Flextronics ordnet sich neu

Mittwoch, 24. Mai 2006 00:00

(IT-Times) Nachdem sich der weltgrößte Auftragshersteller Flextronics International (Nasdaq: FLEX<FLEX.NAS>, WKN: 890331<FXI.FSE>) bereits im vergangenen Jahr von seinem Netzwerkservice- und Halbleitergeschäft trennte, verkaufte das in Singapur ansässige Unternehmen jüngst seine Softwareentwicklungseinheit an eine Tochter der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co für rund 900 Mio. Dollar.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Flextronics wird auch nach der Transaktion eine 15%ige Beteiligung an der verkauften Softwaredivision halten. Der Verkauf der Einheit steht im Rahmen der von Flextronics-Chef Michael McNamara ausgegebenen Strategie, die eine Konzentration auf das Kerngeschäft vorsieht. So will Flextronics verstärkt im Bereich Design, Komponentenfertigung, Herstellungsservices und Logistik wachsen, so McNamara. Allein durch die jüngsten Desinvestitionen im Software-, Netzwerk- und Halbleiterbereich werde man voraussichtlich Barmittel in Höhe von 1,1 Mrd. Dollar erzielen können, heißt es weiter. Gleichzeitig dürfte der Deal den Gewinn pro Aktie im laufenden Fiskaljahr 2007, welches im März endet, positiv beeinflussen, so das Unternehmen. Daneben konnte Flextronics seine Nettoverschuldung durch die jüngsten Maßnahmen um 270 auf 597 Mio. Dollar zurückfahren. Die verfügbaren liquiden Mittel stiegen zum Ende des Fiskaljahres 2006 um 129 Mio. Dollar auf eine Mrd. Dollar.

Auch der Transfer der Nortel Calgary-Fertigungseinheiten ist inzwischen abgeschlossen, wie Flextronics Mitte Mai mitteilte. Der Deal ist Teil eines 2-Milliarden-Dollar-Abkommens mit der kanadischen Nortel, welche die Übernahme von Nortel-Operationen in Ottawa, Montreal und im französischen Châteaudun vorsieht. Analysten, wie Bear Stearns Experte Kevin Kessel gehen davon aus, dass das Nortel-Abkommen in Verbindung mit dem Verkauf des Softwaresystemgeschäft zu einem Mehrumsatz von 100 Mio. Dollar im laufenden Juniquartal führen wird.

Kurzportrait

Flextronics International, mit Hauptsitz in Singapur, gilt als die Nummer eins im Bereich der Auftragshersteller in der Halbleiterindustrie. Das Unternehmen fertigt in über 100 Fertigungsfabriken weltweit Halbleiter und ganze Endgeräte für Auftraggeber aus der Hightech-Industrie. So kommen beliebte Geräte, wie die Microsoft-Konsole Xbox aus den Fabriken des Auftragsherstellers Flextronics. Auch Mobilfunktelefone und Handys werden von Auftragsherstellern wie Flextronics gefertigt. Zuletzt verstärkte sich das Unternehmen in diesem Bereich durch die Übernahme von Microcell Group.

Zu den Kunden des Konzerns zählen unter anderem große Namen, wie Ericsson, Nokia, Philips, Cisco Systems und Hewlett-Packard. Vor allem durch Übernahmen baute das Unternehmen seine Marktposition in den vergangenen Jahren weiter aus. So übernahm Flextronics den Konkurrenten DII Group und die Mobilfunksparte des schwedischen Mobilfunkers Ericsson. Sony Ericsson trägt daneben rund 15 Prozent der gesamten Flextronics-Umsatzerlöse. Der Bereich Kommunikationsinfrastruktur trägt 14 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Daneben übernahm Flextronics den Fertigungsspezialisten NatSteel Broadway für 653 Mio. Dollar. Mit dieser Übernahme erweiterte das Unternehmen vor allem seine Fertigungskapazitäten im Süden Chinas. Gleichzeitig will das Unternehmen dadurch sein Produktionsangebot in Sachen Verbraucherelektronik erweitern. Durch die Verlegung von Fertigungskapazitäten nach China und den damit einhergehenden Stellenabbau in anderen Regionen will Flextronics seine Kosten weiter senken. Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms baute Flextronics insgesamt 10.000 Stellen ab. Im Jahr 2004 kaufte Flextronics dann die restlichen Fertigungseinheiten Nortels für rund 700 Mio. Dollar. Im Jahr 2005 übernahm Flextronics dann die Mehrheit am indischen Software- und Telekomspezialisten Hughes Network Systems, wobei kurze später mit FutureSoft ein weiteres indisches Unternehmen zugekauft wurde. Auch der kalifornische Designer Frog Design sowie die indische DeccaNet gehörden inzwischen zum Konzern. Über die Tochter Multek kaufte Flextronics den Elektronik- und Halbleiterspezialisten Sheldahl. Nachdem man sich im Jahr 2005 von seinem Netzwerkservice- Halbleitergeschäft trennte, verkaufte man im Frühjahr 2006 die Softwareentwicklungsdivision für 900 Mio. Dollar an KKR.

Über die Tochter SpinCircuit ist Flextronics auch im Markt für D2M (Design to Manufacturing) vertreten. Die von SpinCircuit angebotenen Services sollen Ingeneure dabei unterstützen, Entwicklungsprozesse in der Halbleiterherstellung zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Neben dem Stammhaus in Singapur ist das Unternehmen in weiteren 28 Ländern weltweit auf vier Kontinenten vertreten.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2006 meldet Flextronics einen leichten Umsatzrückgang auf 3,6 Mrd. US-Dollar, nachdem das Unternehmen im Jahr vorher noch Einnahmen von 3,61 Mrd. Dollar verbuchen konnte.

Der Gewinn brach dabei zunächst um rund die Hälfte auf 42,9 Mio. Dollar oder sieben US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 74,2 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen summierte sich der operative Gewinn zuletzt auf 98 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie, womit Flextronics die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent übertreffen konnte. Allerdings hatte man an der Wall Street im Vorfeld mit Einnahmen von 3,77 Mrd. Dollar gerechnet.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2006 meldet Flextronics einen Umsatzanstieg auf 15,57 Mrd. Dollar sowie einen Gewinn von 141,2 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 339,9 Mio. Dollar oder 58 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

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