HINTERGRUND: Infosys - Infrastruktur bremst Wachstum

Donnerstag, 12. Januar 2006 12:04
Infosys

(IT-Times) Zwar konnte Indiens zweitgrößer Softwareexporteur Infosys Technologies (Nasdaq: INFY, WKN: 919668) auch im vergangenen Dezemberquartal seine Umsätze und Gewinne deutlich steigern, allerdings blieb das Unternehmen leicht hinter den Gewinnerwartungen der Analysten zurück. Der Markt reagierte hierauf mit einem deutlichen Kursabschlag bei Infosys-Papieren, wobei die Anteile der Gesellschaft mit einem Kursverlust von 9,4 Prozent aus dem Handel gingen.

Längere Arbeitswege drücken auf Produktivität

Seit kurzer Zeit kämpft man bei Infosys mit eher ungewöhnlichen Problemen. Nachdem auch im vergangenen Quartal weitere 3.266 Mitarbeiter neu eingestellt wurden und sich damit die Beschäftigtenzahl auf knapp 50.000 summiert, macht sich langsam Platzmangel breit. Vor allem das rasante Wachstum in Bangalore, wo Infosys allein 16.000 Mitarbeiter beschäftigt, führt inzwischen zu Verkehrsproblemen. Benötigten die Mitarbeiter in der Vergangenheit für ihren Arbeitsweg nur 30 Minuten, sind die Beschäftigten heute 1,5 Stunden zur Arbeit unterwegs. „Die Mitarbeiter sind dann schon müde, wenn sie im Büro ankommen“, erklärt Infosys-CEO Nandan Nilekani die verzwickte Situation. Diese Entwicklung wirke sich zunehmend negativ auf die Produktivität aus, heißt es bei Infosys.

Nicht zuletzt deswegen will Infosys in andere Städte ausweichen, um anderorts weiter zu wachsen. Gleichzeitig sei rund um Bangalore kein Land mehr verfügbar, weiß Infosys-Finanzchef Mohandas Pai. Raum für weiteres Personal soll daher in der indischen Karnataka-Region entstehen. Das Karnataka-Parlament hat bereits grünes Licht für eine Anfrage nach entsprechenden Flächen gegeben.

Auch in anderen Regionen soll der Personalstamm deutlich erweitert werden. Insgesamt sollen 20.000 weitere Mitarbeiter hinzukommen, wobei Infosys vor allem das Personal in Chadigarh, Mohali, Mysore und Bhubneswar aufstocken will. Trotz steigender Personal- und Lohnkosten will Infosys seine Preise weitgehend stabil halten. Dazu sollen unter anderem die geplanten Investitionen in China beitragen, heißt es bei Infosys.

Kurzportrait

Der im Jahre 1981 gegründete und im indischen Bangalore ansässige IT-Servicedienstleister Infosys Technologies bietet eine breite Produktpalette an Outsourcing- und Software-Services an. IT-Beratung, Software-Ingeneering, Implementierung und das Programmieren ganzer Anwendungen im Kundenauftrag gehören zum Produktportfolio des indischen IT-Servicespezialisten.

Um die Projekte und die professionelle Betreuung seiner Firmenkunden sicherstellen zu können, betreibt Infosys nicht nur eine Reihe von Entwicklungszentren in Indien, sondern auch im Ausland. So ist das Unternehmen mit sechs Entwicklungszentren in den USA, sowie zwei weiteren Entwicklungszentren in England, drei in Australien und mit einem Entwicklungszentrum in Japan präsent. Gleichzeitig betreibt Infosys noch weitere 19 Offshore-Entwicklungszentren, davon 18 in indischen Städten und eines in Toronto.

Seine IT-Servicedienstleistungen erbringt Infosys unter anderem auch über seine Tochterfirmen Progeon Limited, Infosys Technologies Australia, Infosys China und seit 2004 auch in den USA über die Tochter Infosys Consulting.

Darüber hinaus entwickelt Infosys insbesondere Software-Produkte für die Finanzwirtschaft. Die Produkte FinacleCore Banking, Finacle eChannels, Finacle eCorporate, Finacle CRM und Finacle Treasury sind vollständig Web-basiert und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Banken zugeschnitten.

Zu den Kunden des IT-Dienstleisters zählen unter anderem Industriegrößen, wie Bank of America, Boeing, Cisco Systems, Goldman Sachs, Dell oder Toshiba. Den Großteil seiner Umsätze erzielt Infosys in Nordamerika (mehr als 65 Prozent). In Europa wurden zuletzt mehr als 19 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Der Bereich Finanical-Services trug zuletzt mehr als 35 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Infosys einen Umsatzanstieg auf 559 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 32,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn kletterte dabei um 28 Prozent auf 143 Mio. Dollar oder 51 US-Cent je ADS-Aktie, nach einem Plus von 112 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen blieb Infosys leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 559,5 Mio. Dollar und mit einem Nettogewinn von 52 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Nicht nur 3.226 neue Mitarbeiter wurden eingestellt, gleichzeitig gewann Infoys eigenen Angaben zufolge auch 36 neue Firmenkunden, womit die Kundenbasis des Unternehmens auf nunmehr 454 kletterte.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: IT-Outsourcing

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