Brocade erschließt sich neuen Markt

Mittwoch, 11. Oktober 2006 00:00

(IT-Times) Der amerikanische Switch-Hersteller Brocade Communications Systems (Nasdaq: BRCD<BRCD.NAS>, WKN: 922590<BCS.FSE>) hat mit der Übernahme von McData für rund 713 Mio. Dollar Anfang August seine Marktstellung im Bereich Fibre Channel Switches weiter gestärkt. Wurden Brocade im Vorfeld in diesem Bereich ein Marktanteil von 56 Prozent zugeschrieben, dürfte dieser nach der Übernahme von McData auf rund 80 Prozent steigen, so die Marktforscher des Hauses Dell`Oro Group.

Diese dominierende Stellung hat offenbar die Wettbewerbshüter der Federal Trade Commission (FTC) auf den Plan gerufen. Die FTC-Behörden verlangen weitere Informationen und Unterlagen über den geplanten Zusammenschluss. Dennoch sieht sich Brocade weiter im Plan, die Übernahme bis zum Januar 2007 abschließen zu können.

Einstieg in den Data Management Markt

Sollte die Übernahme von McData nicht zustande kommen, wäre dies aber kein Beinbruch für Brocade. Das Unternehmen hat sich mit der Gründung der neuen Geschäftseinheit Brocade Tapestry File Services in einem neuen Markt vorgewagt, der dem Unternehmen weitaus größere Chancen bietet. Der von Brocade im Vorfeld adressierte SAN-Markt (Storage Area Networks) wurde zuletzt auf 1,8 Mrd. Dollar geschätzt. Durch neue File Data Management-Lösungen erhöht sich der Zielmarkt auf 5,4 Mrd. Dollar.

Den Grundstein für diesen Vorstoß hat Brocade bereits im ersten Quartal 2006 gelegt, als das Unternehmen den Spezialisten NuView übernahm. NuView-Chef Rahul Mehta ist nunmehr als CTO für die neue Geschäftseinheit verantwortlich und will durch das Flagschiffprodukt StorageX neue Firmenkunden gewinnen. StorageX virtualisiert Daten, indem es multiple File-Systeme in einem einzigen, logischen File-System zusammenfasst. In anderen Worten, dass System erfüllt dieselben Aufgaben, die ein Domain Name Server für Netzwerke erfüllt. Bislang nutzen etwa 450 Geschäftskunden die neue Technologie, so Metha. Doch das Potential scheint weit höher. Metha schätzt die Zielgruppe für das Produkt auf mindestens 10.000 Kunden.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Brocade jüngst eine Reihe von Spezialisten und Ingenieure neu eingestellt, um seine File Data Management Technik weiter voranzutreiben. Dennoch glaubt der Brocade-Manager: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“. Dies dürfte auch für Brocade-Aktionäre gelten, schließlich notierte der Brocade-Kurs im Jahr 2001 noch bei über 100 US-Dollar.

Kurzportrait

Die in Kalifornien ansässige Brocade Communications Systems galt Ende der 90er Jahre als Garant für stetige Kurssteigerungen. Der marktführende Anbieter im Bereich Storage Area Networks (SAN) wird erst seit Anfang 1999 an der Technologiebörse Nasdaq notiert, wobei sich Investoren innerhalb kurzer Zeit über eine Kursvervielfachung freuen konnten. Inzwischen ist die Realität an den Technologiebörsen zurückgekehrt und mit ihr auch die Kurse des einstigen Börsen-Highflyers.

Brocade entwickelt Software und Hardware, um Speichersysteme schneller und zuverlässiger ansprechen zu können. Die optischen Schalter finden vor allem in komplexen Speicherbausteinen ihren Einsatz. So können Unternehmen eine Speichereinheit im Netzwerk entsprechend auslasten und mehrfach belegen. Brocade hat sich vor allem durch seine Produktlinie SilkWorm einen Namen in der Branche gemacht. Der optische Switch gilt inzwischen als Flagschiffprodukt der Gesellschaft. Neben der Produktreihe SilkWorm, vertreibt das Unternehmen auch zugehörige Software wie Brocade OS, Brocade Multicasting, Brocade SES, Brocade Zoning, Brocade Solutionware als auch für das Internet zugeschnittene Web-Tools. Brocade vertreibt seine Produkte überwiegend über große Hersteller, wie EMC, HP und IBM. Das Unternehmen erwirtschaftete in der Vergangenheit 90 Prozent seiner Umsätze durch den Verkauf von Hardware und den damit verbundenen Dienstleistungen wie Support, Integration und Beratung. Die restlichen Umsatzanteile werden über Softwarelizenzen erwirtschaftet. Zwar unterhält das Unternehmen weitere Verkaufsniederlassungen in 14 Ländern weltweit, doch den Großteil seiner Produkte, Dienstleistungen und Softwarelizenzen setzt das Unternehmen in den USA ab.

Zuletzt war Brocade von wenigen Kunden, wie von IBM, EMC und Hewlett-Packard abhängig, welche den Großteil der Umsätze trugen. Durch die Gewinnung weiterer Kunden, wie NEC, Siemens Computer Systems und StorageTek konnte Brocade diese Abhängigkeit in den letzten Jahren etwas verringern. Nachdem sich das Unternehmen durch die Übernahme von Rhapsody Networks im Bereich intelligente Speicher-Switches verstärkte, kaufte Brocade im Frühjahr 2006 den File-Management-Spezialisten NuView. Anfang August 2006 übernahm Broade schließlich den Rivalen McData für über 700 Mio. Dollar.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2006 meldet Brocade einen Umsatzanstieg auf 189,9 Mio. Dollar, was einem Zuwachs von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei erwirtschaftete Brocade einen Nettogewinn von 24,5 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Minus von 7,2 Mio. Dollar zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das vergangene Quartal ein operativer Gewinn von 31 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie, womit Brocade die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 185,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von neun US-Cent je Aktie kalkuliert.

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