First Solar sieht sich neuen Wettbewerbern gegenüber

Montag, 3. Mai 2010 12:57
First Solar

(IT-Times) - Der weltweit führende Dünnschichtsolarspezialist First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) konnte im vergangenen ersten Quartal 2010 die Gewinnerwartungen der Analysten spürbar übertreffen, nachdem die Nachfrage nach Solarmodulen wieder anzog.

First Solar gilt in der Branche weiterhin als Kostenführer und kann damit seine Kostenvorteile voll ausspielen und seine Dünnschichtmodule entsprechend günstig am Markt anbieten. Auch im jüngsten Quartal konnte First Solar seine Produktionskosten weiter senken und auf 0,81 US-Dollar pro Watt drücken - ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich der Wirkungsgrad der von First Solar vertriebenen Module um 2/10 auf nunmehr 11,1 Prozent.

Darüber hinaus sieht sich First Solar mit dem Ausbau seiner Fabriken in Malaysia auf Kurs. Die neuen Produktionslinien sollen im ersten Halbjahr 2011 an den Start gehen. Zudem hat der Verwaltungsrat grünes Licht für eine weitere Produktionsfabrik mit vier weiteren Produktionslinien gegeben. Diese soll im vierten Quartal 2011 seinen Betrieb aufnehmen.

Neben dem Produktionsausbau hat First Solar auch seine Projekt-Pipeline weiter verstärkt und den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power übernommen. Der Zukauf bedeutet nichts anderes, als dass die beiden Anbieter mit den größten Projekt-Pipelines (First Solar: 1,4 Gigawatt, NextLight: 1,3 Gigawatt) fusionieren. Durch diesen Schachzug distanziert First Solar gleichzeitig seine Konkurrenten, denn das Unternehmen verfügt nunmehr über eine Projekt-Pipeline, die um das Siebenfache größer ist, als das des nächsten Wettbewerbers.

GE will im Dünnschichtmarkt Fuß fassen
Allerdings wird First Solar bald nicht mehr der einzige große Dünnschichtsolarhersteller sein. Bereits Mitte März hat General Electric (GE) angekündigt, im großen Stil in den Dünnschichtmarkt einsteigen zu wollen. Ein Forschungs- und Entwicklungsteam soll gemeinsam mit PrimeStar Solar entsprechende Cadmium Tellurid-basierte Solarzellen entwickeln und vermarkten. Marktbeobachter trauen GE aufgrund der finanziellen Mittel und Personal-Ressourcen zu, zu einem zweiten großen Dünnschichtsolaranbieter aufzusteigen.

Daneben hat sich auch der deutsche Zell-Marktführer Q-Cells in den Dünnschicht-Markt vorgewagt und im Herbst vergangenen Jahres bereits ein neues Dünnschicht-Modul präsentiert, welches mit einem Wirkungsgrad von 12 Prozent aufwarten kann. Mit den beiden Mitstreitern Q-Cells und GE dürfte sich der Wettbewerb im Dünnschichtmarkt weiter intensivieren, wodurch zwischen den einzelnen Branchengiganten mittel- bis langfristig ein Verdrängungswettbewerb einsetzen könnte…

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als einer der weltweit führenden Anbieter.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So hat First Solar im Jahr 2008 die niedrigsten Kosten pro hergestelltem Watt in der Photovoltaic-Industrie erzielt und die Produktionskosten pro Watt unter die magische Marke von einem US-Dollar gedrückt. Zudem ist CdTel für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

First Solar hat mit 12 Projektentwicklern in Europa langfristige Lieferverträge abgeschlossen. So wird der Großteil der Solarmodule in Ausland exportiert. Großabnehmer sitzen dabei vornehmlich in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar.

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet First Solar einen Umsatzsprung auf 568 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn legte dabei auf 172,3 Mio. US-Dollar oder 2,00 US-Dollar zu, nach einem Profit von 164,6 Mio. Dollar oder 1,99 Dollar je Aktie in der Vorjahresperiode.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte First Solar die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit einem Profit von 1,63 Dollar je Aktie und mit Einnahmen von 540 Mio. Dollar gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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