Electronic Arts - neues Spiel, neues Glück

Montag, 6. Februar 2006 12:53

(IT-Times) Der weltgrößte PC- und Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS<ERTS.NAS>, WKN: 878372<ERT.FSE>) muss nach einem enttäuschenden vierten Quartal eingestehen, das man das Verhalten der Konsumenten unterschätzt hatte. Spieleenthusiasten würden vielmehr das Ganze Geschehen von der Seitenlinie aus beobachten, aber keine neuen Spiele anschaffen, so das Fazit von EA-Finanzchef Warren Jenson.

Hintergrund ist der bevorstehende Wechsel auf die neue Konsolengeneration. Während Microsoft seine Xbox 360 erst Ende 2005 auf den Markt brachte, erwartet der Markt gespannt auf das Debüt von Nintendos und Sonys neuer Spielkonsole. Susquehanna-Analyst Jason Craft gibt allerdings das Kalenderjahr 2006 bereits verloren. „Wir blicken bereits auf das Kalenderjahr 2007, wenn sich das Wachstum besser einschätzen lässt“. „Investoren müssen möglicherweise das Kalenderjahr 2006 abschreiben“, ist Craft wenig optimistisch.

Mobilfunkspiele und Asien im Vordergrund

Tatsächlich bereitet sich EA auf ein eher verhaltenes Geschäft vor. Im Rahmen einer Neukonzentration will das Unternehmen rund fünf Prozent seiner weltweiten Belegschaft streichen. Neue Prioritäten sollen gesetzt werden. Neben dem Wachstum im Mobilfunkgeschäft will man vor allem in Asien stärker Fuß fassen. Mit der Übernahme des Mobilfunk-Spielentwicklers Jamdat Mobile Ende vergangenen Jahres hat man bereits erste Akzente gesetzt. Mit einem Schlag hat sich EA damit auch im Mobilfunkbereich an die Spitze des Marktes katapultiert.

Obwohl die Umsätze in Asien zuletzt um sieben Prozent anzogen, sieht es in diesem Wirtschaftsraum nicht ganz so gut aus für EA. In vielen asiatischen Ländern finden vor allem Online-Rollenspiele großen Anklang. Mit „Ultima Online“ war zwar EA einer der Pioniere in diesem Marktsegment, heute dominieren aber vor allem südkoreanische Firmen den Markt. Einzig und allein die Vivendi-Tochter Blizzard konnte mit „World of Warcraft“ die Dominanz der Asiaten brechen. EA spielt in diesem Bereich derzeit (noch) keine große Rolle. Doch mit den zur Verfügung stehenden Barreserven von mehr als 2,5 Mrd. Dollar scheint auch dieser Rückstand durch Zukäufe aufholbar…

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet sowohl für den PC, als auch für Sonys PlayStation, Nintendos Gameboy und GameCub, als auch für Microsofts Xbox entsprechende Spiele an. Vor allem durch legendäre Titel, wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Marken EA Sports, EA Games, sowie unter den übernommen Marken Origin, DreamWorks Interactiv, Black Box Games und Maxis. Zuletzt beteiligte sich das Unternehmen an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions, welches Ende 2004 vollständig übernommen wurde. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. für insgesamt 680 Mio. US-Dollar.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit nahezu 20 Prozent des gesamten Umsatzvolumens von EA. Vor allem das Geschäft mit Spielehits für die Sony-Konsolen PlayStation und PlayStation 2 gilt als Umsatzbringer der Spielschmiede aus Redmond. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services, wie das 3D-Adventure Ultima Online ergänzen das EA-Portfolio. Der kostenpflichtige Dienst und Gaming-Server Ultima Online wird immer wieder als Musterbeispiel für einen kostenpflichtigen Service im Internet herangezogen.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spiel-Plattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Spielgemeinschaft, über die sich Nutzer gemeinsam austauschen und kostenlos Online-Spiele herunterladen und an Gewinnspielen teilnehmen können. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von America Online. Insgesamt präsentiert sich EA heute als der marktführende Spielanbieter weltweit mit 3.500 Mitarbeitern in über 33 Niederlassungen.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet EA einen Umsatzrückgang auf 1,27 Mrd. US-Dollar, ein Minus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei erwirtschaftete der Spielentwickler einen Gewinn von 259 Mio. Dollar oder 83 US-Cent je Aktie, was einem Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein operativer Gewinn von 268 Mio. Dollar oder 86 US-Cent je Aktie, nach einem operativen Plus von 391 Mio. Dollar oder 1,23 Dollar je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen verfehlte EA die Erwartungen der Analysten deutlich, welche im Vorfeld mit Einnahmen von 1,26 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 90 US-Cent je Aktie kalkuliert hatten.

Um sich auf neue Spielkonsolen aus dem Hause Nintendo und Sony vorzubereiten, will Electronic Arts weiterhin investieren. Die Investmentphase sei noch nicht vorüber, so EA-Finanzchef Warren Jenson. Im jüngsten Quartal hätte das Unternehmen bei PlayStation 2-Spiele einen Umatzrückgang von 25 Prozent verzeichnet, während das Segment Game Boy Advance-Spiele um 37 Prozent eingebrochen war. Bei Xbox-Spielen hätte sich ein Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr ergeben.

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