Infosys: Fachkräftemangel größtes Hindernis

Donnerstag, 13. Juli 2006 00:00
Infosys

(IT-Times) Indiens zweitgrößter Softwareexporteur Infosys Technologies (Nasdaq: INFY, WKN: 919668) gibt der indischen IT-Branche neuen Schwung. Trotz Bedenken über steigende Gehälter und der Knappheit von gut ausgebildeten Mitarbeitern, gelang es dem Unternehmen seine Umsätze und Gewinne - allen Unkenrufen zum Trotz - weiter zu steigern und die Markterwartungen zu übertreffen.

Personalnotstand bedroht Wachstum

Auch die jüngsten Bombenanschläge in Bombay konnten die positive Stimmung gegenüber indischen IT-Unternehmen nicht trüben. Marktbeobachter verwiesen auf die allgegenwärtige Gefahr von Terroranschlägen, die sich auch in Europa ereignen können. Nicht in Terroranschlägen, sondern in der Knappheit von gut ausgebildeten IT-Fachkräften sieht Infosys in den nächsten zwei bis drei Jahren die größte Herausforderung für Indiens IT-Industrie.

Bereits im Frühjahr hat Infosys auf den absehbaren Mitarbeiter-Notstand reagiert und angekündigt, im laufenden Fiskaljahr 100 Mio. Dollar für die Ausbildung von IT-Mitarbeitern investieren zu wollen. „Die begrenzte Anzahl von gut ausgebildeten Mitarbeitern und nicht die Infrastruktur hemmt das Wachstum“, wird Infosys-Personalchef Mohandas Pai zitiert. Es gibt vielmehr einen regelrechten Kampf um Talente, so Pai weiter. Indiens IT-Sektor wird in den nächsten drei Jahren mindestens eine Mio. Mitarbeiter benötigen, verweist der Infosys-Manager auf den zunehmenden Personalengpass.

Infosys hatte bereits im Vorfeld erklärt, 25.000 neue Mitarbeiter im laufenden Fiskaljahr, welches im März 2007 endet, einzustellen. Dabei will sich das Unternehmen nicht nur in Indien, sondern auch in den USA nach geeignetem umsehen. Auch außerhalb Indiens kündigt Infosys die Aufstockung seines Personals an: „Wir beschleunigen auch unsere Einstellungen in unseren Global Centers“, erklärt Infosys-Manager Pai. So will Infosys unter anderem auch seine Beschäftigtenzahl in China im laufenden Jahr auf 1.000 aufstocken.

Die Zeit drängt. Marktforscher aus dem Hause Gartner sehen Indiens Marktanteil in der Business Process Outsourcing-Industrie von 85 Prozent im Jahr 2005, im nächsten Jahr bereits auf 45 Prozent schwinden.

Kurzportrait

Der im Jahre 1981 gegründete und im indischen Bangalore ansässige IT-Servicedienstleister Infosys Technologies bietet eine breite Produktpalette an Outsourcing- und Software-Services an. IT-Beratung, Software-Engeneering, Implementierung und das Programmieren ganzer Anwendungen im Kundenauftrag gehören zum Produktportfolio des indischen IT-Servicespezialisten.

Um die Projekte und die professionelle Betreuung seiner Firmenkunden sicherstellen zu können, betreibt Infosys nicht nur eine Reihe von Entwicklungszentren in Indien, sondern auch im Ausland. So ist das Unternehmen mit sechs Entwicklungszentren in den USA, sowie zwei weiteren Entwicklungszentren in England, drei in Australien und mit einem Entwicklungszentrum in Japan präsent. Auch in China will Infosys sein Personal deutlich aufstocken. Gleichzeitig betreibt Infosys noch weitere 19 Offshore-Entwicklungszentren, davon 18 in indischen Städten und eines in Toronto.

Seine IT-Servicedienstleistungen erbringt Infosys unter anderem auch über seine Tochterfirmen Progeon Limited, Infosys Technologies Australia, Infosys China und seit 2004 auch in den USA über die Tochter Infosys Consulting. Im Frühjahr 2006 kaufte Infosys die restlichen Anteile an der Tochter Progeon für 115 Mio. Dollar von der Citicorp.

Darüber hinaus entwickelt Infosys insbesondere Software-Produkte für die Finanzwirtschaft. Die Produkte FinacleCore Banking, Finacle eChannels, Finacle eCorporate, Finacle CRM und Finacle Treasury sind vollständig Web-basiert und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Banken zugeschnitten.

Zu den Kunden des IT-Dienstleisters zählen unter anderem Industriegrößen, wie Bank of America, Boeing, Cisco Systems, Goldman Sachs, Dell oder Toshiba. Den Großteil seiner Umsätze erzielt Infosys in Nordamerika (mehr als 65 Prozent). In Europa wurden zuletzt mehr als 26 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Der Bereich Finanical-Services trug zuletzt mehr als 35 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei.

Zahlen

Im vergangenen ersten Fiskalquartal 2007 steigerte Infosys seinen Nettogewinn um fast zwei Drittel. Genau summierte sich dieser Wert auf acht Mrd. Indische Rupien (174 Mio. US-Dollar). Dies ergibt umgerechnet 28,27 Rupien je Aktie oder 63 US-Cent je ADS-Aktie, nach einem Plus von 45 US-Cent je ADS-Anteil im Jahr vorher.

Der Umsatz legte um 46 Prozent auf 30,15 Mrd. Rupien bzw. 660 Mio. Dollar zu. Dabei profitierte das Unternehmen von größeren Aufträgen und der Expansion in die Segmente Consulting und Network Management. Allerdings sank die operative Gewinnmarge dabei von 31,8 auf 29,7 Prozent, vor allem wegen höherer Personal- und Visakosten.

Meldung gespeichert unter: IT-Outsourcing

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