Google gegen den Rest der Welt

Montag, 2. Juli 2012 13:59
Google Popeye

(IT-Times) - Der US-Suchmaschinenspezialist Google hatte in der Vorwoche im Rahmen der Entwicklerkonferenz Google I/O ein wahres Produktfeuerwerk abgebrannt. Mit dem Nexus 7 Tablet steigt Google in den Tablet PC Markt ein, mit dem Nexus Q stellte Google den weltweit ersten Streaming-Media Player vor. Außerdem präsentierte Google mit Android 4.1 ein neues bzw. überarbeitetes Mobile-Betriebssystem.

Nexus 7 keine Gefahr für den iPad
Eine direkte Gefahr für Apples iPad sehen die meisten Analysten nicht, vielmehr dürfte der Google Tablet eher mit anderen Android-Geräten wie dem Kindle Fire von Amazon.com konkurrieren, glaubt Needham & Co Analyst Kerry Rice. Allerdings hat Android-Entwicklungschef Andy Rubin bereits bestätigt, dass der Nexus 7 Tablet kein Gewinnbringer für Google ist. Das Unternehmen erzielt pro verkauftem Gerät keinen Gewinn, die Gewinnmargen seien gleich null. Das Geld soll über die verkaufte Software (Apps) im Google Play Store kommen, wo Google 30 Prozent der Verkaufserlöse einstreicht.

Rice glaubt allerdings nicht, dass Googles (Nasdaq: GOOG, WKN: A0B7FY) neuer Tablet PC revolutionär genug ist, um signifikant Marktanteile im Tablet PC Markt gewinnen zu können. Zwar bietet der Nexus 7 einige Vorteile wie einen schnelleren Prozessor, einen besseren Akku und eine bessere Auflösung als der Kindle Fire, allerdings dürfte Apple wohl weiter den Tablet PC Markt dominieren, so das Résumé des Analysten. Zudem sei die schwindende Nachfrage nachdem Kindle Fire insgesamt bedenklich für die Nachfrage nach 7-Zoll Tablets.

Nexus Q gilt als zu teuer
Auch vom Nexus Q ist der Needham-Analyst nicht vollends überzeugt. Das Gerät sei in der erster Linie auf Google Play und YouTube zugeschnitten und mit einem Preis von 299 US-Dollar teurer als konkurrierende Produkte von Ruku und Apple, so das Fazit des Analysten.

Zudem dürfte Apple im zweiten Halbjahr 2012 nochmals nachlegen und einen 7 bis 8-Zoll großen Mini-iPad auf den Markt bringen, glaubt Credit Suisse Experte Kulbinder Garcha. Damit dürfte sich die Konkurrenzsituation im Tablet PC Markt weiter verschärfen, zumal Microsoft im Herbst mit dem Surface seinen eigenen Tablet PC Markt an den Start bringen will.

Kurzportrait
Die Internet-Suchmaschine Google, gegründet im Jahre 1998 und ansässig im kalifornischen Mountain View, gilt als die weltweit meistgenutzte Suchmaschine, wobei das Unternehmen täglich mehrere Milliarden Suchanfragen abwickelt. Google setzt dabei auf einen Algorithmus, der Web-Seiten aufgrund ihrer Popularität an prominenter Stelle listet. Je häufiger andere Web-Seiten auf die entsprechende Seite verlinken, desto höher der Rang in der Ergebnisliste (Pagerank). Google hat seine Suchtechnologie inzwischen an mehrere hundert Unternehmen lizenziert. Haupteinnahmequelle ist jedoch das Werbeprogramm Google AdWords und das Werbenetzwerk Google AdSense.

Neben der Suche nach Web-Seiten, lassen sich über Google News auch aktuellste Nachrichten aus über 10.000 Quellen abfragen. Mit Google Image Search können Nutzer auch nach Grafiken, Bildern und Fotos im Web suchen. Mit Google Print bzw. Google Books will das Unternehmen künftig auch das Durchsuchen ganzer Bücher ermöglichen. Auch über das Handy soll künftig das Suchen per SMS möglich sein. Mit Google Product Search bietet das Unternehmen einen Preisvergleichsservice und eine Produkt-Suche an. Mit Google Desktop Search will die Suchmaschine auch den Heim-PC der Nutzer erobern, wobei sich dadurch Dateien auf der Festplatte oder Email-Postfächer durchsuchen lassen.

Mit Gmail ist das Unternehmen mit einem kostenfreien Email-Webservice am Start, der sich über Werbung finanziert. Mit Google Base stieg das Unternehmen im Herbst 2005 in den Markt für Kleinanzeigen ein. Daneben ist das Unternehmen mit Google Finance im Online-Finanzbereich aktiv. Mit Google CheckOut brachte das Unternehmen Mitte 2006 einen eigenen Online-Zahlungsdienst auf den Markt. Seit Mitte 2011 ist Google mit Google+ auch mit einem eigenen Social-Networking-Service am Start.

Mit der Übernahme des Blogging-Spezialisten Blogger.com stieg Google in den Blogging-Markt ein. Mit iGoogle ist das Unternehmen im Markt für personalisierbare Homepages vertreten. Im Herbst 2006 übernahm man schließlich die führende Online-Videoseite YouTube.com. 3,1 Mrd. Dollar ließ sich Google im Jahr 2007 die Übernahme des Online-Werbespezialisten DoubleClick kosten. Gleichzeitig kaufte Google eine ganze Reihe weiterer Firmen auf. So wurden mit Panoramio, PeakStream, Zenter, Feedburner, GrandCentral, Postini, ImageAmerica, Zingku, Jaiku, der russischen Begun, der südkoreanischen Tatter and Company und ReCAPTCHA weitere kleine Zukäufe getätigt. Neben der Social-Suchmaschine Aardvark, wurden mit DocVerse, Picnik.com, On2 Technologies, reMail, AdMob, Invite Media, Ruba, Metaweb, Slide, Angstro und Widevine Technologies weitere Firmen hinzugekauft. Im Frühjahr 2011 erhielt Google zudem grünes Licht für die geplante Übernahme von ITA Software. Im April 2011 schluckte Google mit PushLife ein weiteres Unternehmen. Im August 2011 kaufte Google den US-Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility für 12,5 Mrd. Dollar - die Übernahme wurde im Mai 2012 abgeschlossen. Im Herbst 2011 verstärkte sich Google durch die Übernahme von Zagat.

Zuvor brachte Google mit Android ein offenes Betriebssystem für Smartphones auf den Markt. Mit dem Web-Browser Chrome ist Google inzwischen auch am Browser-Markt engagiert. Die beiden Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page halten beide eine Minderheitsbeteiligung an Google. Google-Mitgründer Larry Page kehrte im April 2011 wieder als CEO an die Firmenspitze zurück.

Zahlen
Für das vergangene erste Quartal 2012 meldet Google einen Umsatzsprung um 24 Prozent auf 10,65 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 8,58 Mrd. Dollar im Vorjahr. Abzüglich Werbeprovisionen an Partnerfirmen verzeichnete Google einen Nettoumsatz von 8,14 Mrd. Dollar. Dabei verdiente Google 2,89 Mrd. Dollar oder 8,75 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 1,8 Mrd. Dollar oder 5,51 Dollar je Anteil im Jahr vorher.

Ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen konnte Google einen Nettogewinn von 10,08 Dollar je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Nettoumsatz von 8,09 Mrd. Dollar und mit einem Nettogewinn von 9,66 Dollar je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Alphabet

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