centrotherm trotzt dem nervösen Solarmarkt

Mittwoch, 24. August 2011 16:48
centrotherm photovoltaics

BLAUBEUREN (IT-Times) - Dem deutschen Solarausrüster, centrotherm photovoltaics AG, gelingt es derzeit, den Turbulenzen auf den globalen Solarmärkten zu trotzen. Die Auftragsbücher sind ordentlich gefüllt, der Umsatz steigt, die Gewinne sprudeln. Davon sollen nun auch die Aktionäre des Unternehmens profitieren.

Wie jüngst bekannt gegeben wurde, verwöhnt centrotherm photovoltaics AG (WKN: A0JMMN) die Anteilseigner gleich mit zwei Gewinnausschüttungen. Neben einer Jahresdividende beschloss die Hauptversammlung eine Bonus-Dividende. Zu einer erstmaligen regulären Gewinnausschüttung in Höhe von 0,50 Euro je Aktie wurde die Bonus-Dividende in Höhe von 0,20 Euro je Anteilspapier auf den Weg gebracht. „Wir lassen unsere Aktionäre am Unternehmenserfolg teilhaben und streben eine langfristige Dividendenpolitik an. Das bedeutet, dass wir in Abhängigkeit von der Unternehmensentwicklung auch für die nächsten Geschäftsjahre die Ausschüttung einer Dividende planen“, kündigte Robert M. Hartung, CEO und Vorstandssprecher der centrotherm photovoltaics AG, vor den Anteilseignern auf der Hauptversammlung in Ulm an. Mit dieser offensiven Dividendenpolitik buhlt centrotherm offensichtlich um institutionelle Anleger.

Auf der Suche nach Prestigeobjekten

Im sich konsolidierenden Solarmarkt hat centrotherm eine strategische Entscheidung gefällt: Das Unternehmen will keine Zukäufe tätigen. Man wolle organisch wachsen. Auch Prestigeobjekte stehen bei centrotherm auf der Agenda. So bewirbt man sich gemeinsam mit der chinesischen Dongfang Electric und dem griechischen Unternehmen DTS Hellas um einen Auftrag. In einem still gelegten Braunkohle-Tagebau beim nordgriechischen Ort Kozani soll das weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk entstehen. Für das Projekt, das auf 600 Mio. Euro geschätzt wird, sucht der staatliche Stromversorger DEI einen strategischen Partner. 20 Konsortien aus den USA, China, Japan und europäischen Ländern haben sich neben dem centrotherm-Konsortium für den Auftrag beworben.

Local Content-Anbieter durch Tochtergesellschaften

In Asien spielt die Musik in Sachen Solar. Auch centrotherm ist dort vertreten und weitet die Unternehmensaktivitäten noch weiter aus. Um die Präsenz in Indien zu stärken hat centrotherm erst vor wenigen Monaten ein Tochterunternehmen in Bangalore gegründet.

Indien gilt im Bereich der erneuerbaren Energien als bedeutender Wachstumsmarkt: Im Rahmen der „National Solar Mission“ sollen bis zum Jahr 2022 Solarstromkapazitäten von rund 20 Gigawatt aufgebaut werden. centrotherm photovoltaics erstellt für indische Solarzellenhersteller die Produktionsanlagen und Dienstleistungen. Die „National Solar Mission“ schreibt zudem vor, dass ab nächstem Jahr kristalline Solarzellen, die für den heimischen Markt bestimmt sind, auch in Indien produziert werden müssen. Durch das eigene Tochterunternehmen vor Ort wird centrotherm diesen Auflagen gerecht.

Man ist bereits mit Tochterunternehmen in China, Korea, Singapur und Taiwan vertreten. Nach eigenen Angaben werden bereits jetzt mehr als 80 Prozent des Unternehmensumsatzes im asiatischen Raum erwirtschaftet.

