Google bleibt weiter am Ball

Donnerstag, 10. August 2006 00:00
Google

(IT-Times) Der US-Suchmaschinenmarktführer Google (Nasdaq: GOOG, WKN: A0B7FY) gibt weiter den Takt an. Mit den jüngsten Abkommen mit MySpace.com, der Viacom-Tochter MTV und XM Satellite Radio baut Google seine Präsenz im Werbemarkt weiter aus - die Wettbewerber Yahoo und Microsoft haben das Nachsehen.

Die garantierte Zahlung von 900 Mio. Dollar an den MySpace-Mutterkonzern News Corp bis 2010 mag zwar vergleichsweise hoch anmuten, doch angesichts der steigenden Online-Werbeausgaben dürfte der Deal letztendlich ein Gewinn für Google sein. Das Abkommen wird daher von den meisten Analysten auch positiv bewertet, zumal die Online-Werbeausgaben von 16,7 Mrd. Dollar in diesem Jahr, auf 29,4 Mrd. Dollar im Jahr 2010 anziehen sollen (Quelle: eMarketer).

Google-Chef Eric Schmidt sieht noch keine Grenzen für die Google-Vision und schlägt daher optimistische Töne an. Der Manager verweist dabei auf die Bemühungen des Unternehmens in anderen Bereichen des Werbemarkts weiter Fuß zu fassen. Gleichzeitig adressiere Google zunehmend auch den Internet-basierten Mobilfunkmarkt mit seinen Produkten an. Darüber hinaus werde sich Google verstärkt auch auf internationales Wachstum bzw. auf eine weitere Expansion im Ausland konzentrieren, heißt es.

Marktanteile weiter ausgebaut

Als ein großer Pluspunkt gilt weiterhin die Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Rund 70 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben fließen in die Weiterentwicklung der Suchmaschine und der Platzierung von Werbeanzeigen rund um die Suchergebnisse. Analysten schätzen, dass Google-Nutzer rund 33 Prozent öfter auf Werbeanzeigen klicken, als dies beim Rivalen Yahoo der Fall ist. Mit Hilfe seiner überragenden Technik konnte Google auch im Juni seinen Marktanteil im US-Suchmaschinenmarkt weiter leicht ausbauen. Nach Angaben von Nielsen NetRatings kletterte Googles Marktanteil im US-Suchmaschinenmarkt im Juni auf 49,4 Prozent, nach 49,1 Prozent im Mai.

In Europa ist die Dominanz Googles noch erdrückender. Inzwischen dürfte Google zwei Drittel der weltweit gestellten Suchanfragen abwickeln, schätzen Marktbeobachter. Und es könnte noch schlimmer für Yahoo & Co kommen. Merrill Lynch Analyst Justin Post rechnet damit, dass Google seinen Marktanteil zu Lasten der Konkurrenz in den nächsten Quartalen weiter ausbauen wird. Der Analyst hob nach den jüngsten Entwicklungen sein Kursziel für Google-Anteile auf 500 US-Dollar an.

Kurzportrait

Die Internet-Suchmaschine Google, gegründet im Jahre 1998 und ansässig im kalifornischen Mountain View, gilt als die weltweit meistgenutzte Suchmaschine, wobei das Unternehmen täglich mehr als 200 Mio. Suchanfragen abwickelt.

Google setzt dabei auf einen Algorithmus, der Web-Seiten aufgrund ihrer Popularität an prominenter Stelle listet. Je häufiger andere Web-Seiten auf die entsprechende Seite verlinken, desto höher der Rang in der Ergebnisliste. Google hat seine Suchtechnologie inzwischen an über 100 andere Unternehmen lizenziert. Haupteinnahmequelle ist das Werbeprogramm Google AdWords und das Werbenetzwerk Google AdSense. Über Google AdWords können Firmen Schlüsselwörter buchen, die bei der Suchausgabe den Werbetreibenden an prominenter Stelle als Textlink listen. Das Google AdSense-Programm steht Homepage-Betreibern offen, die auf ihren Seiten zielgerichtete Werbung durch Googles AdWords platzieren wollen. Für besonders populäre Web-Seiten, die mehr als 20 Mio. Seitenaufrufe verzeichnen, bietet Google weitergehende Services an.

Neben der Suche nach Web-Seiten, lassen sich über Google News auch aktuellste Nachrichten aus über 10.000 Quellen abfragen. Mit Google Image Search können Nutzer auch nach Grafiken, Bildern und Fotos im Web suchen. Mit Google Print will das Unternehmen künftig auch das Durchsuchen ganzer Bücher ermöglichen. Auch über das Handy soll künftig das Suchen per SMS möglich sein.

Mit Froogle bietet das Unternehmen einen Preisvergleichsservice und eine Produkt-Suche an. Mit Google Desktop Search will die Suchmaschine auch den Heim-PC der Nutzer erobern, wobei sich dadurch Dateien auf der Festplatte oder Email-Postfächer durchsuchen lassen. Mit Gmail ist das Unternehmen mit einem kostenfreien Email-Webservice am Start, der sich über Werbung finanziert. Mit Google Base stieg das Unternehmen im Herbst 2005 in den Markt für Kleinanzeigen ein. Gleichzeitig kaufte Google den Blogging-Spezialisten Blogger.com.

Anfang 2006 schloss Google die Übernahme des Radio-Marketingspezialisten dMarc Broadcasting ab. Ferner beteiligte sich Google mit einer Mrd. Dollar mit fünf Prozent an AOL. Die Beteiligung an der chinesischen Suchmaschine Baidu.com veräußerte Google jedoch Mitte 2006. Gleichzeitig kaufte Google sein Hauptquartier (Googleplex) im Silicon Valley für 319 Mio. Dollar stieg mit Google Finance in den Finanzbereich ein. Mit Google CheckOut brachte das Unternehmen Mitte 2006 einen eigenen Online-Zahlungsdienst auf den Markt.

Die beiden Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page hielten zuletzt beide eine Minderheitsbeteiligung an Google.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2006 meldete Google einen Umsatzanstieg auf 2,46 Mrd. Dollar, was einem Plus von 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettoumsatz abzüglich Provisionen an Partnerfirmen kletterte auf 1,67 Mrd. Dollar. Insgesamt konnte Google zunächst einen Gewinn von 721,1 Mio. Dollar oder 2,33 Dollar je Aktie erwirtschaften, nach einem Plus von 342,8 Mio. Dollar oder 1,19 Dollar je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das vergangene Quartal ein operativer Gewinn von 2,49 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Nettoumsatz von 1,64 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von lediglich 2,22 Dollar je Anteil gerechnet.

Gleichzeitig investierte Google im jüngsten Quartal in neue Computer und neue Mitarbeiter. So wurden im jüngsten Quartal 1.152 Mitarbeiter eingestellt, so dass die Google-Belegschaft auf 7.942 Beschäftigte wuchs. Insgesamt konnte Google das Quartal mit Barreserven von 9,8 Mrd. Dollar beenden.

Wie Google-Chef Eric Schmidt weiter mitteilt, nahmen Google-Ingenieure im jüngsten Quartal 14 verschiedene Änderungen am Algorithmus der Suchmaschine vor, um Werbebanner noch effektiver in Relevanz zu Inhalten anzuzeigen.

Markt und Wettbewerb

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