Facebook - The Social Network Bubble?

Dienstag, 29. Mai 2012 14:02
Facebook Unternehmenslogo

(IT-Times) - Facebook-Aktien fielen zuletzt deutlich unter dem Ausgabepreis von 38 US-Dollar. Investoren und Anleger fragen sich nunmehr, ob der richtige Zeitpunkt zum Einstieg schon gekommen ist, oder ob die Talfahrt weitergeht. Im Analystenlager ist man sich uneinig, was die Zukunftschancen von Facebook angeht.

Insbesondere das Geschäftsmodell von Facebook steht bei institutionellen Investoren immer wieder in der Kritik. Zum einen sorgen Datenschutzprobleme immer wieder für negative Schlagzeilen, zum anderen erwirtschaftet Facebook mehr als 80 Prozent seiner Umsatzerlöse durch Online-Werbung. Ob Online-Werbung auf Facebook (Nasdaq: FB, WKN: A1JWVX) wirklich effektiv ist und Sinn macht, darüber streiten sich die Experten.

Facebook-Werbung gilt als uneffektiv
Wie eine jüngste Umfrage von Greenlight unter Facebook-Nutzern ans Licht brachte, werden 44 Prozent und damit fast die Hälfte der Facebook-Mitglieder "nie" auf Werbung bzw. bezahlte Links klicken. Lediglich drei Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig auf Werbung zu klicken. Zehn Prozent gaben dabei an, relativ oft auf Facebook-Werbung zu klicken.

Wie aussagekräftig solche Umfragen sind, darüber lässt sich streiten. General Motors (GM) hat jedenfalls für sich entschieden, dass Facebook-Werbung nicht lohnenswert ist. Der Autohersteller zieht sein Werbebudget von immerhin zehn Mio. Dollar auf Facebook ab. Wäre GM nicht einer der größten Werbetreibenden in den USA, wäre die Meldung kaum aufgefallen. So jedoch könnte von der Maßnahme Signalwirkung ausgehen, dem weitere große Unternehmen folgen könnten.

Eine unabhängige Analyse von mehr als 11.000 Facebook-Kampagnen hat eine Click-Throuh-Rate (CTR) von 0,051 Prozent ergeben, was im Vergleich zum Google Werbenetz (CTR von 0,4 Prozent) unterirdisch ist, wie der Branchendienst ITWeb berichtet.

Facebook sucht nach neuen Umsatzquellen - Mobile-Bereich im Visier
Capstone Investment Analyst Rory Maher glaubt daher, dass Facebook neue Umsatzquellen jenseits des Kerngeschäfts mit Werbeanzeigen erschließen muss, will das Unternehmen weiter wachsen. Zwar sei Facebook ein "gutes Unternehmen", jedoch bereits fair bewertet, glaubt der Analyst, der Facebook-Aktien mit "halten" einstuft.

Marktbeobachter glauben daher, dass Facebook verstärkt versuchen wird, im Mobile-Bereich zu expandieren. In diese Strategie passen der jüngste Zukauf von Instagram für eine Mrd. Dollar sowie Gerüchte über ein eigenes Facebook Smartphone.

Kurzportrait

Die im Jahre 2004 gegründete und im kalifornischen Menlo Park ansässige Facebook gilt mit über 900 Millionen registrierten Nutzern als das weltweit führende Social-Networking-Portal. Das Unternehmen betreibt eine Online-Plattform und stellt entsprechende Tools bereit, damit Nutzer mit Familienmitgliedern und Freunden jederzeit in Kontakt bleiben können.

Im September 2011 brachte Facebook mit Timeline eine erweiterte Version von Facebook Profile an den Start. Timeline erlaubt Nutzern ihr Profil sowie ihre Aktivitäten zu organisieren und mit anderen Nutzern zu teilen. Nutzer können dabei wählen, welche Informationen in der Timeline mit anderen Nutzern geteilt werden.

Der Facebook Newsfeed ist das Hauptfeature innerhalb des Facebok-Profils, erhält der Nutzer damit stets aktuelle Informationen über Storys von Freunden, sowie anderen Quellen. Der Facebook Newsfeed beinhaltet sowohl Postings wie auch Fotos und Event-Updates, App-Updates und andere Aktivitäten. Jeder Nutzer kann seinen Newsfeed personalisieren, so dass jeder Anwender die Nachrichten erhält, die seiner Interessenslage entsprechen.

Zudem fungiert Facebook auch als Foto-Sharing-Service. Nutzer können eine unbegrenzte Anzahl von Fotos hochladen und mit Freunden teilen. Gleiches gilt auch für Videos. Über Facebook Events können Nutzer Feiern und andere Veranstaltungen organisieren und Einladungen verwalten. Über Facebook Places können Nutzer ihren Standort mit Freunden teilen und selbst sehen, wo sich Freunde oder Familienmitglieder gerade befinden. Entwickler können die Facebook-Plattform dazu nutzen, um Anwendungen zu entwickeln, um damit weitere Kundenschichten zu erreichen. Zudem bietet Facebook eine Reihe von Tools und ein API, so dass Entwickler ihre eigenen Social-Apps entwickeln können. Anfang 2012 waren mehr als neun Millionen Apps und Webseiten mit Facebook direkt verknüpft. Daneben bietet Facebook auch eine Online-Zahlungssystem (Facebook Credits) an, wodurch Entwickler sicher Zahlungen von Nutzern erhalten können. Anfang 2012 verstärkte sich Facebook durch die Übernahme des Foto-Sharing-Tools Instagram für eine Mrd. Dollar. Später wurde die Design-Agentur Polt Peters aufgekauft.

Facebook erzielte bislang den Großteil seiner Erlöse durch Online-Werbeeinahmen. Eine weitere Einnahmequelle sind Social-Games. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kontrolliert auch nachdem IPO weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte bei Facebook.

Zahlen

Wie aus den S-1 Unterlagen hervorgeht, hat das Unternehmen im ersten Quartal 2012 einen Umsatz von 1,06 Mrd. US-Dollar erzielt, was einen Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei konnte Facebook einen Nettogewinn von 205 Mio. Dollar einfahren.

Meldung gespeichert unter: Social Networks

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