centrotherm lässt Zahlen sprechen - technische Innovationen im Vordergrund

Mittwoch, 15. September 2010 13:17
centrotherm photovoltaics

(IT-Times) - Der weltweit zweitgrößte Solarausrüster, die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG (WKN: A0JMMN), präsentierte zuletzt erfreuliche Halbjahreszahlen. Nachdem die Umsätze gegenüber dem Vorjahr weiter anzogen und das operative Ergebnis um mehr als 30 Prozent zulegte, haben die Schwaben ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben.

Dennoch bleiben Analysten und Marktbeobachter vorsichtig. Hintergrund sind zum einen rückläufige Subventionen für die Solarbranche in Europa, zum anderen könnten die aufgebauten Kapazitäten für einen Preisdruck auf den Solarmarkt sorgen.

centrotherm erhält weitere Aufträge aus Asien
Centrotherm ist allerdings von der Subventionskürzung in Deutschland weniger betroffen, erzielt das Unternehmen mittlerweile mehr als 94 Prozent seines Umsatzes im Ausland, so Wolfgang Seeliger, der für die Konzernentwicklung und Strategie des Unternehmens verantwortlich zeichnet. So kommen heute viele Aufträge aus Asien, wie der jüngste Vertriebserfolg zeigt. So meldete centrotherm Aufträge mit einer Kapazität von 2,3 Gigwatt/peak von asiatischen Bestands- und Neukunden - über finanzielle Details der Verträge wurde zunächst nichts bekannt.

Aufgrund der derzeit hohen Nachfrage bauen viele asiatische Hersteller, insbesondere aus China, ihre Produktion kräftig aus, um die hohe Nachfrage bedienen zu können. Doch sollte die Konjunktur entgegen den aktuellen Erwartungen weiter abflauen, droht dem Markt erneut ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Sinken die Auslastungskapazitäten der Branche, dürfte es zu einem neuerlichen Preisverfall kommen.

Diese Gefahr erachten Analysten aber derzeit als wenig akut. Zwar dürften die Preise für Solarzellen im ersten Halbjahr 2011 weiter sinken, doch der Rückgang dürfte schwächer ausfallen als im Vorjahr. Analysten erwarten für das erste Quartal 2011 Durchschnittspreise von 1,65 US-Dollar pro Watt bei Solarzellen - bislang ging man von einem Preisrückgang auf 1,50 Dollar je Watt aus.

centrotherm präsentiert neue Emitter-Technologie - höhere Wirkungsgrade
Um weiter konkurrenzfähige Produkte anbieten zu können, investiert centrotherm viel Geld in Forschung und Entwicklung. Allein im ersten Halbjahr wurden 18,8 Mio. Euro in diesen Bereich investiert, so dass der deutsche Hersteller im Rahmen der diesjährigen EU PVSEC Solarmesse in Valencia eine neue Top-Solarzelle präsentieren konnte. Durch eine neue Rückseitentechnik, die auf einer dielektrischen Passivierung und einer lokalen Kontaktierung basiert, seien mittlere Wirkungsgrade von 19,1 Prozent erzielt wurden, heißt es bei centrotherm.

Zugleich präsentierte centrotherm zwei Upgrade-Varianten bzw. eine neue Emitter-Technologie für bestehende Produktionslinien, die den Zellwirkungsgrad um bis zu 0,5 Prozent steigern soll. Ein Prozentpunkt mehr Wirkungsgrad reduziert die Kosten bei den Herstellern um sechs Prozent, weiß centrotherm-Sprecher Dr. Torsten Knödler.

Ein Grund mehr für Hersteller, sich für die neue Technologie von centrotherm zu entscheiden, zumal der Wettbewerb auch unter den asiatischen Solarherstellern weiter zunehmen dürfte…

Kurzportrait

Die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG ging im Jahre 1976 aus der gegründeten centrotherm Elektrische Anlagen GmbH + Co. KG hervor. Das Unternehmen sieht sich heute als einer der weltweit führenden Anbieter von Technologien, Ausrüstung und zur Herstellung von Solarsilizium, Solarzellen und Dünnschichtmodulen. Centrotherm bietet dabei die komplette Produktpalette an, die für die Herstellung von Siliziumprodukten bis zur fertigen Solarzelle benötigt wird.

Centrotherm operiert im Wesentlichen aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Solarzelle & Modul bietet schlüsselfertige Produktlinien für die Produktion von kristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodulen an. Dienstleistungen rund um die Fertigung von Solarzellen runden das Produktangebot ab.

Im Geschäftsbereich Silizium & Wafer bietet centrotherm über seine Tochter centrotherm SiTec GmbH Engineering Dienstleistungen und Ausrüstung für die Herstellung von Solarsilizium an, womit Solarzellenhersteller ihre eigene Rohstoffversorgung decken können. Auch die auf Vakuumtechnik und Plasmatechnologien spezialisierte FHR Anlagenbau GmbH ist eine Tochter der centrotherm. Inzwischen bietet centrotherm über seine Tochter GP Solar auch optische Messsysteme (GP Solar Inspect) an, welche die Qualitätskontrolle bei Wafer- und Solarzellen- sowie Modulprodukten verbessern sollen.

Im November 2008 verstärkte sich centrotherm im Siliziumbereich und schluckte den Maschinenbauer Michael Glatt Maschinenbau GmbH. Die Gesellschaft gilt als Marktführer im Bereich Druckbehälter und Apparate, die auch in der Produktion von Solarsilizium zum Einsatz kommen. Zuvor hatte centrotherm bereits den Solarsilizium-Spezialisten SolMic GmbH hinzugekauft.

Neben dem Hauptsitz in Deutschland, ist centrotherm auch mit Niederlassungen im Ausland aktiv. Im Jahr 2008 hat das Unternehmen mit der 100%igen Tochter centrotherm photovoltaics Italia S.R.L. eine Niederlassung in Italien gegründet. Mit der 100%igen Tochter centrotherm photovoltaics USA Inc ist das Unternehmen auch in den USA präsent. In 2010 gründete centrotherm noch eine weitere Tochter in Shanghai (China) sowie eine Tochtergesellschaft in Indien. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft zählen Branchengrößen wie Q-Cells, Er-Sol, Sunways oder Suniva.

Zahlen

Für das erste Halbjahr 2010 meldet centrotherm einen Umsatzanstieg um 5,4 Prozent auf 278,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte auf um 31 Prozent auf 33,9 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 12,2 Prozent, nach 9,8 Prozent in der Vorjahresperiode.

Meldung gespeichert unter: centrotherm photovoltaics

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