Intershop Communications meldet sich zurück

Mittwoch, 26. September 2007 12:35
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(IT-Times) Die Aktien der Intershop Communications AG (WKN: A0EPUH) legten in den vergangenen Wochen kräftig zu, nachdem das Unternehmen mit einer Reihe positiver Nachrichten aufwarten konnte.

Zum einen wurde ein langjähriger Mietstreit rund um den Intershop Tower in Jena endlich beigelegt, zum anderen schloss Intershop Mitte August eine Kapitalerhöhung erfolgreich ab, durch die dem E-Commerce-Spezialisten frische Mittel in Höhe von 4,8 Mio. Euro zuflossen. Der neue Intershop-Vorstand Friedhelm Bischofs verspricht im zweiten Halbjahr das Ende der lang anhaltenden Verlustserie und will im 2008 sogar Gewinne erwirtschaften - ein ehrgeiziges Ziel, zumal Intershop in den letzten Jahren immer wieder mit diesem Vorhaben gescheitert war und letztendlich Aktionäre und Investoren mit roten Zahlen enttäuschte.

Neues Standbein: Fulfillment und Logistik
Ein neues Standbein sowie die Expansion im Bereich Online-Marketing sollen Intershop nunmehr nachhaltig in die Gewinnzone hieven. Bereits zur CeBIT im letzten Jahr präsentierte sich Intershop als Full-Service-Dienstleister im E-Commerce-Bereich, der neben traditionellen E-Commerce- und Marketing-Lösungen, nunmehr auch Service- und Fulfillment-Lösungen anbietet.

Die Neuausrichtung scheint auch dringend notwendig, wenn sich Intershop gegen andere Wettbewerber langfristig behaupten will. Denn nicht nur direkte Konkurrenten wie BroadVision haben sich inzwischen vom Niedergang der New Economy erholt, sondern auch andere Software- und Technologiegiganten wie IBM oder EDS warten inzwischen mit vergleichbaren Lösungen auf. Der anvisierte Sprung in die Gewinnzone ist somit nur der Anfang für Intershop, wobei das Unternehmen vermutlich einen starken Partner an seiner Seite braucht, um sich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen.

Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg dürfte nämlich nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in Schwellenländern wie China und Indien liegen, wo sich der E-Commerce-Markt gerade in der Entwicklungsphase befindet.

Der Eintritt in den Service-Fulfillment-Markt ist dabei durchaus eine Chance für Intershop, doch gilt der Markt bereits als dicht fragmentiert. Während sich Intershop in Deutschland hier Anbietern wie DHL und Kühne & Nagel gegenüber sieht, tummeln sich international unter anderem Anbieter wie Amdocs und Oracle, die mit ihren Fulfillment-Services am Weltmarkt direkt mit Intershop konkurrieren. Der Andrang in diesem Markt kommt nicht von ungefähr, soll der Gesamtmarkt für Service-Fulfillment (SF) Services in den nächsten Jahren um jährlich neun Prozent wachsen und nach 1,86 Mrd. US-Dollar im Jahre 2006, bis zum Jahr 2011 ein Volumen von 2,85 Mrd. Dollar erreichen (Quelle: OSS Observer).

Kurzportrait

Die im Jahre 1992 gegründete und in Jena ansässige Intershop Communications AG gilt als Inbegriff für E-Commerce-Lösungen in Deutschland. Ende der 90er Jahre stieg das Unternehmen mit seinen E-Commerce-Softwarelösungen schnell zum Marktführer in Deutschland auf.

Bereits 1994 legte Intershop den Grundstein für seinen Erfolg und stellte das erste voll funktionsfähige Internethandelssystem vor. 1998 folgte dann mit Intershop 3 die erste E-Commerce-Plattform, die den Massenmarkt erobern sollte. Heute bietet Intershop nicht nur eine umfassende E-Commerce-Komplettlösung (Enfinity Suite 6) an, sondern auch darüber hinaus gehende Services wie Beratung, Online-Marketing, Fulfillment und Logistik. Mit Enfinity Suite 6 sollen Firmenkunden erstmals die Möglichkeit erhalten, komplexe E-Commerce-Aktivitäten auf einer Plattform zentral zusammenzuführen und zu steuern. Dadurch sollen Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten, Partnern und Endkunden weiter optimiert und so Beschaffungskosten weiter gesenkt werden können.

Intershop betreut weltweit mehr als 300 Kunden über seine Standorte Jena (Hauptsitz), Stuttgart, Hamburg, Bensheim, Frankfurt/Main, San Francisco und Asien. Zu den namhaften Intershop-Kunden gehören unter anderem Firmen wie Hewlett-Packard, BOSCH, Tchibo, Otto, die Deutsche Telekom und Quelle.

Zuletzt ergänzte Intershop sein Geschäftsmodell und präsentierte sich als Full-Service-Dienstleister im E-Commerce-Bereich. Im Juni 2006 wurde die Soquero GmbH übernommen, um den Bereich Online-Marketing zu stärken. Durch den Zukauf bietet Intershop nunmehr auch Suchmaschinenoptimierung, die Einbindung von Sponsored Links-Kampagnen, sowie Affiliate Marketing und Feed Management an. Der Geschäftsbereich Intershop Consulting rundet das Intershop-Angebot weiter ab, wobei Intershop in Sachen Konzeption, Planung, Projektsteuerung und Realisierung seinen Firmenkunden zur Seite steht.

Zahlen

Der Gesamtumsatz stieg im vergangenen zweiten Quartal 2007 gegenüber dem Vorquartal um 38 Prozent von 6,1 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro; gegenüber dem zweiten Quartal 2006 entspricht dies einer Verdopplung. Die im Gesamtumsatz enthaltenen Lizenzerlöse zogen nach 0,8 Mio. Euro auf nunmehr 2,1 Mio. Euro an.

Meldung gespeichert unter: Intershop Communications

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