Baidus Dominanz weiterhin ungebrochen

Freitag, 27. Juli 2007 00:00

(IT-Times) Chinas führende Internet-Suchmaschine Baidu.com (Nasdaq: BIDU, WKN: A0F5DE) kann abermals mit beeindruckenden Wachstumsraten aufwarten. Der Google-Konkurrent konnte Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln.

Anders als von vielen Marktbeobachtern erwartet, konnte Baidu.com seine Spitzenposition gegenüber dem Suchmaschinengiganten Google in China weiter behaupten und sogar zu Lasten kleinerer Anbieter weiter ausbauen. Nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause eMarketer kontrolliert Baidu.com weiterhin mit 57 Prozent den Markt für bezahlte Suchmaschinenlinks. Google kommt im Reich der Mitte weiterhin nur auf einen Marktanteil von 18,7 Prozent, heißt es bei den Marktforschern.

Chinas Werbetreibende setzen derweil ebenfalls weiter auf den Marktführer. Rund 16.000 neue Werbekunden konnte Baidu.com im jüngsten Quartal begrüßen, ein Zuwachs von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wobei Baidu.com nunmehr 128.000 Werbekunden betreut. Die Kunden kommen nicht nur in Scharen zu Baidu.com, sie geben auch gleichzeitig mehr Geld aus. So stieg der Durchschnittsumsatz pro Werbekunde auf 407 US-Dollar pro Kunde - ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt steckt der chinesische Online-Werbemarkt erst in den Kinderschuhen. Mit rund 162 Mio. Internet-Nutzern waren bis Jahresmitte grade mal 12 Prozent der Bevölkerung online. Die Online-Werbeerlöse kletterten in China im vergangenen Jahr um 54 Prozent auf 508,3 Mio. Dollar, so die eMarketer-Experten. In den USA erreichte der Online-Werbemarkt im vergangenen Jahr ein Volumen von 16,8 Mrd. Dollar.

Große Fortschritte macht Baidu.com offenbar auch neben seinem traditionellen Suchmaschinengeschäft. Wie das Unternehmen im Rahmen der Quartalspressekonferenz mitteilte, gilt der Frage- und Antwortservice Baidu Knows inzwischen mit mehr als 17 Millionen beantworteten Fragen als der weltweit größte Q&A-Service (Question and Answer).

Zieht Baidu.com an Yahoo vorbei?

Schon bald könnte Baidu.com auch am Weltmarkt zum größten Google-Wettbewerber avancieren. Citi Investment-Analyst Jason Brueschke sieht eine ungebrochene Marktdominanz des Unternehmens im chinesischen Online-Suchmaschinenmarkt. Langfristig sei das Unternehmen nach wie vor unterbewertet, so Brueschke, der für das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 35 bis 45 Mrd. Dollar sieht (aktuell 7,0 Mrd. Dollar). Damit würde Baidu.com in Sachen Börsenwert an Yahoo vorbeiziehen - der amerikanische Google-Rivale wird derzeit mit rund 32 Mrd. Dollar an der Börse bewertet.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 von Robin Li und Eric Xu gegründete Baidu.com ist die führende Internet-Suchmaschine Chinas. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Beijing bietet aber nicht nur Suchdienste, sondern auch Marketing-basierte Online-Services, wie Pay-for-Performance-Dienste (P4P-Services). Die Webseite, sowie Online-Werbeservices werden durch die Einheit Baidu Netcom betrieben und erbracht. Baidu.com sieht sich dabei als einer der ersten P4P-Servicedienstleister im Reich der Mitte, der solche Dienste anbietet. Ferner umfasst der Suchindex nach Firmenangaben derzeit mehr als 750 Mio. Webobjekte, wobei die Suchmaschine nicht nur nach Texten, sondern auch nach Fotos und Bilder, sondern auch nach MP3-Dateien fahndet.

Über die Tochter Baidu Online stellt das Unternehmen aber auch Suchtechnik und Services für Firmenkunden bereit. Mit Search Index bietet Baidu ein Tool für Medienprofis an, um Veränderungen bei häufig gesuchten Keywords zu erfassen. Bereits im Jahr 2004 übernahm Baidu.com mit Hao123 den weltgrößten Website-Index. Darüber hinaus bietet das Unternehmen inzwischen auch eine Desktop-Suchmaschine an - die erste Desktop-Suchmaschine, die sowohl die chinesische als auch die englische Sprache unterstützt.

Mit Movie Search bietet das Unternehmen einen gebührenpflichtigen Service an, welcher das Herunterladen von Filmen erlaubt, die von lizenzierten Content-Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Mit Baidu Post Bar betreibt Baidu.com eine Community- und Message-Plattform, bestehend aus mehr als 820.000 Diskussionsforen. Ferner betreibt Baidu.com mit Baidu Union ein Netzwerk bestehend aus Webseitenangeboten dritter Unternehmen, womit die Suchmaschine dadurch seinen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad erhöhen will. Mit Baidu Space stieg das Unternehmen Mitte 2006 zudem in den Blogger-Markt ein. Mit Baidupedia ist das Unternehmen gleichzeitig auch mit einem Online-Lexikon am Start. Mit Baidu Favorites und Baidu Video Search startet das Unternehmen zuletzt zwei neue Angeobte. Mit Baidu Knows betreibt Baidu.com den weltweit größten Frage- und Antwortservice.

Zudem schloss Baidu.com Partnerschaften mit Hewlett-Packard, MTV Networks, Microsoft und EMI Music. Neben dem Hauptsitz in Beijing unterhält Baidu.com noch weitere Niederlassungen in Schanghai und Shenzen. Firmenmitgründer und CEO Robin Li hielt zuletzt noch 26 Prozent der ausstehenden Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2007 meldete Baidu.com einen Umsatzanstieg um 109,4 Prozent auf 401,3 Mio. RMB (52,7 Mio. US-Dollar). Der Nettogewinn zog im Vergleich zum Vorjahresquartal um 142,7 Prozent auf 141,9 RMB (18,6 Mio. Dollar) an. Je Anteilsschein entspricht das einem Gewinn von 4,09 RMB oder 0,54 Dollar. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 49,3 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 43 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Expansionsbestrebungen nach Japan schlugen mit Kosten in Höhe von 17,2 Mio. RMB (2,3 Mio. Dollar) zu Buche. Bei den Kunden konnte Baidu.com deutlich zulegen und zwar um 14,3 Prozent. Damit zählt die Gesellschaft nach eigenen Angaben rund 128.000 aktive Werbekunden. Der Umsatz je Kunde aus dem Bereich Online-Marketing legte um 24 Prozent auf 3.100 RMB (407,3 Dollar) zu.

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