Brocade profitiert vom McData-Zukauf

Dienstag, 6. März 2007 00:00

(IT-Times) Während derzeit andere Werte unter der schwachen Börsenverfassung leiden, markieren die Aktien des amerikanischen Switch-Herstellers und SAN-Spezialisten Brocade Communications Systems (Nasdaq: BRCD<BRCD.NAS>, WKN: 922590<BCS.FSE>) ein neues Jahreshoch.

Hoffnung auf höhere Synergieeffekte

Hintergrund sind Erwartungen auf höhere Synergieeffekte im Zusammenhang mit der übernommenen McData. Brocade schloss die Übernahme des einstigen Rivalen im Januar ab. Analysten sehen durch diesen Schachzug erhebliches Synergiepotential im Bezug auf Kosteneinsparungen. Goldman Sachs Analystin Laura Conigliaro glaubt, dass der Zukauf schneller und vor allem größere Kostenersparnisse für Brocade ermöglicht, als bislang angenommen. Bei rund 30.000 Kunden hätte sich lediglich eine Überlappung von weniger als 300 Kunden ergeben, deutet das Brocade-Management weiteres Synergiepotential an.

Zukunftsmarkt File Area Networking

Darüber hinaus sieht die Goldman Sachs Analystin Brocade über das Kerngeschäft mit Fibre-Channel Switches hinaus expandieren. Während das Geschäft mit Switches um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr anzog, verzeichnete Brocade im Bereich File Area Networking ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal bzw. über 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das FAN-Geschäft ist noch vergleichsweise jung, doch verzeichnete Brocade in diesem Segment zuletzt ein Auftragsplus von 180 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bereits im September 2006 lies Brocade verlauten, dass das FAN Software- und Servicegeschäft in den nächsten drei bis fünf Jahren rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes beitragen soll. Dadurch will Brocade seine gesamte Umsatzbasis stärker diversifizieren.

Daneben brachte Brocade die Übernahme von Silverback Systems für weniger als zehn Mio. US-Dollar in bar zum Abschluss. Mit der Übernahme setzt Brocade auf einen weiteren Zukunftstrend, der bereits Anbieter wie Akamai und F5 Networks Rekordeinnahmen bescherte: nämlich der Beschleunigung von Daten über Netze. Silverback entwickelt Netzwerk-Prozessoren, welche den Datenverkehr innerhalb von Netzwerkumgebungen beschleunigen sollen - ein Bereich, der im Zuge des stetig steigenden Datenaufkommens weiter an Bedeutung gewinnen dürfte…

Kurzportrait

Die in Kalifornien ansässige Brocade Communications Systems sieht sich als marktführender Anbieter im Bereich Storage Area Networks (SAN) und File Area Networking (FAN) Technologien und Services.

Brocade entwickelt Software und Hardware, um Speichersysteme schneller und zuverlässiger ansprechen zu können. Die optischen Schalter kommen vor allem in komplexen Speicherbausteinen zum Einsatz. So können Unternehmen eine Speichereinheit im Netzwerk entsprechend auslasten und mehrfach belegen. Brocade hat sich vor allem durch seine Produktlinie SilkWorm in der Vergangenheit einen Namen in der Branche gemacht. Neben Hardwarelösungen vertreibt das Unternehmen auch zugehörige Software (Brocade OS, Brocade Multicasting, Brocade SES, Brocade Zoning, Brocade Solutionware, Brocade Tapestry Wide Area File Services) als auch für das Internet zugeschnittene Web-Tools. Brocade vertreibt seine Produkte überwiegend über große Hersteller wie EMC, HP und IBM, welche auch für den Großteil der Brocade-Umsätze verantwortlich zeichnen. Das Unternehmen erwirtschaftete in der Vergangenheit den überwiegenden Teil seiner Umsätze durch den Verkauf von Hardware und den damit verbundenen Dienstleistungen wie Support, Integration und Wartung. Die restlichen Umsatzanteile werden über Softwarelizenzen erwirtschaftet. Zwar unterhält das Unternehmen weitere Verkaufsniederlassungen in 14 Ländern weltweit, doch den Großteil seiner Produkte, Dienstleistungen und Softwarelizenzen setzt das Unternehmen in den USA ab.

Zu den Kunden Brocades zählen Technologiegrößen wie IBM, EMC und Hewlett-Packard, die auch den Großteil der Umsätze tragen. Nachdem sich das Unternehmen durch die Übernahme von Rhapsody Networks im Bereich Speicher-Switches verstärkte, kaufte Brocade im Frühjahr 2006 den File-Management-Spezialisten NuView. Anfang 2007 schloss Brocade schließlich die Übernahme des Rivalen McData für über 973 Mio. Dollar ab. Gleichzeitig kaufte Brocade den Netzwerkbeschleuniger Silverback Systems.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2007 meldet Brocade einen Umsatzanstieg um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 224,2 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 170,1 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn schnellte um 245 Prozent auf 33,3 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Plus von 9,7 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 17 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von zehn US-Cent je Aktie im Jahr vorher. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 214,8 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 13 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Brocade führt das Wachstum nicht zuletzt auf die Übernahme von Silverback Systems zurück, einem Anbieter von Netzwerkbeschleunigungstechniken. Die operative Gewinnmarge kletterte zuletzt auf 26 Prozent nach 17 Prozent im Vorjahresquartal. Die Barreserven summierten sich zum Jahresende auf 631,7 Mio. Dollar.

Markt und Wettbewerb

Als einer der Hauptkonkurrenten und Herausforderer im Bereich Storage Area Networks (SAN) gelten nach der Übernahme von McData vor allem die US-Speicherspezialisten QLogic und Emulex.

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