China Mobile blickt ins Ausland

Montag, 9. Oktober 2006 00:00

(IT-Times) Nachdem Mitte des Jahres die Übernahme von Millicom scheiterte, sieht sich China Mobile Ltd. (NYSE: CHL<CHL.NYS>, WKN: 909622<CTM.FSE>) weiter nach geeigneten Übernahmezielen in Schwellenländern um.

Zwar bietet der einheimische Markt für den chinesischen Marktführer noch ausreichend Raum für weiteres Wachstum, doch das Kundenwachstum beginnt sich bereits zu verlangsamen. Konnte China Mobile im Juli noch 4,48 Mio. neue Mobilfunkkunden melden, waren es im August nur noch 4,42 Mio. Neukunden. Nicht nur aus diesem Grund blickt das Management zunehmend ins Ausland. „Wir konzentrieren uns auf Emerging Markets und wir werden uns nicht auf Europa oder Nordamerika konzentrieren“, gibt Chairman Wang Jianzhou die Richtung vor, in die das Unternehmen künftig gehen will.

Die Zeit drängt allerdings, denn das Wachstumspotential in den Schwellenländern ist auch anderen großen Mobilfunk- und Telekomspezialisten nicht verborgen geblieben. So hat sich Singapore Telecommunications (SingTel) bereits den Marktzugang in Thailand, auf den Philippinen, Indien, Indonesien und in Bangladesh gesichert. China Mobile hatte bislang das Nachsehen. Auch der Versuch, sich an Pakistan Telecommunication mit 26 Prozent zu beteiligen, scheiterte im vergangenen Jahr. So glaubt Nomura-Analyst Kelvin Ho dann auch an keinen schnellen Erfolg des Unternehmens außerhalb Chinas: „Die Auswahlmöglichkeiten in Asien sind für China Mobile begrenzt, da SingTel bereits in Ländern wie Indien und Thailand präsent ist“, so Ho.

Afrika rückt in den Mittelpunkt

Trotzdem sieht der Analyst in dem Expansionsvorhaben langfristig die richtige Strategie für China Mobile. „Eine kontrollierende Mehrheit zu übernehmen ist der schnellste Weg, um in neue Märkte Fuß zu fassen“, stellt der Normura-Analyst klar. Neben Asien käme als weiteres Expansionsgebiet noch Afrika in Frage. Der schwarze Kontinent gilt als der derzeit am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt. Nach einer Studie der afrikanischen Marktforscher BMI-TechKnowledge soll sich die Zahl der Handy-Nutzer bis zum Jahr 2009 auf 140 Mio. gegenüber dem letzten Jahr verdoppeln. Für die nachfolgenden Jahre nach 2009 hält Andiel Padiachy, Mitautor der Studie "Africa Telecoms Infrastructure Market 2005 - 2009", einen Anstieg der Zahlen auf 180 bis 200 Mio. Mobilfunknutzer für möglich. Der Grund: Aufgrund der schlechten Festnetzinfrastruktur setzen viele Afrikaner gleich auf ein Handy, womit sich der schwarze Kontinent in den nächsten Jahren zur Goldgrube für Mobilfunkanbieter entwickeln könnte.

Kurzportrait

Die in Hongkong ansässige China Mobile Limited ist mit mehr als 282 Mio. Mobilfunknutzern der größte Mobilfunkanbieter der Welt. Gleichzeitig betreibt das Unternehmen auch das weltgrößte Mobilfunknetz, welches sich über 31 chinesische Provinzen erstreckt.

Das Unternehmen bietet seine Services hauptsächlich auf dem chinesischen Festland unter den Marken GoTone, Shenzhouxing und MZone an. Der von China Mobile angebotene GSM-Roaming-Service deckte zuletzt mehr als 203 Länder ab, wobei GPRS-Roaming in mehr als 98 Ländern möglich ist. Zudem unterhält China Mobile Verträge mit 214 anderen Mobilfunknetzbetreibern in 106 verschiedenen Ländern, die es China Mobile Nutzern ermöglichen, SMS-Nachrichten auch über die Landesgrenzen hinweg auszutauschen. Gleichzeitig bietet China Mobile mehr als 300 industriespezifische Anwendungen und Produkte für einzelne Wirtschaftsbereiche an (Municipal Information Servcie, Campus Information Service, Police Information Service). Um sich in diesem Bereich zu verstärken, hat China Mobile Anfang 2006 die in Hongkong ansässige China Resoures Peoples Telephone Company Limited (Peoples) zu mehr als 99 Prozent übernommen.

Neben SMS-Nachrichten und Klingeltöne, hat sich China Mobile zuletzt auch in einem anderen Bereich vorgewagt. So bietet das Unternehmen über seinen neuen Musikclub M.Music seinen Nutzern das Herunterladen von Musik und zugehörigen Services an.

Kooperationsvereinbarungen bestehen unter anderem mit KPN, NTT DoCoMo, Orange, Sprint Nextel, T-Mobile sowie mit Vodafone, um die nächste Generation von Mobilfunknetze zu entwickeln. Gleichzeitig bereitet sich China Mobile derzeit intensiv auf die Einführung von 3G-Services in China vor.

Zum Unternehmensverbund gehören darüber hinaus noch 31 Tochtergesellschaften (Communication Company Limited), welche entsprechende Mobilfunkservices in den gleichnamigen Provinzen anbieten: Guangdong Mobile, Zhejiang Mobile, Jiangsu Mobile, Fujian Mobile, Henan Mobile, Hainan Mobile, Beijing Mobile, Shanghai Mobile, Tianjin Mobile, Hebei Mobile, Liaoning Mobile, Shandong Mobile, Guangxi Mobile, Anhui Mobile, Jiangxi Mobile, Chongqing Mobile, Sichuan Mobile, Hubei Mobile, Hunan Mobile, Shaanxi Mobile Communication, Shanxi Mobile, Neimenggu Mobile, Jilin Mobile, Heilongjiang Mobile, Guizhou Mobile, Yunnan Mobile, Xizang Mobile, Gansu Mobile, Qinghai Mobile, Ningxia Mobile sowie Xinjiang Mobile.

Zahlen

Für das vergangene erste Halbjahr 2006 meldete China Mobile einen Umsatzanstieg um 20 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2005, wobei die Erlöse 137 Mrd. Yuan erreichten. Dabei konnte China Mobile einen Gewinn von 30,2 Mrd. Yuan bzw. 3,8 Mrd. US-Dollar erreichen - ein Zuwachs von 26 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte China Mobile auch die Erwartungen der Analysten leicht übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit einem Gewinn von 29,9 Mrd. Yuan kalkuliert.

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