First Solar hofft aufs zweite Halbjahr - neuer Wirkungsgradrekord bei CdTe-Zellen

Montag, 8. August 2011 13:15
First Solar

(IT-Times) - Der US-Solarkonzern First Solar hat im vergangenen zweiten Quartal die Gewinnerwartungen des Marktes klar verfehlt. Trotz Schuldenkrise und Preisverfall glaubt First Solar Chef Rob Gillette noch an eine Erholung im zweiten Halbjahr.

Hintergrund der schwachen Quartalsergebnisse waren Unsicherheiten im Bezug auf mögliche weitere Förderkürzungen in Ländern wie Frankreich, Deutschland und Italien. Diese Unsicherheit dürften aber im zweiten Quartal verfliegen, bei First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) erwartet man daher im Systemgeschäft ein "signifikant besseres" Ergebnis, zumal der Solarmarkt insgesamt weiter auf Wachstumskurs bleiben dürfte.

Marktforscher erwarten Wachstum bei PV-Installationen - Branchenumsatz wird aber stagnieren
Für das Jahr 2011 erwarten Marktforscher aus dem Hause IHS iSuppli einen Zuwachs bei den Solar-Installationen von 21 Prozent auf weltweit 21,2 Gigawatt. Aufgrund des anhaltenden Preisverfalls wird dieses Wachstum den Herstellern allerdings nicht viel nützen - umsetzen wird die Branche in diesem Jahr deswegen auch nicht mehr, glauben die Analysten.

Daher setzen Hersteller wie First Solar auf Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und Kostensenkungen. Die Produktionskosten pro Watt verharrten allerdings im zweiten Quartal bei 0,75 Dollar, jedoch betrugen die Kernkosten in den First Solar Fabriken in Malaysia nur 0,69 Dollar pro Watt.

First Solar meldet neuen Wirkungsgradrekord bei CdTE-Zellen
Daneben setzt First Solar alles daran, den Wirkungsgrad seiner Solarmodule weiter zu heben. Nachdem die Dünnschichtmodule im Vorjahr im Schnitt einen Wirkungsgrad von 11,1 Prozent aufwiesen, kletterte dieser im ersten Quartal 2011 auf 11,7 Prozent - bis Ende 2014 will First Solar einen Wirkungsgrad von 13,5 bis 14,5 Prozent erreichen.

Zudem meldet First Solar einen neuen Wirkungsgradrekord bei einem Pilotprojekt. Bei einer Versuchsanlage konnte man mit CdTe-basierten Solarzellen einen Wirkungsgrad von 17,3 Prozent erreichen, so das Unternehmen. Damit will das Unternehmen den Abstand zu Sillizium-basierten Produkten weiter schließen, die bereits heute schon diese Wirkungsgrade erreichen.

First Solar hofft auf Schwellenmärkte
Ferner hofft man bei First Solar auf weiteres Wachstum in neuen Märkten. Fokussieren wolle man sich auf Schwellenmärkte wie Indien, aber auch aus Thailand und Indonesien würden vielversprechende Signale kommen, heißt es aus dem Unternehmen.

Während der indische Markt in diesem Jahr bereits ein Volumen von mehr als 200 Megawatt erreichen dürfte, sieht First Solar Chef Rob Gillette auch im Mittleren Osten einen Markt mit mehreren hundert Megawatt...

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als einer der weltweit führenden Anbieter.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Kosten pro Watt in der Photovoltaik-Industrie. Zudem hat First Solar die Produktionskosten pro Watt unter die magische Marke von einem US-Dollar gedrückt. Zudem ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

First Solar hat mit zwölf Projektentwicklern in Europa langfristige Lieferverträge abgeschlossen. So wird der Großteil der Solarmodule in Ausland exportiert. Großabnehmer sitzen dabei vornehmlich in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar.

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut und seine Produktionskosten auf 75 Cent pro Watt drücken können.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet First Solar einen Umsatzeinbruch auf 533 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 588 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn brach im jüngsten Quartal auf 61 Mio. US-Dollar 0,70 Dollar je Aktie ein, nach einem Profit von 159 Mio. Dollar oder 1,84 Dollar im Vorjahreszeitraum.

Mit den vorgelegten Zahlen verfehlte First Solar die Markterwartungen deutlich. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit Einnahmen von 583,4 Mio. Dollar sowie mit einem Profit von 92 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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