Bechtle setzt auf Softwarelizenzgeschäft

Mittwoch, 21. November 2007 12:46
Bechtle Unternehmenslogo

(IT-Times) Trotz guter Zahlen und einem positiven Ausblick gaben die Aktien des Neckarsulmer IT-Servicedienstleister Bechtle AG (WKN: 515870) zuletzt deutlich nach. Enttäuschend entwickelte sich zuletzt vor allem das EBIT im E-Commerce Bereich.

Trotz eines Umsatzanstiegs in diesem Geschäftsbereich von 25,8 Prozent auf 117,4 Mio. Dollar, sank das EBIT um 3,6 Prozent auf 6,6 Mio. Euro. Analysten führen den leichten Gewinnrückgang nicht zuletzt auf einen höheren Anteil von niedrigmargigen Hardwareprodukten am Umsatz zurück.

Um im E-Commerce-Geschäftsbereich eine Trendwende beim Gewinn herbeizuführen, müsste Bechtle wohl nicht nur schneller wachsen, sondern insbesondere auch mehr Premium-Produkte anbieten. Dabei verkaufen sich auch hochpreisige IT-Produkte wie Notebooks und Monitore im Internet immer besser, wie eine Studie des Online-Portals Yahoo in Kooperation mit Plan.Net Research ergab.

Bechtle baut Softwarelizenzgeschäft weiter aus
Traditionell bessere Gewinnmargen wirft in der Regel das Geschäft mit Softwarelizenzen ab. Mit der Übernahme der Schweizer Comsoft direct hat sich Bechtle bereits frühzeitig in diesem Marktbereich positioniert. Am Vortag gab das Unternehmen nunmehr bekannt, neben den bereits bestehenden Tochterfirmen in der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden, eine deutsche Tochter sowie einen Vertriebsstützpunkt in München gründen zu wollen.

Doch der Markt für Softwarelizenzen und Maintenance ist in Deutschland hart umkämpft. Nach wie vor ist dieses Marktsegment stark fragmentiert, wobei sich immer noch viele Anbieter aus den unterschiedlichsten Branchen in diesem Bereich tummeln. Viele Firmen suchen daher nach einem ganzheitlichen Ansatz und wollen zunehmend Lösungen aus einer Hand, statt „best-of-breed“.

Bechtle kann an dieser Stelle mit seinem Full-Service-Portfolio punkten, muss jedoch aufpassen, sein Produktangebot ständig aktuell zu halten und weiter auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind weitere Kooperationen bzw. Übernahmen unumgänglich. Hier kann Bechtle aber ebenfalls auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen - immerhin wurden seit 1990 mehr als 30 Unternehmen übernommen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1983 gegründete und in Neckarsulm ansässige Bechtle AG sieht sich als ein führendes IT-Dienstleistungsunternehmen und -Systemhaus in Deutschland. Das Unternehmen betreut sowohl Firmenkunden als auch den Öffentlichen Dienst mit IT-Services und kombiniert dabei sein Geschäft mit dem Direktvertrieb von IT-Produkten. Dabei bietet das Unternehmen sowohl Hardware- als auch Softwareprodukte über das Web an und ist damit auch im E-Commerce-Bereich aktiv.

Die Angebotspalette der Gesellschaft umfasst dabei sowohl IT-Projektplanung und dessen Umsetzung, sowie Beratung, bis hin zur Systemintegration und Wartung der Systeme. Daneben bietet das Unternehmen auch ein umfangreiches Schulungsprogramm an. Im Systemhausbereich ist das Unternehmen inzwischen an rund 60 Standorten mit entsprechenden Niederlassungen in Deutschland als auch in der Schweiz aktiv. Über seine etwa 20 Competence Center bietet Bechtle Unterstützung bei komplexen Themen wie CAD, Security, Speicherlösungen und Virtualisierung an.

Im Handelsgeschäft ist das Unternehmen mit der Plattform Bechtle direkt am Mark vertreten. Insgesamt werden über die gleichnamige Internetseite und über einen Katalog mehr als 30.000 IT-Produkte angeboten.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Bechtle auch durch Zukäufe. So wurden unter anderem die IT-Spezialisten DELEC AG und compartner systems GmbH als auch die niederländische Artikona hinzugekauft. Ebenfalls im Jahr 2005 übernahm Bechtle das Deskside Support Service-Geschäft von IBM. Anfang 2007 blieb Bechtle weiter auf Einkaufstour und übernahm das Essener Systemhaus ITZ I.T., womit das Servicegeschäft gestärkt wurde. Mit der Schweizer Comsoft direct und der Coma Services folgten weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2007 übernahm Bechtle die niederländische buyitdirect.com und verstärkte sich damit im E-Commerce-Markt. Seit 1990 wurden insgesamt mehr als 30 Firmen übernommen.

Zuletzt beschäftigte Bechtle mehr als 4.000 Mitarbeiter, wobei die Gesellschaft im europäischen Raum in mehr als neun Ländern aktiv ist und über 25.000 überwiegend mittelständische Kunden betreut.

Zahlen

Im dritten Quartal 2007 meldet Bechtle einen Umsatzanstieg um 22 Prozent auf 342,8 Mio. Euro. 2006 hatte er noch bei 280,9 Mio. Euro gelegen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte sogar um 30 Prozent zu und verbesserte sich auf 20,38 Mio. Euro. 2006 hatte das EBITDA noch bei 15,65 Mio. Euro gelegen.

Meldung gespeichert unter: Bechtle

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