Google: YouTube und neue Werbeprodukte sollen für neues Wachstum sorgen

Internet & Services

Dienstag, 23. Juli 2013 12:55
Google Logo

(IT-Times) - Der Internetkonzern Google enttäuschte im jüngsten Quartal mit seinen Gewinnzahlen. Sinkende Werbepreise verhinderten ein besseres Ergebnis. Aus dem Anlauf auf die 1.000 US-Dollar-Marke beim Aktienkurs wurde zunächst nichts.

Dennoch sind Analysten wie bei der Credit Suisse zuversichtlich, dass die magische Marke von 1.000 US-Dollar bald fallen wird. Google (Nasdaq: GOOG, WKN: A0B7FY) dominiert trotz der Bemühungen von Yahoo! und Microsoft nach wie vor den US-Suchmaschinenmarkt mit einem Marktanteil von mehr als 66 Prozent.

Zudem zeichnet Google inzwischen für 25 Prozent des nordamerikanischen Internetverkehrs verantwortlich. Damit ist Google größer als Facebook, Netflix und Instagram zusammengenommen. Den Großteil des Traffics verursacht die Google-Tochter YouTube. Video-Streaming wird im Internet immer populärer, zumal immer mehr Videos auch auf mobile Endgeräte gestreamt werden.

YouTube als Umsatzmotor
Marktbeobachter wie Rory Maher (Managing Director bei HillsidePartners) schätzen, dass YouTube in 2013 einen Umsatz von 3,7 Mrd. US-Dollar generieren wird. YouTube Mobile dürfte in 2013 voraussichtlich einen Umsatz von 800 Mio. Dollar für Google erwirtschaften.

YouTube hatte in den letzten 12 bis 18 Monaten sein Channel-Angebot deutlich ausgebaut. Offenbar mit Erfolg. Branchexperten schätzen, dass die neuen YouTube-Sender in den ersten acht Monaten nach Marktstart bereits 11,3 Millionen Nutzer anziehen konnten.

Eine Studie von MDG legt offen, dass die Top 1000 YouTube-Sender inzwischen 23.000 US-Dollar im Monat an Werbeumsätzen für Google generieren. Videohits wie „Gangnam Style“ haben inzwischen die Marke von einer Milliarde Aufrufe geknackt. Marktbeobachter sind daher optimistisch, dass YouTube in den nächsten Jahren noch ein wichtiger Umsatzmotor für Google werden wird.

Gmail soll zur neuen Umsatzquelle mutieren
Darüber hinaus will Google seinen Freemail-Service Gmail stärker monetarisieren. Nachdem Google vor wenigen Tagen die Emails im Posteingang in Kategorien wie Allgemein, Soziale Netzwerke und Werbung unterteilte, hat der Internetkonzern damit begonnen, Werbung direkt im Posteingang von Gmail zu platzieren.

Damit erhalten einige Nutzer bereits E-Mails, die sich als Werbebotschaften verstehen und als E-Mails geöffnet werden können. Diese E-Mails erscheinen jedoch nur in der neuen Kategorie Werbung. Die neuen Werbe-Mails sind Teil des Gmail Sponsored Promotions Programms. Werbetreibende müssen nur dann zahlen, wenn Nutzer auf die Werbebotschaften klicken, heißt es bei Google.

Kurzportrait
Die Internet-Suchmaschine Google, gegründet im Jahre 1998 und ansässig im kalifornischen Mountain View, gilt als die weltweit meistgenutzte Suchmaschine. Google setzt dabei auf einen Algorithmus, der Web-Seiten aufgrund ihrer Popularität an prominenter Stelle listet. Je häufiger andere Web-Seiten auf die entsprechende Seite verlinken, desto höher der Rang in der Ergebnisliste (Pagerank). Google hat seine Suchtechnologie inzwischen an mehrere hundert Unternehmen lizenziert. Haupteinnahmequelle ist jedoch das Werbeprogramm Google AdWords und das Werbenetzwerk Google AdSense.

Über Google News lassen sich auch aktuellste Nachrichten abfragen. Mit Google Image Search können Nutzer auch nach Grafiken, Bildern und Fotos im Web suchen. Mit Google Books will das Unternehmen auch das Durchsuchen ganzer Bücher ermöglichen. Auch im Mobile-Markt ist Google mit einer eigenen Suchmaschine präsent. Mit Google Product Search bietet das Unternehmen einen Preisvergleichsservice und eine Produkt-Suche an. Mit Google Desktop Search will die Suchmaschine auch den Heim-PC der Nutzer erobern, wobei sich dadurch Dateien auf der Festplatte oder Email-Postfächer durchsuchen lassen.

Mit Gmail ist das Unternehmen mit einem kostenfreien Email-Webservice am Start. Mit Google Base stieg das Unternehmen im Herbst 2005 in den Markt für Kleinanzeigen ein. Daneben ist das Unternehmen mit Google Finance im Online-Finanzbereich aktiv. Mit Google CheckOut brachte das Unternehmen Mitte 2006 einen eigenen Online-Zahlungsdienst auf den Markt. Seit Mitte 2011 ist Google mit Google+ auch mit einem eigenen Social-Networking-Service am Start.

Mit der Übernahme des Blogging-Spezialisten Blogger.com stieg Google in den Blogging-Markt ein. Im Herbst 2006 übernahm man schließlich die führende Online-Videoseite YouTube.com. 3,1 Mrd. Dollar ließ sich Google im Jahr 2007 die Übernahme des Online-Werbespezialisten DoubleClick kosten. Gleichzeitig kaufte Google eine ganze Reihe weiterer Firmen auf. Im Frühjahr 2011 erhielt Google zudem grünes Licht für die geplante Übernahme von ITA Software. Im August 2011 kaufte Google den US-Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility für 12,5 Mrd. Dollar - die Übernahme wurde in 2012 abgeschlossen. In 2012 kaufte Google weitere Startup-Firmen wie Wildfire, VirusTotal und Nik Software dazhu. Mitte 2013 verstärkte sich Google durch die Übernahme des Mapping-Spezialisten Waze.

Zuvor brachte Google mit Android ein offenes Betriebssystem für Smartphones auf den Markt. Mit dem Web-Browser Chrome ist Google inzwischen auch am Browser-Markt engagiert. Die beiden Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page halten beide eine Minderheitsbeteiligung an Google. Google-Mitgründer Larry Page kehrte im April 2011 wieder als CEO an die Firmenspitze zurück.

Zahlen
Für das vergangene zweite Quartal 2013 meldet Google einen Umsatzanstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14,1 Mrd. US-Dollar. Abzüglich etwaiger Provisionen an Werbepartner konnte Google einen Nettoumsatz von 11,1 Mrd. US-Dollar vorweisen, etwa 275 Mio. Dollar weniger als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Meldung gespeichert unter: Alphabet

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