Cisco profitiert vom Video-Boom

Donnerstag, 8. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Mit überraschend guten Zahlen konnte zuletzt der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems (Nasdaq: CSCO<CSCO.NAS>, WKN: 878841<CIS.FSE>) aufwarten. Die Investitionen, die Cisco in den letzten Jahren tätigte, beginnen sich nunmehr auszuzahlen, so Cisco-Chef John Chambers.

Vor allem in Schwellenmärkten wuchs Cisco zuletzt überraschend stark. So hätten die Bestellungen aus Afrika und dem Mittleren Osten um 80 Prozent zugelegt, so Cisco-Chef Chambers. In Russland und in den übrigen Schwellenmärkten sei das Geschäft um 40 Prozent gewachsen, so Chambers weiter, der auch in den nächsten Quartalen ein ähnliches Wachstum in den Emerging Markets erwartet.

Grund für die starke Nachfrage ist nicht zuletzt das steigende Unterhaltungsangebot im Netz. Immer mehr Firmen wie Apple, Microsoft, Amazon.com und zuletzt auch Wal-Mart bieten inzwischen einen Video-Downloadservice an. Auch klassische Videoportale wie YouTube erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Angebote erfordern aber zunehmend höhere Bandbreiten, was wiederum Cisco als führendem Netzwerkausrüster zu Gute kommt. Internet Service Provider und Dienstleister sind gezwungen ihre Infrastruktur aufzurüsten, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Scientific-Atlanta bleibt Wachstumsmotor

Mit der übernommenen Scientific-Atlanta hat Cisco zudem noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Die Einheit blieb auch im jüngsten Quartal eines der Wachstumsmotoren innerhalb der Gesellschaft. Die Division konnte ihre Erlöse um 21 Prozent auf 639 Mio. Dollar steigern und wuchs damit erneut schneller als der Konzernumsatz insgesamt. Im zweiten Halbjahr 2007 könnte Scientific-Atlanta einen weiteren Schub erfahren. Dann nämlich sind Kabel-Provider dazu verpflichtet integrierte Sicherheitsdekoder aus den Boxen zu entfernen. Die ältere Gerätegeneration dürfte dann schnell vom Markt verschwinden und von neuen Systemen ersetzt werden, glauben Marktbeobachter.

Auch nach der jüngsten Übernahme von IronPort scheint der Übernahmehunger von Cisco noch lange nicht gestillt. Wim Elfrink, Chief Globalization Officer bei Cisco, kündigte Investitionen von 25 bis 30 Mio. Dollar in Breitband- und Digital-Media-Firmen in den nächsten Monaten an…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern mit einem Jahresumsatzvolumen von mehr als 30 Mrd. Dollar. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik – das Unternehmen kaufte allen von 1993 bis heute mehr als 85 Unternehmen – gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Nach der Übernahme von Andiamo Systems und Psionic Software in 2002, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Softwarespezialisten Okena, SignalWorks und Linksys Group aufgekauft. Im Jahr 2003 folgte bereits die Übernahme von Latitude Networks, einem Spezialisten für Web-Konferenzsysteme. Im Jahr 2004 kaufte Cisco den Softwarespezialisten Parc Technologies, sowie den Router-Spezialisten Procket Networks und den Speicher- und Softwareanbieter Actona Technologies. Ende 2004 übernahm Cisco dann den Sicherheitsspezialisten Protego Networks. Gleichzeitig übernahm Cisco die Netzwerkspezialisten BCN Systems, sowie Jahi Networks und NetSolve. Anfang 2005 kaufte Cisco den WLAN-Spezialisten Airespace. Im Mai setzte Cisco seine Einkaufstour fort und übernahm mit FineGround Networks einen WAN-Optimierer. Mit KiSS Technology A/S, Sheer Networks und Nemo Systems wurden im Jahresverlauf weitere Firmen zugekauft. Anfang 2006 schloss Cisco die Übernahme des set-top Box-Spezialisten Scientific-Atlanta für 6,9 Mrd. Dollar ab. Danach folgten mit Meetinghouse Data Communications und der zwei Startup-Firmen Metreos und Audium weitere Übernahmen. Gleichzeitig kaufte Cisco den InfiniBand-Spezialisten Topspin. Im Spätsommer erwarb Cisco schließlich mit 80 Prozent die Mehrheit an den Datensystemspezialisten Nuovo Systems. Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort für 830 Mio. Dollar.

Heute kontrolliert Cisco Systems nicht nur den Markt für Internet-Router, sondern gilt auch als einer der führenden Ausrüster der Telekomindustrie. Inzwischen entwickelt das Unternehmen aber nicht nur Router- und Switching-Technik, sondern bietet auch Lösungen rund um Server- und Management-Software, als auch Produkte rund um den Bereich Internet-Telefonie (VoIP) an. Entwicklungen rund um das Segment optische Netzwerke, Sicherheitslösungen, sowie drahtlose Kommunikationssysteme runden das Produktportfolio ab. Daneben bietet Cisco auch spezielle Hardware für die Speicherung von Daten als auch Breitbandtechnik wie DSL-Lösungen an.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldete Cisco einen Umsatz von 8,40 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn kletterte zunächst um 40 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 1,4 Mrd. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operatives Plus von 2,1 Mrd. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 8,28 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie kalkuliert.

639 Mio. Dollar zum Umsatz steuerte dabei der übernommene set-top Box-Spezialist Scientific-Atlanta bei. Cisco hatte das Unternehmen im Vorjahr für 6,9 Mrd. US-Dollar übernommen. Trotz weiterer Zukäufe konnte Cisco das Kalenderjahr 2006 mit Barreserven von mehr als 20 Mrd. Dollar abschließen.

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