HINTERGRUND: Motorola - was kommt nach Razr?

Dienstag, 24. Januar 2006 12:53

(IT-Times) Trotz Rekordumsätzen von 10,43 Mrd. Dollar, war der Markt zuletzt nicht begeistert von den jüngsten Zahlen des weltweit zweitgrößten Mobilfunkers Motorola (NYSE: MOT<MOT.NYS>, WKN: 853936<MTL.FSE>). Mit 44,7 Mio. verkauften Handys konnte Motorola zwar 40 Prozent mehr Mobilfunktelefone ausliefern als im Vorjahr, doch zeigten sich manche Marktbeobachter enttäuscht über die jüngsten Zahlen.

One-Hit-Wonder Razr?

Vor allem das Handy-Modell Razr dominiert nach wie vor die Verkaufszahlen. Mehr als zehn Mio. Razr-Handys gingen im jüngsten Quartal über die Ladentheke. Allerdings hatten optimistische Experten hier mit Verkaufszahlen von 12 Mio. Einheiten kalkuliert. Sanford Bernstein-Analyst Paul Sagawa sieht dann auch Motorolas übriges Produktportfolio schwächeln. Ausgenommen von Razr, dessen Absatzvolumen sich verdoppelt habe, seien die Absatzzahlen über das Weihnachtsgeschäft eher gesunken, so der Analyst. Die Trends und die Mode ändern sich und der Razr-Trend ist bereits 18 Monate alt, warnen Marktbeobachter. Doch Motorola-Chef Ed Zander bleibt optimistisch, was das Momentum im laufenden Jahr angeht. Das Jahr 2005 war das Jahr von Razr und im Jahr 2006 wird es noch mehr Razr geben, so Zander. Tatsächlich wurden die neuen Modelle, wie Silvr und Pebl offenbar gut im Markt aufgenommen, wie es bei Motorola heißt.

Kooperationen mit Suchmaschinenbetreiber

Sowohl das Logo von Yahoo!, als auch das Firmenzeichen von Google sollen künftig Motorola-Handys schmücken. Während Yahoo! mit Yahoo! Ready vornehmlich seine Services Yahoo! Mail, Yahoo! Messenger, Yahoo! Adress Book sowie Yahoo! Calendar an den Mann bringen möchte, vertraut Motorola in Sachen Suchtechnik auf Google. Erste Handys mit dem Google- und dem Yahoo-Logo sollen noch im ersten Quartal 2006 auf den Markt kommen.

Gleichzeitig will Motorola mit seinem neuen mobilen iRadio-Service, der ebenfalls in diesem Jahr kommen soll, im Musikmarkt stärker Fuß fassen. Nachdem eher verhaltenen Erfolg des iTunes Phone, hofft Motorola offenbar auf Durchbruch des eigenen Musik-Dienstes - ohne iTunes Software aus dem Hause Apple.

Kurzportrait

Das traditionsreiche Unternehmen wurde ursprünglich im Jahre 1928 von Paul Galvin gegründet. Zwei Jahre später erschien erstmals der Name Motorola im Zusammenhang mit Autoradios. Im Jahre 1947 folgte dann die Umbenennung von Galvin Manufacturing in Motorola. In den 50er Jahren präsentierte sich das Unternehmen bereits als Spezialist für Kommunikationstechniken. Gleichzeitig errichtete das Unternehmen in diesen Jahren seine erste Fertigungsfabrik für Halbleiter und bot auch andere elektronische Geräte für den privaten Verbraucher an. In den 60er Jahren konzentrierte sich das Unternehmen wieder mehr auf Geschäftskunden, vor allem im Fernsehmarkt. Diese Geschäftseinheit wurde in der Mitte der 70er Jahre wieder verkauft.

1980 folge dann der Einstieg in den Bereich Mobiltechnik. Diese Entscheidung prägt das Unternehmen noch heute. So stellte Motorola im Jahre 1996 mit dem StarTAC eines der kleinsten Mobiltelefone seiner Zeit vor. Heute erwirtschaftet die Nummer zwei unter den Mobilfunkherstellern ein Drittel seiner Umsätze durch Mobilfunktelefone, Pager, Netzwerk-Produkte wie Server und zugehörige Software. Die Halbleitereinheit wurde im Jahr 2004 mit dem Unternehmen Freescale Semiconductor ausgegliedert. Durch die Fusion mit General Instruments präsentiert sich Motorola daneben auch als führender Anbieter von Kabelmodems und set-top Terminals. Insgesamt stellt sich Motorola heute als globaler Kommunikationsspezialist für Geschäftskunden, als auch für Privatverbraucher dar.

Um eine effektive technologische Entwicklung sicher zu stellen, betreibt Motorola verschiedene Tochterfirmen. Die Motorola-Tochter Metroworks vermarktet unter anderem das Softwarewerkzeug CodeWarrior, welches Entwickler in die Lage versetzen soll, Anwendungen und Applikationen für drahtlose Kommunikationsgeräte zu konzipieren.

Gleichzeitig übernahm Motorola Next Level Communications vollständig. Über die Tochter Printrak International ist Motorola außerdem im Markt für digitale Erkennungs- und Autorisierungssysteme engagiert. Die Motorola-Tochter Starfish wurde im Jahr 2003 an Pumatech verkauft, während der Mobilfunker den Netzwerkspezialisten Winphoria Networks und Vermögenswerte von Paceline Systems übernahm. Nach der Übernahme des FTTP-Spezialisten Quantum Bridge Communications, kaufte Motorola Mitte 2004 die Solectron-Tochter Force Computers. Über seinen Kapitalarm Motorola Ventures beteiligte sich das Unternehmen in 2005 an den Internet- und Kommunikationsspezialisten Asylum Telecom sowie an den US-Zugangsspezialisten Avvenu. Zuletzt engagierte sich Motorola über seinen Venture-Fond beim IP-Spezialisten CopperGate Communications. Anfang 2006 übernahm Motorola den schwedischen Set-Top-Box-Entwickler Kreatel Communications AB.

Zahlen

Für das abschließende vierte Quartal 2005 meldet Motorola einen Umsatzanstieg auf 10,43 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn kletterte dabei um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,2 Mrd. US-Dollar oder 47 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 647 Mio. Dollar im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sondereinnahmen konnte Motorola einen operativen Gewinn von 35 US-Cent je Aktie verbuchen und damit die Analystenerwartungen um einen Cent übertreffen.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld zwar mit Einnahmen von 10,51 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt lieferte Motorola im zurückliegenden Quartal 44,7 Mio. Handys aus, ein Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein Prozent weniger als Marktbeobachter erwartet hatten. Nach Angaben von Motorola konnte das Unternehmen seinen Marktanteil auf 19 Prozent steigern, ein Zuwachs von 3,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsmotor war dabei erneut die Produktlinie Razr. Gleichzeitig wurden im jüngsten Quartal 26 neue Handy-Modelle vorgestellt.

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