahren um weitere 37 bis 50 Prozent fallen werden.

Dieser Trend dürfte insbesondere kleine Zellhersteller aus dem Markt drücken, wodurch nur die größten der Branche überleben dürften, die in der Lage sind, Kosten durch Skaleneffekte und Fortschritte in der Produktionstechnik weiter zu senken. JA Solar werden dabei langfristig gute Chancen eingeräumt, gilt das Unternehmen bereits heute schon als ein low-cost Leader in der Industrie.

Kurzportrait

Die im Jahre 2005 gegründete JA Solar Holdings Co Ltd. gilt heute als einer der führenden Solarzellenhersteller Chinas. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai fertigt Solarzellen und Solarmodule in seinen eigenen Fertigungsfabriken in Hebei/China.

Das Unternehmen hat sich dabei auf die Herstellung von mono- und multikristallinen Solarzellen spezialisiert. Die von JA Solar produzierten Solarzellen weisen Wirkungsgrade von 16 bis 18 Prozent auf. JA Solar verkauft seine Solarzellen mehrheitlich an Solarmodulehersteller in China, Deutschland, Schweden, Spanien, Südkorea und in die USA. Zu den größten Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem die Solarspezialisten Canadian Solar, Wuxi Jiacheng, Shanghai Chaori, Jiangsu Aide Solar Energy S&T Co und Shanghai Solar Energy S&T Co.

Erst im Dezember 2007 gründete JA Solar mit der JA Solar Hong Kong Limited eine neue Einheit. Operativ wird das Geschäft von der 100%igen Tochterfirma JingAo Solar Co (JA Hebei) voran getrieben. Zudem hält das Unternehmen 100 Prozent der Anteile an den Firmen Shanghai JA Solar PV Technology Co (JA Zhabei) und JA Solar Technology Yangzhou Co (JA Yangzhou) beteiligt.

Neben dem Verkauf von Solarzellen bietet JA Solar auch Prozessabwicklungsservices für seine Kunden. Liefert der Kunde seine eigenen Solar-Wafer an JA Solar, verarbeitet das Unternehmen diese zu Solarzellen und schickt die fertigen Zellen dann zurück an den Kunden. Daneben bietet JA Solar auch OEM-Services an und fertigt Solarzellen bzw. Solarmodule nach den Spezifikationen des Herstellers an. Inzwischen fertigt JA Solar auch multi- und monokristalline Solarmodule. In 2010 will JA Solar auch in die Produktion von Ingots und Solar-Wafern einsteigen und sich damit vertikal im Markt aufstellen. Mitte 2010 übernahme JA Solar zudem den chinesischen Solarspezialisten Shanghai Jinglong Solar Technology Co.

Neben der Errichtung eines neuen Forschungscenters, baut JA Solar derzeit gerade an einer neuen Fertigungslinie für Solarzellen an seinem Standort in Yangzhou, in der Provinz Jiangsu. Um sich Silizium für seine Produktion zu sichern, unterhält JA Solar langfristige Lieferverträge wie mit dem Silizium-Produzenten Jiangsu Zhongneng Polysilicon Technology Development Co.

Zahlen

JA Solar konnte im vergangenen ersten Quartal 2011 seinen Umsatz auf 556,4 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. Der Nettogewinn legte auf 71,8 Mio. Dollar oder 41 US-Cent je ADS-Aktie zu, nach einem Profit von 38,4 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 551,7 Mio. Dollar sowie mit einem Plus von 31 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: JA Solar Holdings

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