EDS auf dem richtigen Weg

Mittwoch, 12. April 2006 00:00

(IT-Times) Der weltweit zweitgrößte IT-Serviceanbieter Electronic Data Systems (NYSE: EDS<EDS.NYS>, WKN: 901244<EDS.FSE>) scheint erfolgreich saniert. Mit dem Verkauf seiner defizitären IT-Beratungssparte A.T. Kerney zu Jahresbeginn ist die Restrukturierung nahezu abgeschlossen. In den vergangenen Jahren hatten Investoren und Analysten immer wieder den Verkauf der Einheit gefordert, die EDS im Jahre 1995 für 600 Mio. US-Dollar übernahm.

Großaufträge von der Navy und GM

Auch im operativen Geschäft läuft es wieder besser für EDS, nachdem man durch unglückliche Vertragsabschlüsse in den vergangenen Jahren teilweise in die Verlustzone gerutscht war. Bereits Anfang Februar meldete EDS einen Großauftrag von General Motors (GM). Demnach wird EDS den Großteil des auf fünf Jahre ausgelegten IT-Auftrags im Volumen von insgesamt 3,8 Mrd. Dollar abwickeln. Aus dem IT-Kontrakt erhofft sich EDS in den nächsten Jahren Einnahmen von 1,2 bis 1,4 Mrd. Dollar.

Auch die US-Navy ist ein guter Kunde von EDS. So verlängerte die US-Organisation einen bestehenden IT-Kontrakt, in dessen Rahmen EDS das Intranet der Institution managt, um weitere drei Jahre. Der Navy-Kontrakt ist mit drei Mrd. US-Dollar gleichzeitig der größte Regierungsauftrag der EDS jemals zu Teil wurde.

Großoffensive in Indien

Gleichzeitig sieht das US-Unternehmen in den nächsten Jahren in Indien eine große Zukunft und will seine Mitarbeiterzahl in dem aufstrebenden Land bis zum Jahr 2008 auf 28.000 Beschäftigte nahezu verzehnfachen. Dies soll zum Teil auch durch Zukäufe geschehen. Einen ersten Vorgeschmack, wie dieses Ziel erreicht werden soll, war Anfang April zu bestaunen. EDS bot für einen 52%igen Anteil an dem indischen IT-Outsourcing-Spezialisten Mphasis BFL 380 Mio. Dollar. Während der Mphasis-Aufsichtsrat das EDS-Angebot unterstützt, könnte sich auf der Aktionärsseite Widerstand auftun. Da das Übernahmeangebot unter dem aktuellen Marktpreis liegt, empfiehlt Vinod Bansal, Direktor der V.N. Capital, erst einmal abzuwarten. Schließlich könnten sich noch andere Übernahmeinteressenten auftun, denn Indien gilt dank der ansässigen IT-Spezialisten Tata, Infosys, Wipro und Satyam inzwischen als IT-Hochburg schlechthin.

Kurzportrait

Das Unternehmen, welches ursprünglich von US-Milliardär Ross Perot gegründet wurde, wurde später von General Electric im Jahre 1996 wieder ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Electronic Data Systems (EDS) gilt als die Nummer zwei unter den IT-Serviceanbietern hinter IBM. Dabei betreut die Gesellschaft nicht nur 3,3 Mio. Desktop-Systeme von Firmenkunden, sondern auch mehr als 50.000 Unternehmensserver. Gleichzeitig bietet EDS Web Hosting Services für mehr als 900 Geschäftskunden weltweit an. In diesem Zusammenhang erwarb das Unternehmen im vergangenen Jahr das Web Hosting Management Geschäft von Loudcloud, um sein Dienstleistungsangebot in diesem Bereich zu ergänzen.

Neben Beratungsdienste, Netzwerkservices, Systemintegration und Datenmanagement, ist das Unternehmen aber auch in der Softwareentwicklung tätig. Neben CAD und 3D-Softwarelösungen, bietet das Unternehmen auch eProcurement Software an, mit welcher Produktinformationen rund um die Herstellung und Weiterverarbeitung von Produkten verarbeitet werden können.

Mit der Übernahme von A.T. Kearney im Jahre 1995 ergänzte das Unternehmen sein umfangreiches Beratungsnetzwerk. Anfang 2006 trennte sich EDS allerdings wieder von seiner IT-Beratungssparte und veräußerte A.T. Kerney an das bestehende Management der Gesellschaft. Daneben gilt EDS Canada inzwischen als eigenständige Tochter, welche die Interessen der Gesellschaft in Nordamerika vertritt. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen die Einheit Consumer Network Services (CNS), um sich mehr seinem Kerngeschäft zu widmen.

Insgesamt ist das Unternehmen, welches mit dem Speichergiganten EMC, sowie mit den Hightech-Spezialisten Microsoft, Sun Microsystems und PwC Consulting Partnerschaften unterhält, mit 140.000 Mitarbeitern in mehr als 60 Ländern weltweit aktiv. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das IT-Serviceunternehmen außerhalb der USA.

Zahlen

Für das abschließende vierte Quartal 2005 meldet EDS einen Umsatzanstieg auf 5,15 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr (5,09 Mrd. Dollar). Dabei konnte der IT-Dienstleister seinen Gewinn auf 112 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie verdoppeln, nach einem Plus von 53 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Anteil im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich sogar ein operativer Gewinn von 25 US-Cent je Anteil, womit das Unternehmen die Erwartungen der Analysten um zwei US-Cent je Anteil übertreffen konnte.

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