First Solar hofft nach Übernahme auf Fortschritte in der CdTe-Technik

Wirkungsgrad bei Dünnschichtmodulen soll steigen

Montag, 14. Oktober 2013 13:50
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(IT-Times) - Der US-Dünnschichtsolarspezialist First Solar hat erst vor wenigen Tagen das fünftmillionste Dünnschichtmodul (CdTe) im Rahmen der Topaz Solarfarm in San Luis/Kalifornien verbaut. Dies zeigt, dass CdTe-Module (Cadmium Telluride Module) trotz des niedrigeren Wirkungsgrads durchaus eine Zukunft neben traditionellen Silizium-basierten Solarmodulen haben.

Vor allem die Nachteile beim Wirkungsgrad will First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) in den nächsten Jahren wettmachen. Während Dünnschichtmodule zuletzt Wirkungsgrade von 11 bis 12 Prozent aufwiesen, weisen Silizium-basierte Spitzenmodule bereits Wirkungsgrade von 20,5 Prozent auf.

Um in Sachen Wirkungsgrad aufzuholen hatte First Solar im August das Dünnschicht-Solargeschäft inklusive Technik-Assets von General Electric (GE) für rund 82 Mio. US-Dollar erworben. GE steigt damit gleichzeitig zu einem der größten Einzelaktionäre von First Solar auf, hält der US-Industriekonzern nunmehr 1,75 Millionen Aktien.

Übernahme soll CdTe-Technik weiter voran bringen
Ein Grund für die Übernahme war unter anderem der Wirkungsgradrekord, den GE bei CeTe-Modulen hält. Durch seine Forschungstätigkeit hat GE eine 10-Zell-Technik mit einem Wirkungsgrad von 19,6 Prozent entwickelt und damit den bisherigen Wirkungsgradrekord von First Solar eingestellt, der bei 18,7 Prozent lag.

Mit dem Zukauf gelangt First Solar gleichzeitig auch in den Besitz eines 450 Patente umfassenden Patentportfolios und entsprechender Patentanträge, womit First Solar praktisch sein Patentportfolio verdoppelt.

Mit der Übernahme hofft First Solar die Entwicklung von hocheffizienten Dünnschichtmodulen mit einem höheren Wirkungsgrad beschleunigen zu können. Darüber hinaus werden GE Global Research und das Forschungsteam von First Solar auch bei der Entwicklung künftiger CeTe-Techniken zusammenarbeiten.

First Solar will in Südafrika stärker Fuß fassen
Daneben will First Solar in Südafrika stärker Fuß fassen. First Solar hat sich bislang als Projektentwickler in Südafrika zurückgehalten und an den ersten zwei Bieterrunden im Rahmen des Erneuerbaren Energieprogramms um PV-Projekte nicht teilgenommen.

Im Rahmen der dritten Bieterrunde will auch First Solar um PV-Projekte mitbieten. Die Gewinner der einzelnen Projekte sollen im Oktober bekannt gegeben werden. Bislang hatten stets Konkurrenten wie JinkoSolar und Hangwha SolarOne in Südafrika größere PV-Projekte an Land gezogen. First Solar hatte Ende 2012 eine eigene Niederlassung in Kapstadt ins Leben gerufen, um das Geschäft in Südafrika zu erschließen.

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als führend. Heute operiert First Solar aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Kosten pro Watt in der Photovoltaik-Industrie. Daneben ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

Großabnehmer von First Solar Produkten sitzen dabei auch in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar. Im Januar 2011 schluckte First Solar den Spezialisten RayTracker. Im Januar 2013 kaufte First Solar den Solarspezialisten Solar Chile sowie das Solar-Startup TetraSun. Mitte 2013 kaufte First Solar das Solarmodul-Geschäft inklusive Technik-Assets von General Electric (GE).

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut und seine Produktionskosten auf 75 Cent pro Watt drücken können.

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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