First Solar - sind die dunklen Zeiten vorbei? Produktion wieder hochgefahren

Freitag, 3. August 2012 12:54
First Solar

(IT-Times) - Mit einem Kursplus von 21 Prozent gingen First Solar Aktien am Vortag in New York aus dem Handel. Anleger und Investoren fragen sich nunmehr, ob die Krise in der Solarindustrie zu Ende geht.

First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) hatte im jüngsten Quartal einen Umsatzsprung gemeldet und die Gewinnererwartungen der Analysten deutlich in den Schatten stellen können. Der Grund: First Solar hat bislang Solarprojekte von nahezu 2.000-Megawatt an Energieversorger wie NRG, Exelon und MidAmerican Energy verkaufen können.

Projektgeschäft ist profitabler - First Solar will Produktion hochfahren
First Solar Finanzchef Mark Widmar geht davon aus, dass das Projektentwicklungsgeschäft profitabler ist als erwartet. Weitere 900-Megawatt an Solarprojekte sind noch nicht verkauft, bei First Solar geht man jedoch davon aus, dass mindestens zwei Solarprojekte (Maryland und Kalifornien) noch in diesem Jahr verkauft werden können.

Insgesamt sei die Nachfrage nach PV-Projekten derzeit größer als man verkaufen könne, beschreibt First Solar CEO Jim Hughes die aktuelle Situation im Conference Call. Um die höhere Nachfrage bedienen zu können, will First Solar trotz der Überkapazitäten im Markt seine Produktion ausweiten. In diesem Jahr will das Unternehmen Dünnschichtmodule mit einer Leistung von 1.800- bis 1.900-Megawatt herstellen. Im Mai hatte First Solar noch sein Produktionsziel um ein Drittel auf 1.400 bis 1.700-Megawatt zusammengestrichen.

Nachdem der deutsche Fabrik-Standort in Frankfurt/Oder gegen Jahresende schließen soll, will First Solar durch die höhere Auslastung seiner Fabriken auch die Herstellungskosten pro Watt weiter senken. Im jüngsten Quartal kletterten die Produktionskosten wegen Ineffizienzen und geringer Fabrikauslastung auf 0,72 Dollar pro Watt - bei voller Auslastung wären die Produktionskosten um weitere vier Cent auf 0,64 Dollar pro Watt gesunken, heißt es bei First Solar.

Wirkungsgrad soll steigen - Systemkosten sollen auf 1,15 bis 1,20 Dollar pro Watt sinken

Den durchschnittlichen Wirkungsgrad seiner Dünnschichtmodule habe man inzwischen auf 12,6 Prozent steigern können, ein Zuwachs von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Module mit einem höheren Wirkungsgrad (13,1 Prozent) laufen bereits vom Band. Durch weitere Investitionen in Forschung, Entwicklung und Technik sollen der Wirkungsgrad weiter gehoben werden, heißt es bei First Solar. Hierfür hat First Solar eine Kooperation mit der Intermolecular geschlossen, wodurch Forschungsexperimente um bis zu 100-fach beschleunigt werden können. Insgesamt hält First Solar an seinem Ziel fest, die Systemkosten bis 2016 auf 1,15 bis 1,20 Dollar pro Watt senken zu wollen. Dadurch soll sich die Anschaffung von Dünnschichtmodulen auch ohne Subventionen lohnen, so dass ein Return-on-Investment (RoI) auf das investierte Kapital von 13 bis 17 Prozent entstehen soll, heißt es bei First Solar.

Nicht alle Analysten sind allerdings optimistisch, muss First Solar erst noch beweisen, dass man langfristig gegen die Billig-Konkurrenz aus China bestehen kann. Jefferies-Experte Jesse Pichel weist daraufhin, dass die Solarprojekte von First Solar zwar profitabel sind, dies gelte allerdings nur bis nächstes Jahr. Wie die künftige Ertragsentwicklung aussehe, sei ungewiss, so Pichel.

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als einer der weltweit führenden Anbieter. Heute operiert First Solar aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Kosten pro Watt in der Photovoltaik-Industrie. Zudem hat First Solar die Produktionskosten pro Watt unter die magische Marke von einem US-Dollar gedrückt. Daneben ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

First Solar hat mit zwölf Projektentwicklern in Europa langfristige Lieferverträge abgeschlossen. So wird der Großteil der Solarmodule in Ausland exportiert. Großabnehmer sitzen dabei vornehmlich in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar. Im Januar 2011 schluckte First Solar den Spezialisten RayTracker.

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut und seine Produktionskosten auf 75 Cent pro Watt drücken können.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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