Bundesnetzagentur zieht positive Bilanz für Wettbewerbsentwicklung im Telekommunikations- und Postbereich

Donnerstag, 15. Dezember 2011 11:26
Bundesnetzagentur

Kurth: "Wertschöpfung der Wettbewerber im Festnetzbereich deutlich gestiegen"  

Der Wettbewerb hat sich im Bereich der Telefonanschlüsse in den vergangenen Jahren weiter positiv entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesnetzagentur in ihrem heute vorgestellten Tätigkeitsbericht 2010/2011 für den Telekommunikationsbereich. Auch die Anschlusszahlen der TV Kabelnetzbetreiber steigen weiterhin. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Anschlüsse hier auf mehr als 3,5 Mio. erhöht. Das entspricht einer Steigerung um über 50 Prozent.  

"Bei den Telefonanschlüssen hat sich der Anteil der Wettbewerber in den vergangenen vier Jahren auf 38 Prozent verdoppelt. Mittlerweile stellen die Wettbewerber mehr als 14 Mio. Anschlüsse zur Verfügung. Das Wachstum ist insbesondere auf sog. All-IP-Anschlüsse zurückzuführen, bei denen auch die Sprachtelefonie über den Datenanschluss erfolgt", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. "Die Wettbewerbsentwicklung belegt, dass sich der Übergang zu einer nachträglichen Entgeltkontrolle bewährt hat. Die Bundesnetzagentur verfügt so nach wie vor über die Möglichkeit, all jene Angebote, die den Telefonanschluss umfassen, auf etwaige Missbräuchlichkeit hin zu überprüfen."  

"Erfreulich ist, dass die Wettbewerber immer mehr in eigene Infrastrukturen investiert haben. Sie sind dadurch zunehmend unabhängiger von der Infrastruktur des ehemaligen Monopolunternehmens geworden. Der Anteil der eigenen Wertschöpfung der Wettbewerber hat sich daher von 40 Prozent im Jahr 2000 auf nunmehr etwa 70 Prozent erhöht. An dieser Entwicklung haben die TV-Kabelnetzbetreiber einen wesentlichen Anteil", betonte Kurth.

Entwicklung im Breitbandmarkt

Generell hat sich allerdings das Wachstum bei den Breitbandanschlüssen weiter abgeschwächt. Zur Jahresmitte 2011 wurden in Deutschland ca. 26,7 Mio. Breitbandanschlüsse genutzt. Damit liegt die Penetrationsrate - bezogen auf alle Haushalte - nun bei etwa zwei Drittel. Dabei sind DSL-Anschlüsse nach wie vor die führende Technologie zur Realisierung breitbandiger Internetzugänge.  

"Deutschland hat seine Position im Hinblick auf die Breitbandversorgung der Bevölkerung im europäischen Vergleich weiter gefestigt. Mit einer Penetrationsrate von über 32 Prozent - bezogen auf die Zahl der Einwohner - liegen wir deutlich über dem EU-Durchschnitt von 26,6 Prozent", hob Kurth hervor.   Die Verteilung der Marktanteile zwischen der Deutschen Telekom AG (DT AG) und ihren Wettbewerbern ist im Berichtszeitraum weitgehend stabil geblieben. Die Wettbewerber haben ihren Anteil von über 54 Prozent halten können.  

Grundsätzlich hat sich der Trend hin zu Bündelangeboten weiter verstärkt. Insbesondere Bündel aus Telefonie und Internetzugängen machen einen zunehmenden Anteil der abgeschlossenen Verträge aus. Deutschland befindet sich bei dieser Entwicklung im europäischen Vergleich an der Spitze.

"Bündelangebote bieten aus Sicht der Anbieter den Vorteil, dass die Geschäftsbeziehung zum Kunden vereinfacht wird, da dieser verschiedene Leistungen aus einem Vertrag erhält. Dadurch wird gleichzeitig eine höhere Kundenbindung erreicht. In die Bündelangebote werden in jüngster Zeit weitere Elemente integriert. So kommen neben TV-Angeboten zunehmend Mobilfunk- und sog. Cloud-Dienste hinzu", erläuterte Kurth.  

Breitbandausbau

Durch die Umrüstung der TV-Kabelnetze auf den neuen Übertragungsstandard DOCSIS 3.0 könnten heute bereits 16 Mio. Haushalte diese leistungsfähigen Breitbandanschlüsse in Anspruch nehmen, die Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 120 Mbit/s zulassen. Darüber hinaus haben vor allem regional tätige Unternehmen begonnen, zunächst in den Zentren größerer Städte Glasfaser Anschlussnetze auszurollen. Nach Angaben des BUGLAS (Bundesverband Glasfaseranschluss) werden seine Mitgliedsunternehmen bis Ende 2011 etwa 870.000 Glasfaseranschlüsse (FTTH und FTTB) installiert haben. Die DT AG beabsichtigt bis zum Jahresende 160.000 Haushalte in zehn deutschen Städten mit Glasfaseranschlusstechnologie zu erschließen. Ende 2011 dürften nach den Planungen der verschiedenen Anbieter also insgesamt etwa 1 Mio. Haushalte mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet sein. Allerdings haben Mitte 2011 erst ca. 140.000 Haushalte tatsächlich diese Möglichkeit genutzt.  

"Generell zeigt sich bei den hochleistungsfähigen Anschlusstechnologien ein deutlicher Abstand zwischen Versorgungsmöglichkeit und tatsächlicher Nachfrage. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass Anwendungen, die hochbitratige Anschlüsse zwingend erforderlich machen, derzeit noch als entscheidender Treiber der Nachfrage fehlen. Auch in vielen anderen europäischen Ländern beobachten wir ein ähnliches Verhalten der Verbraucher", sagte Kurth.  

"Durch den Ausbau der Mobilfunknetze der vierten Generation wird sich auch der intermodale Wettbewerb weiter intensivieren. Dies wird dazu beitragen, ein Angebot von Anschlüssen mit niedrigeren Kapazitäten in Kürze flächendeckend zu erreichen. Mit einem Mix an Strategien und Technologien - VDSL, FTTB, FTTH, TV-Kabel und drahtlose Technologien - ist das Ziel der Breitbandstrategie im Wettbewerb zu erreichen", betonte Kurth.   Dass der wettbewerblich getriebene Ausbau der Breitbandnetze zügig voranschreitet, zeigt sich an der Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen mit einer Downloadgeschwindigkeit von 1 Mbit/s. Diese hat sich seit 2009 auf nun ca. 99 Prozent erhöht. Die Verfügbarkeit von Anschlüssen mit 2 Mbit/s und mehr ist im selben Zeitraum von 70 Prozent auf 93,3 Prozent gestiegen.  

Die Bundesnetzagentur hat mit den im Mai 2010 versteigerten Frequenzen (sog. Digitale Dividende) einen wesentlichen Beitrag zur Breitbandversorgung geleistet. Vorrangiges Ziel bei der Ausgestaltung und der Durchführung der Versteigerung war es, günstige regulatorische Rahmenbedingungen für eine schnelle und effiziente Versorgung der Bevölkerung mit mobilen breitbandigen Anwendungen zu schaffen. Mit einer speziellen Versorgungsverpflichtung wurde die Voraussetzung für die Schließung von Versorgungslücken bei der breitbandigen Internetversorgung geschaffen.  

Meldung gespeichert unter: Bundesnetzagentur

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