Deutscher ITK-Markt wächst um 1,7 Prozent

Sonntag, 9. März 2014 18:17
BITKOM

-Software und Dienstleistungen sind Wachstumstreiber

-Hightech-Branche schafft fast 100.000 Arbeitsplätze in 5 Jahren

Hannover, 9. März 2013

Der Hightech-Verband BITKOM hat zum Auftakt der CeBIT seine neue Prognose für das Wachstum des deutschen ITK-Marktes bekanntgegeben. Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll demnach 2014 um 1,7 Prozent auf 153,4 Milliarden Euro steigen. „Unter dem Strich steht 2014 wieder ein Plus, aber wir sehen eine große Spreizung innerhalb der Branche. Das Geschäft mit Software und Dienstleistungen, wie auch die Umsätze mit Smartphones und Tablets wachsen überdurchschnittlich, Sprachdienste haben es weiterhin schwer“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Gute Nachrichten hat Kempf für den Arbeitsmarkt. Im laufenden Jahr will die BITKOM-Branche erneut mindestens 10.000 zusätzliche Stellen schaffen. Damit steigt die Zahl der Arbeitsplätze auf 927.000. „Die Unternehmen der BITKOM-Branche haben innerhalb von fünf Jahren fast 100.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen“, so Kempf. An die Politik gerichtet forderte BITKOM anlässlich der CeBIT, den Breitbandausbau von den Netzbetreibern nicht nur zu fordern, sondern auch die notwendigen Investitionsanreize zu schaffen. Zudem müssten die Weichen für den Aufbau Intelligenter Netze als Infrastruktur des 21. Jahrhunderts gestellt werden.

Die Informationstechnologie wird der Prognose zufolge um 2,9 Prozent auf 76,3 Milliarden Euro wachsen. Am schwächsten entwickelt sich dabei der Hardware-Markt, der mit einem Plus von 0,2 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro praktisch stagniert. Grund ist erneut ein deutlicher Umsatzrückgang beim Geschäft mit Desktop-PCs und Notebooks, der aus einer rückläufigen Nachfrage sowie einem starken Preiswettbewerb resultiert. Gleichzeitig boomt der Absatz von Tablet Computern. „Der Tablet Computer wird für viele aber eher das Zweit- oder Drittgerät bleiben und PC und Notebook nicht komplett verdrängen“, so Kempf. Der Umsatz mit IT-Dienstleistungen wie Beratung und Outsourcing wächst um 3,2 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Am größten ist das Wachstum im Softwarebereich, der um 5,3 Prozent auf 19 Milliarden Euro zulegen kann.

Die Telekommunikation wird der BITKOM-Prognose zufolge mit 0,4 Prozent auf 66 Milliarden Euro deutlich langsamer wachsen. Mit einem stabilen Wachstum von 3 Prozent wie im Vorjahr legen dabei die Umsätze mit Infrastruktursystemen auf rund 6 Milliarden Euro zu. Kempf: „Im Wachstum der Infrastruktursysteme spiegeln sich die Investitionen der Netzbetreiber in den Breitbandausbau.“ Stark gegenläufige Tendenzen gibt es beim Geschäft mit Endgeräten und Telekommunikationsdiensten. Während der Verkauf von Mobiltelefonen angesichts des anhaltenden Smartphone-Booms ein Plus von 8,0 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro verbuchen kann, sinken die Umsätze mit Daten- und Sprachdiensten um 1,3 Prozent auf rund 50 Milliarden Euro. „Der Preisverfall ist nur zum Teil das Ergebnis eines funktionierenden Wettbewerbs. Im Wesentlichen ist er Folge von Eingriffen staatlicher Regulierungsbehörden“, so Kempf. Den Unternehmen fehlten so Mittel für notwendige Milliarden-Investitionen in den Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen.

Bei der Unterhaltungselektronik findet nach einem kräftigen Rückgang im Vorjahr wieder eine Erholung statt. 2014 rechnet BITKOM mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro. Hauptgrund ist die neue Generation der Spielekonsolen, die für ein Umsatzplus bei den Geräten von mehr als 25 Prozent im laufenden Jahr sorgen soll. Zudem wird im Fußball-WM-Jahr eine Stabilisierung des zuletzt rückläufigen TV-Absatzes erwartet. „Große Sportereignisse sorgen immer wieder für den Wunsch nach einem neuen, besseren und vielleicht auch größeren Fernsehgerät“, so Kempf.

Von der CeBIT erwartet der BITKOM einen zusätzlichen Umsatzschub für die Branche. „Die Neuausrichtung auf ,100 Prozent Business‘ stärkt den Kern der Messe. Auf der CeBIT ging es seit jeher ums Geschäft“, so Kempf. Zugleich sei die Messe ein wichtiger Ort für den Austausch zwischen der Branche und der Politik. Kempf verwies darauf, dass neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zahlreiche Ministerpräsidenten, Bundes- und Landesminister die CeBIT an den fünf Ausstellungstagen besuchen und das Gespräch mit den Hightech-Unternehmen suchen wollen.

Von besonderer Bedeutung sei dabei der Breitbandausbau. Für bundesweite Netze mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde sind bis zum Jahr 2018 Investitionen von rund 20 Milliarden Euro erforderlich. Für eine Glasfaserversorgung für noch schnellere Netze sogar 80 Milliarden Euro „Der Breitbandausbau ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Wirtschaft und Staat Hand in Hand arbeiten müssen“, so Kempf. Die Initiative der Bundesregierung und der Start der „Netzallianz“ werden begrüßt. Kempf: „Wichtig ist, dass Investitionen nicht nur gefordert werden, sondern man auch die notwendigen Anreize setzt.“ Ein zweites wichtiges Infrastrukturprojekt, das entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sein wird, ist der Aufbau Intelligenter Netze in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung. „Für Intelligente Netze sind enorme Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro nötig. Das Geld wäre gut angelegt“, so Kempf.

Zentrale Voraussetzung für den Aufbau einer solchen Infrastruktur für die digitale Welt sei auch mit Blick auf die NSA-Spähaffäre das Thema Sicherheit. Es gehe darum, Daten zum gesellschaftlichen Wohl zu nutzen und sie gleichzeitig vor Zugriff zu schützen. Von der CeBIT erwartet Kempf, dass sie dazu beitragen werde, Vertrauen zurückzugewinnen. Unter dem Leitmotto „Datability“ wird auf der Messe in Hannover der verantwortungsvolle Umgang mit großen Datenmengen diskutiert.

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