Der Markt für E-Book-Reader ist weiter unsortiert

Freitag, 16. April 2010 16:30

MÜNSTER (IT-Times) - Der amerikanische Online-Händler Amazon.com hat eine neue Anwendung für den Apple Tablet PC iPad vorgestellt, mit dem iPad-Nutzer künftig auch Kindle E-Books auf ihrem iPad lesen können. Und es stellt sich die Frage, ob das eine Art Kapitulation von Amazon vor Apple ist oder ob es sich hierbei um eine sinnvolle Vertriebsstrategie handelt.

Schon als erstes Fazit lässt sich feststellen: Sinnvoll ist diese App sicherlich, da sie Amazon neue Erlösquellen erschließt. Das Unternehmen macht damit nicht den Fehler allein auf den Vertrieb über den eigenen E-Book-Reader Amazon Kindle zu setzen. Denn damit würde der Kindle zwangsläufig im Wettbewerb zum iPad stehen - ein Wettbewerb, den Amazon vielleicht für sich entscheiden könnte. Die Erfahrung der jüngeren Vergangenheit zeigt jedoch: Tummelt sich Apple einmal in einem Marktsegment, sehen Wettbewerber darin zumindest zeitweilig arg alt aus. Die Erfahrungen musste etwa Research in Motion (RIM), der Hersteller des Blackberrys machen, als Apple einst das iPhone auf den Markt brachte. Auch bei Palm kann man ein Liedchen davon singen, was es bedeutet, wenn Apple plötzlich im Markt ist.

Wird Amazon durch Apple rasiert?

Als nächstes also Amazon? Zunächst einmal gewährt der Händler den iPad-Nutzern Zugang zu mehr als 450.000 Kindle E-Books aus dem Kindle Store. Die Anwendung kommt mit der von Amazon entwickelten „Whispersync“ Technik daher und merkt sich die Seite, die der Leser zuletzt aufgeschlagen hat Dadurch springt das Gerät (Kindle, iPad etc.) auch nach dem Ausschalten wieder zur entsprechenden Seite.

Rasantes Marktwachstum für E-Books und die dazugehörigen Reader

Zunächst kann man sicherlich davon ausgehen, dass auf dem Markt genug Platz ist, dass sich dort mehrere Anbieter tummeln. Die Marktforscher aus dem Hause Digitimes Research jedenfalls rechnen mit einem explosionsartigen Wachstum bei E-Book-Readern in den nächsten Jahren. Nachdem im Jahr 2008 lediglich 700.000 solcher Geräte weltweit verkauft wurden, soll der Absatz in 2013 bereits 28 Millionen Einheiten erreichen, wie der Branchendienst DigiTimes meldet. Dies würde einem jährlichen, durchschnittlichen Wachstum von 386 Prozent entsprechen. Der Gesamtumsatz der Branche soll sich in 2013 auf drei Mrd. US-Dollar summieren, nachdem die Branche in 2008 rund 244 Mio. Dollar umsetzte. Bislang dominierten Amazon.com und Sony mit ihren Geräten den Markt, jedoch dürfte es im laufenden Jahr zu einer Neuordnung kommen, glauben auch die Marktanalytiker.

China muss man bei E-Books auf der Liste haben

Hintergrund: Natürlich das iPad von Apple. Aber auch der Markteintritt von starken Akteuren wie Barnes & Noble darf nicht unterschätzt werden. Zudem muss man mit China rechnen! Das Land dürfte nach Meinung der Marktforscher im laufenden Jahr bereits zum zweitgrößten Markt für elektronische Lesegeräte aufsteigen. Hier will unter anderem auch der chinesische Entertainment-Spezialist Shanda Interactive Fuß fassen. Wie Anfang März bekannt wurde, hat Shanda bereits eine Tochtergesellschaft ins Leben gerufen, die sich um die Vermarktung des Shanda E-Book-Readers „Bambook“ kümmern soll. Ein Timing zum Markteintritt ist indes noch nicht bekannt.

Meldung gespeichert unter: E-Book

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