BlackBerry tritt die Flucht nach vorn an

Smartphone-Hersteller

Dienstag, 2. April 2013 13:58
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(IT-Times) - Das Unternehmen Research in Motion hat sich vor wenigen Wochen umbenannt. Fortan firmiert man unter dem Namen BlackBerry. Damit gibt man sich den Namen des Produktes, mit denen Research in Motion einst groß geworden ist. BlackBerry erging es in den vergangenen Jahren ähnlich wie dem einstigen Branchenriesen Nokia: Den Smartphones von Apple oder Samsung hatte man außer einer blühenden Vergangenheit wenig entgegen zu setzen.

Die Umbenennung in BlackBerry (Nasdaq: BBRY, WKN: 909607) ist jedoch ein Zeichen für die Entschlossenheit des Unternehmens, sich im Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt nicht geschlagen zu geben. Davon zeugen auch die jüngsten Meldungen der Kanadier: Jüngst startete man den Verkauf des neuen Smartphones Z10. Auf dem Gerät ist das Betriebssystem BlackBerry installiert und wird in den USA für 199,99 US-Dollar mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bei AT&T verkauft. Auch bei T-Mobile USA und bei Verizon steht das Z10 mittlerweile zum Verkauf. Gegenüber dem Vorgänger-Betriebssystem BlackBerry 7 OS hat BlackBerry 10 einige Upgrades erhalten. Auch ein Ökosystem um das Z10 hat BlackBerry bereits geschaffen.

Das Z10 wurde erstmalig im Januar präsentiert. Das Gerät verfügt über eine acht Megapixel Kamera und ähnelt dem iPhone 5 äußerlich, ist dabei aber größer. Zeitgleich präsentierte man auch das Q10. Dieses verfügt über einen kleineren Touch-Screen sowie ein physisches Keyboard und ähnelt den BlackBerry Bold Modellen. Es soll voraussichtlich in diesem Monat erhältlich sein.

BlackBerry geht mit eigener “Welt” in die Offensive

Solide Hardware ist man aus dem Hause BlackBerry ja seit langem gewohnt. Um nun im Kreis der großen und etablierten Smartphone-Hersteller eine neue wichtige Rolle einzunehmen, geht das Unternehmen nun auch mit der sogenannten BlackBerry World in die Offensive. Diese Plattform soll Apps, Musik-Titel und TV-Shows zum Download bereit stellen. Filme sollen über die BlackBerry World ziemlich genau am selben Tag verfügbar sein, wie die Streifen auch auf DVD erscheinen. Das Film- und TV-Angebot wird Inhalte von allen größeren Hollywood-Studios, führender Musik-Labels und lokalen TV-Sendern umfassen.

Die Video-Download- und Ausleihfunktion in der BlackBerry World ist zunächst nur in den USA, England und Kanada verfügbar. Je nach Region und Distributor erhalten Kunden Zugang zu Film- und TV-Angeboten von 20th Century Fox, Entertainment One (eOne), Lionsgate, MGM, National Film Board of Canada, Paramount Pictures, Sony Pictures Home Entertainment (US), Starz Digital Media, STUDIOCANAL, The Walt Disney Studios, Universal Pictures (UK) und Warner Bros.

Die Musik-Download-Sektion der BlackBerry World wird einen umfassenden Katalog an Songs von führenden unabhängigen Labels wie 4AD Records, Domino Recording Company, finetunes, Matador Records, [PIAS] Entertainment Group, Rough Trade Records, Sony Music Entertainment, The Orchard, Universal Music Group, Warner Music Group, XL Recordings und Zebralution beinhalten.

Die Offensive von BlackBerry scheint ein richtiger Schritt zu sein, um auch weiterhin im Smartphone-Wettbewerb bestehen zu können. Allerdings dürfte sie auch mit höheren Marketing-Ausgaben einher gehen. Das kann zumindest kurzfristig die Margen von BlackBerry belasten.

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) ist ein Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 79 Millionen Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Anfang 2009 schloss RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media ab. Im März 2009 übernahm RIM den kanadischen Sicherheitsspezialisten Certicom. Mitte 2010 schluckte RIM von Harman International die Betriebssystem-Einheit QNX Software Systems, später folgte die Übernahme des Documents To Go Entwicklers DataViz. Zudem wurde Ende 2010 die schwedische The Astonishing Tribe (TAT) übernommen. Mitte 2011 kaufte RIM Scoreloop auf. Anfang 2012 wurde der Spezialist Paratek Microwave übernommen.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM.

2013 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in BlackBerry.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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