Ericsson kauft weiter ein

Freitag, 8. Juni 2007 00:00

(IT-Times) Nachdem sich der schwedische Telekom- und Mobilfunkausrüster LM Ericsson (Nasdaq: ERIC, WKN: 850001) Ende 2006 für 2,1 Mrd. Dollar den US-Netzwerkspezialisten Redback Networks einverleibte und mit Tandberg und Entrisphere weitere Zukäufe getätigt wurden, folgte nunmehr ein weiterer Doppelschlag. Mit der deutschen LHS AG übernahm man für rund 310 Mio. Dollar einen deutschen Softwarehersteller, der sich auf Zahlungs- und Abrechnungslösungen spezialisiert hat.

Hintergedanke ist die zunehmende Konvergenz von Zahlungs- und Abrechnungslösungen, die von immer mehr Netzbetreibern nachgefragt wird. Durch die Übernahme von LHS steigt Ericsson zu einem der führenden Anbieter in diesem Bereich auf, wobei die Schweden gleichzeitig auch ihr Lösungsangebot im Multimedia-Bereich stärken.

Ericsson setzt auf Multimedia

Nur wenige Tage nach der Übernahme von LHS AG schlug Ericsson erneut zu und übernahm den schwedischen Plattformspezialisten Drutt Corporation. Drutt bezeichnet sich selbst als weltweit führender Anbieter im Bereich Mobile Service Delivery Plattform (MSDP) Lösungen und betreut dabei namhafte Kunden wie Vodafone, T-Mobile, mobilkom austria, vodakom, China Unicom und TeliaSonera. Mit der Übernahme von Drutt will Ericsson zu einem führenden Anbieter im Multimedia-Bereich aufsteigen. Die von Drutt angebotenen Lösungen helfen unter anderen Mobilfunk-Netzbetreibern mobile Inhalte jeglicher Form über jedes Mobilfunknetz abzurechnen.

Drutt-Lösungen sind nach Firmenangaben bereits bei mehr als 60 Telekombetreibern in 35 verschiedenen Ländern im Einsatz, wobei über die Plattform täglich mehrere Millionen Transaktionen abgewickelt werden. Durch die Übernahme von Tandberg und Drutt sieht sich Ericsson nunmehr in der Lage, sowohl IPTV- als auch Multimedia-Lösungen aus einer Hand anzubieten.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1918 und ansässig im schwedischen Stockholm, bietet LM Ericsson Telephone Company (Ericsson) Mobilfunk- und Kommunikationsservices weltweit an. Der Konzern ist im Wesentlichen in drei Hauptgeschäftsbereiche strukturiert. Der Bereich Systeme umfasst dabei die Segmente Mobile Networks, Fixed Networks und Professional Services. Der Bereich Phones deckt das Vertriebsgeschäft mit Mobiltelefonen an Endnutzern ab. Der Bereich andere Operationen (other Operations) umfasst eine Reihe von Einheiten, darunter die Divisionen Ericsson Mobile Platforms, Network Technologies, Enterprise und Power Modules.

Über das 50:50 Joint Venture Sony Ericsson stellen die Schweden Mobilfunktelefone her. In China ist Ericsson unter anderem mit dem Joint Venture Nanjing Ericsson Panda Communications Company präsent. Über den Geschäftsbereich Systems vermarktet Ericsson Infrastruktur-Lösungen wie GSM- und WCDMA-Systeme. Transport- und andere Hardwaresysteme ergänzen diesen Geschäftsbereich. Im Geschäftssegment Mobile Networks vermarktet Ericsson Mobilfunklösungen. Dabei bietet Ericsson nicht nur 2G-, 2,5G- und 3G-Mobilfunklösungen an, sondern auch Upgrade-Systeme, die es erlauben, die vorhandenen Ressourcen und Infrastrukturen optimal zu nutzen. Der Geschäftsbereich Fixed Networks umfasst das Geschäft mit traditionellen Festnetzanbietern. Ericsson bietet dabei umfassende Multi-Serviceplattformen, wie seine AXE- und ENGINE-Lösungen an, wobei das AXE-System inzwischen in mehr als 135 Ländern weltweit eingesetzt wird.

In den letzten Jahren kaufte Ericsson verstärkt zu. So wurde im Jahr 2005 der schwedische Systemintegrator Teleca OSS AB übernommen. Ende 2006 verstärkte sich Ericsson im Netzwerkbereich durch die Übernahme der amerikanischen Redback Networks, wobei auch die Firmen Tandberg und Entrisphere übernommen wurden. Mitte 2007 übernahm Ericsson den deutschen Softwareanbieter LHS AG. Gleichzeitig wurde der Plattform-Provider Drutt Coporation übernommen.

Unter dem Geschäftsbereich Professional Services fasst Ericsson die Bereiche Wartung und Beratung zusammen. Auch die Integration und das Management von Services gehören zu diesem Aufgabenbereich. Daneben lizenziert Ericsson auch Bluetooth-Technologie an andere Hersteller. WLAN-Technik und mobile Intranet-Lösungen sollen das mobile Büro Wirklichkeit werden lassen. Der schwedische Mobilfunker wurde in der Vergangenheit mehrheitlich von der Wallenberg-Familie, sowie von Industrivärden kontrolliert.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldete Ericsson einen Umsatzanstieg auf 42,2 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), ein Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hintergrund war eine starke Nachfrage in Asien - hier wuchsen die Erlöse um 36 Prozent. Das Nordamerika-Geschäft schwächelte hingegen und brach um 41 Prozent ein.

Der Gewinn hingegen stieg auf 5,8 Mrd. Kronen bzw. 862 Mio. Dollar oder 0,37 Kronen je Aktie (0,05 Dollar je Aktie), ein Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Plus von 4,6 Mrd. Kronen im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein Nettogewinn von 53 US-Cent je ADR-Aktie, womit Ericsson die Erwartungen der Analysten um einen Cent übertreffen konnte.

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