Check Point vor Buyout?

Mittwoch, 8. November 2006 00:00

(IT-Times) Die Umsätze beim weltweit führenden Firewall-Spezialisten Check Point Software Technologies (Nasdaq: CHKP<CHKP.NAS>, WKN: 901638<CPW.FSE>) stagnierten im dritten Quartal. Gleichzeitig entwickelten sich auch die Gewinne weiter rückläufig. Dennoch legten Check Point-Aktien seit August 2006 um mehr als 20 Prozent zu.

Marktbeobachter führen den Kursanstieg nicht auf die besonders gute Geschäftsentwicklung beim weltweit größten Firewall-Experten zurück, sondern vielmehr auf Übernahmespekulationen. Nachdem EMC den Sicherheitsspezialisten RSA Security übernommen und IBM den Netzwerküberwachungsexperten Internet Security Systems (ISS) aufgekauft hat, lichten sich die Reihen der potentiellen Übernahmekandidaten im Sicherheitsbereich.

HP und IBM als weiße Ritter?

Nach der gescheiterten Übernahme des Sicherheitsspezialisten Sourcefire, gerät Check Point zunehmend selbst als Übernahmekandidat ins Visier. Ende August erhielten die Spekulationen rund um einen baldigen Buyout neue Nahrung, nachdem mehrere Analysten den weltweit führenden Druckerhersteller Hewlett-Packard (HP) als potentiellen Bieter ausmachten. Hintergrund ist die Äußerung von HP-Chef Mark Hurd, den Umsatz der HP Softwaregruppe von zuletzt eine Mrd. auf drei Mrd. Dollar bis zum Jahr 2008 zu verdreifachen. Dies dürfte HP ohne weitere Zukäufe wohl nur schwer gelingen.

Piper Jaffray Analyst Gene Munster sieht den jüngsten Kursanstieg bei Check Point-Papieren ebenfalls im Zusammenhang mit einer möglichen Übernahme. Nachdem sich IBM im Bereich Netzwerksicherheit- und Überwachungssysteme verstärkt hat, scheint auch für Big Blue eine Übernahme von Check Point interessant. IBM könnte bereits ein Auge auf Check Points Firewall-Geschäft geworfen haben, mutmaßt Munster.

Gleichzeitig geht der Analyst davon aus, dass ein potentieller Käufer einen deutlichen Aufpreis gegenüber dem aktuellen Kurs zahlen müsste, schließlich wird Check Point lediglich mit dem 14fachen des zu erwartenden Gewinns für das Jahr 2007 gehandelt. IBM hatte für ISS das 26fache des zu erwartenden Gewinns pro Aktie hingeblättert, während RSA Security für das 30fache des zu erwartenden Gewinns an EMC ging.

Kurzportrait

Mit Hauptsitz in Ramat Gan/Israel, steuert Check Point Software Systems seine Geschäfte über sein Stammhaus in Redwood City/Kalifornien. Der Absatzmarkt Israel trägt lediglich nur ein bis zwei Prozent der gesamten Umsätze der Gesellschaft.

Check Point Software Technologies gilt als der weltweit führende Anbieter von Firewall-Software und Sicherheitsanwendungen rund um VPN-Netze. Die von Check Point entwickelte Architektur soll eine sichere Verbindung nicht nur über das Internet, sondern auch über Virtual Private Netzwerke (VPN) bieten. Das Flagschiffprodukt und die mehrfach ausgezeichnete Anwendung Firewall-1 soll vor allem Firmennetzwerke vor Virenattacken und Hackerangriffen schützen. Die Lösung FloodGate-1 soll dem Internet-Nutzer vor ungebetenen Gästen in Form von Würmern und anderen Trojanern beim Surfen durch das weltweite Datennetz schützen.

Mit der Lösung ConnectControl bietet Check Point Software auch eine Load-Balancing Lösung an, welche Internet-Inhalte schneller durch das weltweite Datennetz fließen lassen. Gleichzeitig bietet Check Point weitere Netzwerküberwachungssoftware an, welche Administratoren das Konfigurieren von komplexen Computer- und Firmennetzwerken erleichtern soll.

Insgesamt setzen weltweit mehr als 215.000 Firmen auf die Firewall-Lösungen von Check Point, wobei mehr als 120.000 Unternehmen gleichzeitig auch auf die VPN-Lösungen aus dem Hause Check Point Software vertrauen. Check Point Software vertreibt seine Produkte aber nicht nur direkt an Endkunden, sondern auch mit Hilfe von Distributoren und Systemintegratoren. Insgesamt vertreiben mehr als 2.500 Partner, darunter namhafte Technologiefirmen, wie IBM, Hewlett-Packard und EDS in 149 Ländern Software aus dem Hause Check Point.

Neben den Hauptniederlassungen in Ramatan und Redwood City, unterhält Check Point noch weitere Vertriebsbüros in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, Italien, Spanien, der Schweiz, Japan, Singapur, Australien, Mexiko und Kanada. Zuletzt verstärkte sich Check Point durch die Übernahme von Zone Labs und vermarktet somit nunmehr auch das Produkt ZoneAlarm. Die Übernahme des Netzwerküberwachungsspezialisten Sourcefire scheiterte zuletzt mitunter an den Bedenken der Regulierungsbehörden.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2006 meldet Check Point einen Umsatzanstieg von einem Prozent auf 142,5 Mio. US-Dollar. Der Gewinn hingegen fiel im dritten Quartal 2006 um rund zehn Prozent auf 71,2 Mio. Dollar bzw. 31 Cent pro Aktie. Im Jahr davor wies Check Point Software noch einen Gewinn in Höhe von 78,7 Mio. Dollar bzw. 31 Cent je Aktie aus.

Das Abrutschen des Gewinns kam laut Angaben des Unternehmens aufgrund der sich verschärfenden Kostensituation und einem geringerem Umsatzwachstum zustande. So kletterten die operativen Kosten auf 72,1 Mio. Dollar, nach 60 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Check Point einen operativen Gewinn von 78,6 Mio. Dollar oder 34 US-Cent je Aktie ausweisen - zwei Cent mehr als Analysten erwartet hatten.

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