Frauen meiden technische Ausbildungen und Studiengänge

Dienstag, 17. Juni 2008 15:07
BITKOM

- Nur 16 Prozent weibliche Studienanfänger in technischen Fächern

- Geringes Interesse der Frauen verschärft den Expertenmangel

- Hochschulen müssen mehr für den weiblichen Nachwuchs tun

Berlin, 17. Juni 2008

Junge Frauen entscheiden sich immer noch viel zu selten für ein Studium oder eine Ausbildung im Hightech-Bereich. Zwar stellten Studienanfängerinnen im Jahr 2007 etwa die Hälfte aller Erstsemester an deutschen Hochschulen. In der technischen Fächergruppe Informatik, Maschinenbau, und Elektrotechnik waren es dagegen nur 16 Prozent. Höhere Frauenanteile erzielen allerdings die Fächer Bauingenieurwesen mit 25 Prozent und Mathematik mit fast 50 Prozent. Alarmierend ist die sinkende Zahl von Mädchen in den IT-Berufen der dualen Berufsausbildung. Der Frauenanteil unter den Ausbildungsanfängern ist seit dem Jahr 2002 von 14 Prozent auf nur noch 9,1 Prozent im Jahr 2007 gesunken, berichtet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). „Die jungen Frauen sollten die Berufschancen im Umfeld moderner Technologien aktiv nutzen, statt den alten Rollenbildern nachzuhängen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer anlässlich der Unterzeichnung des „Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen“ mit Bildungsministerin Annette Schavan in Berlin. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der geringe Frauenanteil verschärft derzeit den Fachkräftemangel in den innovativen Branchen Informationswirtschaft oder Maschinenbau. So gibt es derzeit mehr als 40.000 offene Stellen für IT-Experten und mehr als 90.000 für Ingenieure. Wichtig ist laut Scheer vor allem, mehr interessierte junge Frauen für ein technisches Studium zu begeistern. „Die Hochschulen müssen sich in den technischen Fächern viel stärker um den weiblichen Nachwuchs bemühen“, sagte Scheer. Dazu gehörten Kooperationen mit Schulen, Mentoring-Programme und mehr Stipendien für talentierte Studentinnen. „Hochschulen, die sich in der Nachwuchsarbeit engagieren, sollten finanziell belohnt werden“, sagte Scheer. „Wenn erst die Zahl der Doktorandinnen und Professorinnen ansteigt, wird daraus ein selbsttragender Prozess.“

Die Begeisterung für technische Themen muss aus Sicht der Hightech-Branche aber bereits in der Schule geweckt werden. Vielerorts mangelt es an spezifischen Initiativen für die gezielte Ansprache von Mädchen und jungen Frauen. Der BITKOM plädiert dafür, ab der Sekundarstufe I in den naturwissenschaftlichen Fächern flächendeckend Zusatzangebote für Mädchen anzubieten. Lernprojekte, die speziell für Mädchen angeboten werden, schaffen die Freiräume, in denen Schülerinnen ihren eigenen Zugang zu technischen Themen entwickeln und komplexe Fragestellungen mit Kreativität lösen. Notwendig sei zudem die Einführung eines Pflichtfachs Informatik. Die Erfahrung zeigt: Wer Informatik als Unterrichtsfach hatte, entscheidet sich eher für ein entsprechendes Studium – egal, ob Junge oder Mädchen. 

Ansprechpartner

Maurice Shahd

Pressesprecher

Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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