Facebook leidet unter Kostenexplosion

Social-Networking

Montag, 4. Februar 2013 14:09
Facebook Unternehmenslogo

(IT-Times) - Das Social-Networking-Portal Facebook konnte zuletzt zwar mit einem kräftigen Umsatzzuwachs glänzen, dennoch präsentieren sich die Aktien nach den jüngsten Höhenflug in New York deutlich leichter.

Der Grund: Zwar hat Facebook seine Einnahmen aus dem Geschäft mit Mobile-Werbung auf 306 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorquartal verdoppeln können, allerdings kletterten auch die Kosten kräftig. Der Gewinn brach im jüngsten Quartal um 79 Prozent ein, nachdem die Kosten um 67 Prozent auf 849 Mio. US-Dollar in die Höhe schnellten.

Steigende Kosten lassen die Gewinnmarge einbrechen
19 Prozent dieser Ausgaben flossen dabei in den Bereich Forschung und Entwicklung, nach dem Facebook (Nasdaq: FB, WKN: A1JWVX) in den vergangenen Monaten und Quartalen neue Produkte wie die Facebook Exchange oder Facebook Gifts entwickelte. Insbesondere bei der Echtzeit-Werbeplattform Facebook Exchange scheinen sich die Investitionen auszuzahlen - die Plattform verzeichnet bereits über 1.300 Kunden.

Dennoch haben die Investitionen auch ihre Schattenseiten. So brach die operative Gewinnmarge zuletzt auf 46 Prozent ein, nach 55 Prozent im Jahr vorher. Auch in 2013 dürften die Investitionsausgaben weiter steigen.

2013: Kosten steigen schneller als der Umsatz
Nach Facebook-Aussagen werden die Investitionen (ausgenommen etwaiger Aktien-basierter Kompensationen) um 50 Prozent in 2013 zulegen. Damit dürften die Kosten in 2013 voraussichtlich auf 1,4 Mrd. US-Dollar klettern.

Analysten wie Wedbush Morgan Experte Michael Pachter sehen dies als Belastung für den Aktienkurs. Facebook müsse seinen Umsatz in 2013 um 28 Prozent steigern, nur um den Nettogewinn stabil halten zu können, so Pachter gegenüber dem Branchendienst CNET.

Damit scheint klar: Die Kosten von Facebook werden in diesem Jahr schneller wachsen als der Umsatz. Facebook muss neue Produkte entwickeln, um seine Nutzerbasis, insbesondere im Mobile-Bereich, stärker zu monetarisieren. Insgesamt sehen Analysten wie Piper Jaffray Experte Gene Munster die Zukunft von Facebook im mobilen Internet. Nachdem bereits 680 Millionen Facebooker die Plattform über das Smartphone nutzen, scheint der Social-Networking-Gigant zumindest im Mobile-Segment weiter auf Kurs.

Kurzportrait

Die im Jahre 2004 gegründete und im kalifornischen Menlo Park ansässige Facebook gilt mit über eine Milliarde registrierte Nutzer als das weltweit führende Social-Networking-Portal. Das Unternehmen betreibt eine Online-Plattform und stellt entsprechende Tools bereit, damit Nutzer mit Familienmitgliedern und Freunden jederzeit in Kontakt bleiben können.

Im September 2011 brachte Facebook mit Timeline eine erweiterte Version von Facebook Profile an den Start. Timeline erlaubt Nutzern ihr Profil sowie ihre Aktivitäten zu organisieren und mit anderen Nutzern zu teilen. Nutzer können dabei wählen, welche Informationen in der Timeline mit anderen Nutzern geteilt werden.

Der Facebook Newsfeed ist das Hauptfeature innerhalb des Facebok-Profils, erhält der Nutzer damit stets aktuelle Informationen über Storys von Freunden, sowie anderen Quellen. Der Facebook Newsfeed beinhaltet sowohl Postings wie auch Fotos und Event-Updates, App-Updates und andere Aktivitäten. Jeder Nutzer kann seinen Newsfeed personalisieren, so dass jeder Anwender die Nachrichten erhält, die seiner Interessenslage entsprechen.

Zudem fungiert Facebook auch als Foto-Sharing-Service. Nutzer können eine unbegrenzte Anzahl von Fotos hochladen und mit Freunden teilen. Gleiches gilt auch für Videos. Über Facebook Events können Nutzer Feiern und andere Veranstaltungen organisieren und Einladungen verwalten. Über Facebook Places können Nutzer ihren Standort mit Freunden teilen und selbst sehen, wo sich Freunde oder Familienmitglieder gerade befinden. Entwickler können die Facebook-Plattform dazu nutzen, um Anwendungen zu entwickeln, um damit weitere Kundenschichten zu erreichen. Zudem bietet Facebook eine Reihe von Tools und ein API, so dass Entwickler ihre eigenen Social-Apps entwickeln können. Anfang 2012 waren mehr als neun Millionen Apps und Webseiten mit Facebook direkt verknüpft. Anfang 2012 verstärkte sich Facebook durch die Übernahme des Foto-Sharing-Tools Instagram für eine Mrd. Dollar. Später wurde die Design-Agentur Polt Peters aufgekauft.

Facebook erzielte bislang den Großteil seiner Erlöse durch Online-Werbeeinahmen. Eine weitere Einnahmequelle sind Social-Games. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kontrolliert auch nachdem IPO weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte bei Facebook.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Facebook einen Umsatzsprung um 40 Prozent auf 1,59 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 1,13 Mrd. US-Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn brach dabei allerdings zunächst um 79 Prozent auf 302 Mio. US-Dollar oder 14 US-Cent je Aktie ein, nachdem der Internetgigant im Jahr vorher noch einen Profit von 360 Mio. US-Dollar realisieren konnte.

Meldung gespeichert unter: Facebook

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