Kurzportrait

Die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG ging im Jahre 1976 aus der gegründeten centrotherm Elektrische Anlagen GmbH + Co. KG hervor. Das Unternehmen sieht sich heute als einer der weltweit führenden Anbieter von Technologien und Ausrüstung zur Herstellung von Solarsilizium, Solarzellen und Dünnschichtmodulen. centrotherm bietet dabei die komplette Produktpalette an, die für die Herstellung von Siliziumprodukten bis zur fertigen Solarzelle benötigt wird. centrotherm operiert im Wesentlichen aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Solarzelle & Modul bietet schlüsselfertige Produktlinien für die Produktion von kristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodulen an. Dienstleistungen rund um die Fertigung von Solarzellen runden das Produktangebot ab.

Im Geschäftsbereich Silizium & Wafer bietet centrotherm über die Tochtergesellschaft Centrotherm SiTec GmbH Engineering Dienstleistungen und Ausrüstung für die Herstellung von Solarsilizium an, womit Solarzellenhersteller ihre eigene Rohstoffversorgung decken können. Auch die auf Vakuumtechnik und Plasmatechnologien spezialisierte FHR Anlagenbau GmbH ist eine Tochtergesellschaft von centrotherm. Inzwischen bietet centrotherm über das Tochterunternehmen GP Solar auch optische Messsysteme (GP Solar Inspect) an, welche die Qualitätskontrolle bei Wafer- und Solarzellen- sowie Modulprodukten verbessern sollen. Im November 2008 verstärkte sich centrotherm im Siliziumbereich und schluckte den Maschinenbauer Michael Glatt Maschinenbau GmbH. Die Gesellschaft gilt als Marktführer im Bereich Druckbehälter und Apparate, die auch in der Produktion von Solarsilizium zum Einsatz kommen. Zuvor hatte centrotherm bereits den Solarsilizium-Spezialisten SolMic GmbH hinzugekauft.

Neben dem Hauptsitz in Deutschland, ist centrotherm auch mit Niederlassungen im Ausland aktiv. Im Jahr 2008 hat das Unternehmen mit der 100prozentigen Tochtergesellschaft centrotherm photovoltaics Italia S.R.L. eine Niederlassung in Italien gegründet. Mit der 100prozentigen Tochtergesellschaft centrotherm photovoltaics USA Inc. ist das Unternehmen auch in den USA präsent. In 2010 gründete centrotherm noch eine weitere Tochtergesellschaft in Shanghai (China) sowie eine Tochtergesellschaft in Indien. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Branchengrößen wie Q-Cells, Ersol, Sunways oder Suniva. Zudem kündigte man an, mit der Reis GmbH & Co. KG Maschinenfabrik gemeinsam Lösungen für schlüsselfertige Produktionslinien zur Herstellung kristalliner Solarzellen und Module anzubieten und weiterzuentwickeln. Ende des Jahres 2010 beteiligte sich centrotherm mit 14,4 Prozent an dem taiwanesischen CIGS-Dünnschicht-Solarmodulhersteller Sunshine PV Corp. An den deutschen Standorten Blaubeuren, Konstanz, Dresden, Burghausen und Abensberg sowie den internationalen Service- und Vertriebsgesellschaften in Europa, Asien und den USA sind derzeit rund 1.900 Mitarbeiter beschäftigt.

Zahlen

centrotherm konnte im ersten Halbjahr 2011 ein massives Umsatzwachstum erzielen. Der operative Cash-Flow brach jedoch völlig ein und lag im roten Bereich: Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten 2011 auf 428,62 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen hier 278,3 Mio. Euro umgesetzt. Das EBITDA lag im ersten Halbjahr 2011 bei 66,47 Mio. Euro, nachdem das Unternehmen in 2010 noch 45,85 Mio. Euro erzielt hatte. Entsprechende Zuwächse konnte centrotherm damit auch beim EBIT und EBT verzeichnen: Ein EBIT von 53,23 Mio. Euro in 2011 folgte auf einen Wert von 33,85 Mio. Euro in 2010. Das EBT kletterte von 33,08 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2010 auf aktuell erzielte 52,929 Mio. Euro. Damit lag das Konzernergebnis aktuell bei 37,42 Mio. Euro und 22,91 Mio. Euro in 2010. Das entspricht hat einem Ergebnis je Aktie von 1,77 Euro in 2011 und 1,08 Euro in 2010.

Meldung gespeichert unter: centrotherm photovoltaics

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