EDS meldet sich zurück

Donnerstag, 16. November 2006 00:00

(IT-Times) Vorbei scheinen die Zeiten, als der weltweit zweitgrößte IT-Serviceanbieter Electronic Data Systems (NYSE: EDS<EDS.NYS>, WKN: 901244<EDS.FSE>) vor Jahren unter defizitären IT-Aufträgen litt, die das Unternehmen in eine tiefe Krise stürzten. Inzwischen hat sich EDS neu formiert und offenbar aus den alten Fehlern der Vergangenheit gelernt. Umsatz und Gewinne steigen wieder und mit ihnen der Aktienkurs.

Auch gewinnt EDS inzwischen wieder größere Prestige-Aufträge, wie Anfang November. So erhielt EDS gemeinsam mit IBM einen Großauftrag der Vodafone Group. Der IT-Kontrakt mit einer Laufzeit von sieben Jahren dürfte nach Meinung von Charles King, Analyst bei Pund-IT Research, für EDS etwas weniger als zwei Mrd. Dollar Wert sein.

Um im wettbewerbsintensiven IT-Servicegeschäft bestehen zu können, bauen die großen IT-Unternehmen ihre Präsenz in Indien stark aus. Auch EDS hat in diesem Bereich nachgezogen und sich durch die mehrheitliche Übernahme von Mphasis ein wichtiges Standbein in Indien geschaffen. Mitte Oktober teilte EDS mit, seinen Mehrheitsanteil von 52 Prozent an Mphasis um weitere 20 Prozent aufstocken zu wollen. Dieser Schachzug hilft EDS dabei seinen Personalstand in Indien auf einen Schlag von 3.000 auf 14.000 Mitarbeiter zu erhöhen. Auch der jüngst von EDS übernommene SAP-Softwarespezialist Global Enterprise Management Solutions LP (GEMS) unterhält bereits ein Büro in Indien und unterstreicht noch mal die Bedeutung des aufstrebenden südostasiatischen Landes.

Dass sich die Situation bei EDS in den letzten Jahren verbessert hat, erkennt auch die Ratingagentur Moody`s an. Am Dienstag hob die Ratingagentur ihren Ausblick für EDS von „stabil“ auf „positiv“ an. Als Grund führt Moody`s die weniger problematischen IT-Kontrakte, das Umsatzwachstum, neue Geschäftsabschlüsse und verbesserte operative Gewinnmargen an.

Kurzportrait

Das Unternehmen, welches ursprünglich von US-Milliardär Ross Perot gegründet wurde, wurde später von General Electric im Jahre 1996 wieder ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Electronic Data Systems (EDS) gilt als die Nummer zwei unter den IT-Serviceanbietern hinter IBM. Dabei betreut die Gesellschaft nicht nur 3,3 Mio. Desktop-Systeme von Firmenkunden, sondern auch mehr als 50.000 Unternehmensserver. Gleichzeitig bietet EDS Web Hosting Services für mehr als 900 Geschäftskunden weltweit an. In diesem Zusammenhang erwarb das Unternehmen im vergangenen Jahr das Web Hosting Management Geschäft von Loudcloud, um sein Dienstleistungsangebot in diesem Bereich zu ergänzen.

Neben Beratungsdienste, Netzwerkservices, Systemintegration und Datenmanagement, ist das Unternehmen aber auch in der Softwareentwicklung tätig. Neben CAD und 3D-Softwarelösungen, bietet das Unternehmen auch eProcurement Software an, mit welcher Produktinformationen rund um die Herstellung und Weiterverarbeitung von Produkten verarbeitet werden können.

Mit der Übernahme von A.T. Kearney im Jahre 1995 ergänzte das Unternehmen sein umfangreiches Beratungsnetzwerk. Anfang 2006 trennte sich EDS allerdings wieder von seiner IT-Beratungssparte und veräußerte A.T. Kerney an das bestehende Management der Gesellschaft. Daneben gilt EDS Canada inzwischen als eigenständige Tochter, welche die Interessen der Gesellschaft in Nordamerika vertritt. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen die Einheit Consumer Network Services (CNS), um sich mehr seinem Kerngeschäft zu widmen. Im Herbst 2006 stockte EDS seinen Anteil an dem indischen IT-Spezialisten Mphasis um weitere 20 Prozent auf, nachdem man im Vorfeld bereits 52 Prozent und damit die Mehrheit an dem Unternehmen kontrollierte. Gleichzeitig übernahm EDS den SAP-Spezialisten Global Enterprise Management Solutions LP (GEMS).

Insgesamt ist das Unternehmen, welches mit dem Speichergiganten EMC, sowie mit den Hightech-Spezialisten Microsoft, Sun Microsystems und PwC Consulting Partnerschaften unterhält, mit 140.000 Mitarbeitern in mehr als 60 Ländern weltweit aktiv. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das IT-Serviceunternehmen außerhalb der USA.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal meldete EDS einen Umsatzanstieg auf 5,29 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt konnte EDS im jüngsten Quartal neue IT-Kontraktie im Volumen von 3,5 Mrd. Dollar unter Dach und Fach bringen, nach Abschlüssen von 5,3 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Bis dato konnte EDS in diesem Jahr Kontrakte im Wert von 18,9 Mrd. Dollar unterzeichnen - ein Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Gewinn kletterte dabei auf 125 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 8,0 Mio. Dollar oder zwei US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal einen operativer Gewinn von 128 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie, womit EDS die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man zunächst nur mit einem Nettogewinn von 20 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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