IT-Trends und -Entwicklungen 2010: Cloud Computing auf Wachstumskurs

Freitag, 18. Dezember 2009 15:18
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MÜNSTER (IT-Times) - Als Bank, da haben sie selbst so ihre Probleme, als Experten mit guter Marktkenntnis sind die Prognosen von Goldman Sachs jedoch in jedem Jahr aufs Neue gefragt. Und so wurde wieder mal genau hingehört, als die US-Bank zu Beginn der Woche ihre Einschätzungen äußerte, welche Software-Trends im Jahr 2010 zu erwarten sein dürften. Auch die Akteure, die dabei eine gewichtige Rolle spielen könnten, werden in der Analyse genannt. Beim Lesen spürt man jedoch auch, dass der Fokus sehr US-lastig ausgefallen ist. Dennoch ist das, was dort prognostiziert wird, auch auf den europäischen und den deutschen Markt anzuwenden. Der eine oder andere Akteur, den man bei Goldman Sachs vielleicht nicht auf der Agenda hat, mag hierzulande eine Rolle spielen. Trotzdem ist das, was die US-Experten dort sagen, nicht falsch.

Nun, was erwartet uns in 2010 auf dem Software-Markt? Vereinfacht ausgedrückt: Alles, was in diesem Jahr Trend war, wird es auch weiterhin bleiben und sich weiter entwickeln. Darf es ein wenig konkreter sein? Bitteschön: Zunächst einmal soll es mit der Branche wieder bergauf gehen. Nachdem die IT-Ausgaben im noch laufenden Jahr um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken seien, soll es in 2010 wieder einen leichten Anstieg geben. Man rechnet mit einem Wachstum von fünf Prozent. Sowohl im PC-Geschäft als auch auf dem Server-Markt wird erwartet, dass der Trend deutlich nach oben zeigt. Zudem wird prognostiziert, dass es auf dem Markt eine gewisse Konsolidierung geben wird, da viele Big Player über ausreichend Cash-Reserven verfügen dürften, um damit auf Einkaufstour zu gehen. Ein weiterer Trend, der auch in 2010 fortgesetzt wird, ist dabei das Cloud Computing. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die  Möglichkeit, seine Dateien und Programme nicht mehr stationär auf einem Rechner oder einem eigenen Server zu verwalten sondern auf Speichern in der "virtuellen Wolke". Dies hat den großen Vorteil, dass Inhalte unabhängig von Nutzern, räumlichen und zeitlichen Grenzen von überall aus bearbeitet werden können. Man braucht letztlich nicht mehr als einen Online-Zugang und einen Browser dazu. Letztlich seien Virtualisierung und eine stärkere Automatisierung von Routinen die technologischen Treiber, die Cloud Computing weiter voran bringen werden. Als führendes Unternehmen in Sachen Virtualisierung von Servern dürfte dabei VMware eine gewichtige Rolle spielen. Vor allem Citrix, Red Hat und neuerdings auch Oracle dürften allerdings auf dem Sprung sein, um sich weitere Bedeutung im Markt zu verschaffen. Man rechnet damit, dass auf dem Markt für Cloud Computing bis 2013 ein Jahresumsatz von mehr als 44 Mrd. US-Dollar erzielt werden wird. Hiervon soll der größte Teil des Umsatzes mit Speicherlösungen generiert werden.

Durchbruch des virtuellen Desktops

Insgesamt sieht man bei Goldman Sachs 2010 auch als das Jahr an, in dem der Durchbruch zum virtuellen Desktop auf breiter Front gelingen werde. Auch hier wird VMware als einer der führenden Player gehandelt, ebenso wie Citrix. Beide Unternehmen könnten sich gemeinsam den Markt aufteilen und einen Marktanteil jenseits von 90 Prozent erschließen. Bis 2013 wird das Potenzial des Gesamtmarktes bei 1,3 Mrd. bis zwei Mrd. US-Dollar gesehen. Gerade aufgrund der Marktführerschaft in manchen Segmenten wird VMware als einer der groß gehandelten Übernahmekandidaten am Markt gehandelt, ebenso wie BMC Software, Citrix, McAfee, Nuance, Red Hat, Salesforce.com und Symantec. Gekauft werden könnten die Unternehmen von den üblichen Verdächtigen, den Big Playern am Markt: IBM, HP, Cisco, Oracle oder aber EMC. So rechnet man damit, dass Red Hat oder Citrix schon bald auf dem Einkaufszettel von IBM stehen könnten, da "Big Blue" sich unter anderem Kompetenzen im Bereich der Virtualisierung hinzukaufen könnte. Auch von Cisco und HP wird erwartet, in diesen Gewässern fischen zu wollen. Microsoft dürfte in 2010 ebenfalls hoch im Kurs stehen - Windows 7 sei Dank! Immerhin 60 Prozent der Unternehmen, die auf Windows als Betriebssystem setzen, wollen in den kommenden zwei Jahren auf Windows 7 aufrüsten.

2010: Wer gewinnt, wer verliert?

Ebenfalls spannend ist die Liste der Gewinner und der Verlierer, die Goldman Sachs für einzelne Marktsegmente ausmacht. Im Markt für PCs und Notebooks sollen Apple, HP, Lenovo und Dell zu den Gewinnern zählen, Verliert wurden hier keine definiert. Das sieht im Segment für Serverlösungen für Unternehmen schon anders aus: Hier sollen Sun und IBM zu den "Losern" zählen, während sich Cisco, HP und Dell auf der Gewinnerseite wähnen dürfen. Im Speichermarkt legen zu: Network Appliance, Hitachi Data Systems, EMC, HP sowie IBM - und zwar auf Kosten von Sun und Dell.

Meldung gespeichert unter: SAP

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