BITKOM: 43.000 offene Stellen für IT-Fachleute

Mittwoch, 5. Dezember 2007 11:22
BITKOM

43.000 offene Stellen für IT-Fachleute
 

- Studie: 60 Prozent der IT-Unternehmen suchen neue Mitarbeiter
- Fachkräftemangel ist ein zentrales Thema beim IT-Gipfel
- BITKOM legt Grundsatzpapier zur Bildungspolitik vor
 

Berlin, 5. Dezember 2007

In der deutschen Wirtschaft gibt es derzeit 43.000 offene Stellen für IT-Fachleute. Davon entfallen 18.000 Jobs auf die IT-Branche und 25.000 auf Wirtschaftszweige, in denen Informations- und Kommunikationstechnik zum Einsatz kommt. Das geht aus einer aktuellen Studie zur Beschäftigungssituation von IT-Experten hervor, die der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) aus Anlass des IT-Gipfels in Auftrag gegeben hat. Die Studie wurde heute von BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in Berlin vorgestellt. Grundlage ist eine repräsentative Umfrage des Instituts ARIS Umfrageforschung unter 600 ITK-Unternehmen und 800 Firmen anderer Branchen. „Die Jobperspektiven für IT-Fachkräfte sind so gut wie seit Jahren nicht mehr“, sagte Scheer bei der Präsentation der neuen Zahlen. 60 Prozent der IT-Unternehmen suchen zusätzliche Mitarbeiter, insbesondere hoch qualifizierte Software-Entwickler und IT-Manager. „Das deutsche Bildungssystem kann den aktuellen Bedarf der Wirtschaft nach Fachkräften in vielen Bereichen nicht mehr decken“, sagte Scheer. „Die Reformen in der Bildungs- und Zuwanderungspolitik müssen deshalb konsequent fortgesetzt werden.“

Die Stärkung des Hightech-Standorts Deutschland, Bildung und Sicherheit sind einige der zentralen Themen des zweiten nationalen IT-Gipfels, der am 10. Dezember in Hannover stattfindet. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehreren Bundesministern nehmen an der Veranstaltung rund 500 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft teil. „Informations- und Kommunikationstechnologien sind Schlüsselfaktoren für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert“, sagte Scheer. „Beim IT-Gipfel werden Zukunftsprojekte angestoßen und vorangetrieben.“ Dazu zählen die einheitliche Behördenrufnummer 115 und Initiativen in den Bereichen E-Energy, IT-Sicherheit oder E-Government. Scheer: „Bei all diesen Themen sind wird seit dem ersten IT-Gipfel im Dezember 2006 ein gutes Stück voran gekommen.“

Ebenfalls im Rahmen des IT-Gipfels soll der Chief Information Officer (CIO) der Bundesregierung angesprochen werden. Scheer: „Der BITKOM begrüßt die Ernennung eines Bundes-CIOs ausdrücklich.“ Damit werde ein seit langem vorgetragener Vorschlag der IT-Industrie umgesetzt. Zu seinen Aufgaben gehört die Koordination der IT-Aktivitäten des Bundes und er ist die zentrale Schnittstelle zwischen Bund und Ländern in IT-Fragen. Damit der CIO diese Aufgaben erfüllen kann, müsse er ausreichende Kompetenzen besitzen. Scheer empfiehlt deshalb, diese Position auf höchster politischer Ebene anzusiedeln, einer einzelnen Person zu übertragen sowie mit ausreichenden Ressourcen und klaren Entscheidungsbefugnissen über die Ressortgrenzen hinweg auszustatten. Scheer: „Wir sind gespannt, inwieweit diese Empfehlungen im Rahmen des IT-Gipfels aufgegriffen werden.“Noch nicht abschließend gelöst ist die Frage, wie die Verfügbarkeit von Fachkräften in Zukunft verbessert werden kann. „Der Fachkräftemangel führt zu volkswirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe“, sagte Scheer. Ein Viertel der IT-Unternehmen mit offenen IT-Stellen mussten laut der Umfrage Aufträge ablehnen, weil sie keine geeigneten Mitarbeiter gefunden haben. Nach BITKOM-Schätzung kosten nicht besetzte Stellen die ITK-Industrie in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro.

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels sind aus Sicht der Hightech-Branche weitere Reformen auf allen Stufen des Bildungssystems notwendig. Der BITKOM schlägt in seinem neuen Grundsatzpapier zur Bildungspolitik vor, den technisch-naturwissenschaftlichen Unterricht in den Schulen zu stärken und die Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I zu etablieren. Spezielle Zusatzangebote sollen Mädchen in der Schule für technische Themen begeistern und mehr junge Frauen überzeugen, später Informatik oder Ingenieurwesen zu studieren. Auf die Hochschulen kommt durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre bis zum Abitur eine enorme Herausforderung zu. Insbesondere die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer sollten finanziell so gestärkt werden, dass sie die einmalig steigenden Studierendenzahlen abfangen können. „Die Hochschulen müssen die Studienanfänger besser betreuen, um die hohen Abbrecherquoten zu senken“, sagte Scheer. „Förderung statt Selektion sollte das Motto in Zukunft lauten.“

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