Google will Potential von YouTube heben

Montag, 20. April 2009 13:14
Google - YouTube

(IT-Times) - Der US-Suchmaschinenspezialist Google (Nasdaq: GOOG, WKN: A0B7FY) konnte im jüngsten Quartal dank eines effektiven Kosten-Managements die Gewinnerwartungen der Analysten abermals übertreffen. Auch die operative Gewinnmarge kletterte mit 39,2 Prozent auf ein Rekordniveau.

Obwohl das AdSense-Geschäft um drei Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar schrumpfte, konnte Google seinen Bruttoumsatz um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,5 Mrd. Dollar erhöhen. Das Google-Geschäftsmodell zeigt damit auch inmitten der Wirtschaftskrise seine Tragfähigkeit.

Mit neuen Verbesserungen seiner Suchmaschine und neuen Features wie Display Ads Builder will Google seine Vormachtstellung im Werbe- und Suchmaschinenmarkt auch in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Wettbewerber wie Yahoo und Microsoft bemühen sich zwar um Anschluss, doch der Abstand zwischen Google und seinen Rivalen wird immer größer. So konnte Google im Monat März laut comScore seinen Marktanteil allein in den USA um weitere 0,4 Prozentpunkte auf 63,7 Prozent ausbauen - ein neuer Rekordwert.

Werbung, Micro Payments und Abos sollen YouTube in die Gewinnzone hieven
Dauerbaustelle bleibt allerdings das Videoportal YouTube. Nach Hochrechnungen von Analysten dürfte YouTube im laufenden Jahr einen Verlust von 450 bis 500 Mio. US-Dollar einfahren. Zwar bezeichnete ein YouTube-Sprecher diese Prognosen zuletzt als „faktisch falsch“, es ist allerdings kein Geheimnis, dass das Videoportal nach 2 ½ Jahren nach der Übernahme durch Google weiterhin tiefrote Zahlen schreibt.

Um diese Situation zu ändern, ging Google zuletzt in die Offensive. Durch neue Partnerschaften wie mit Universal Music und weiteren elf Filmstudios will YouTube exklusive Inhalte auf sein Portal holen. Das Videoportal will ganz offensichtlich weg von rein von Nutzern generierten Inhalten und hin zum professionellen Film- und Musikvideo-Portal avancieren.

Damit will YouTube nicht nur noch mehr Nutzer anziehen, sondern vor allem für die Werbeindustrie noch interessanter werden. Diese hielt sich bislang - auch wegen unzureichenden technischen Lösungen - vornehm zurück. Mit dem neuen Dienst Google TV Ads Online soll sich dies in Zukunft ändern.

Daneben hofft Google-Chef Eric Schmidt noch auf eine andere Einnahmequelle. Im Rahmen des Conference Calls mit Analysten, ließ der Google-Chef durchblicken, dass man im zweiten Schritt versuchen werde mit Hilfe von Micro Payments und anderen Gebühren- und Abomodellen das Videoportal stärker zu monetarisieren. Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten, nachdem YouTube-Nutzer gewohnt sind, kostenlos auf Video-, Film- und TV-Clips zuzugreifen...

Kurzportrait
Die Internet-Suchmaschine Google, gegründet im Jahre 1998 und ansässig im kalifornischen Mountain View, gilt als die weltweit meistgenutzte Suchmaschine, wobei das Unternehmen täglich mehr als 200 Mio. Suchanfragen abwickelt.

Google setzt dabei auf einen Algorithmus, der Web-Seiten aufgrund ihrer Popularität an prominenter Stelle listet. Je häufiger andere Web-Seiten auf die entsprechende Seite verlinken, desto höher der Rang in der Ergebnisliste (Pagerank). Google hat seine Suchtechnologie inzwischen an über 100 andere Unternehmen lizenziert. Haupteinnahmequelle ist das Werbeprogramm Google AdWords und das Werbenetzwerk Google AdSense. Über Google AdWords können Firmen Schlüsselwörter buchen, die bei der Suchausgabe den Werbetreibenden an prominenter Stelle als Textlink platzieren. Das Google AdSense-Programm steht Homepage-Betreibern offen, die auf ihren Seiten zielgerichtete Werbung durch Googles AdWords platzieren wollen.

Neben der Suche nach Web-Seiten, lassen sich über Google News auch aktuellste Nachrichten aus über 10.000 Quellen abfragen. Mit Google Image Search können Nutzer auch nach Grafiken, Bildern und Fotos im Web suchen. Mit Google Print will das Unternehmen künftig auch das Durchsuchen ganzer Bücher ermöglichen. Auch über das Handy soll künftig das Suchen per SMS möglich sein.

Mit Google Product Search bietet das Unternehmen einen Preisvergleichsservice und eine Produkt-Suche an. Mit Google Desktop Search will die Suchmaschine auch den Heim-PC der Nutzer erobern, wobei sich dadurch Dateien auf der Festplatte oder Email-Postfächer durchsuchen lassen. Mit Gmail ist das Unternehmen mit einem kostenfreien Email-Webservice am Start, der sich über Werbung finanziert. Mit Google Base stieg das Unternehmen im Herbst 2005 in den Markt für Kleinanzeigen ein. Gleichzeitig kaufte Google den Blogging-Spezialisten Blogger.com. Anfang 2006 schloss Google die Übernahme des Radio-Marketingspezialisten dMarc Broadcasting ab. Ferner beteiligte sich Google mit einer Mrd. Dollar mit fünf Prozent an AOL. Daneben stieg das Unternehmen mit Google Finance in den Finanzbereich ein. Mit Google CheckOut brachte das Unternehmen Mitte 2006 einen eigenen Online-Zahlungsdienst auf den Markt. Mit iGoogle ist das Unternehmen im Markt für personalisierbare Homepages vertreten. Im Herbst 2006 übernahm man schließlich die führende Online-Videoseite YouTube.com für rund 1,6 Mrd. Dollar. 3,1 Mrd. Dollar ließ sich Google im Jahr 2007 die Übernahme des Online-Werbespezialisten DoubleClick kosten. Gleichzeitig kaufte Google eine Reihe weiterer Firmen auf. So wurden mit Panoramio, PeakStream, Zenter, Feedburner, GrandCentral, Postini, ImageAmerica, Zingku, Jaiku und der russischen Begun weitere kleine Zukäufe getätigt. Daneben brachte Google mit Android ein Betriebssystem für Handys auf den Markt.

Die beiden Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page hielten zuletzt beide eine Minderheitsbeteiligung an Google.

Zahlen
Für das vergangene erste Quartal 2009 meldet Google einen Umsatzanstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,5 Mrd. US-Dollar. Abzüglich Provisionen, die an Werbepartner gezahlt wurden, summiert sich der Nettoumsatz auf 4,07 Mrd. Dollar. Der Gewinn zog um neun Prozent auf 1,42 Mrd. Dollar oder auf 4,49 Dollar je Aktie an, nach einem Profit von 1,31 Mrd. Dollar oder 4,12 Dollar je Aktie im Jahr vorher.

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