Baidu.com wird erwachsen

Montag, 7. Januar 2008 12:58
Baidu Unternehmenslogo

(IT-Times) So erfolgreich das Jahr 2007 für Chinas führende Internet-Suchmaschine Baidu.com (Nasdaq: BIDU, WKN: A0F5DE) endete, so schlecht begann das neue Jahr 2008. Durch den Unfalltod von Finanzchef Shawn Wang verliert Baidu.com einen wichtigen Wegbereiter des Erfolgs.

Bei aller Trauer muss Baidu schnell einen würdigen Nachfolger finden, denn 2008 ist für den chinesischen Suchmaschinenmarktführer ein enorm wichtiges Jahr. Das Unternehmen hat eine Reihe neuer Produkte auf den Weg gebracht und damit auf Trendthemen reagiert. Im Bezug auf die Olympischen Spiele 2008 in Beijing ist ein Olympia Channel geplant, um interessierte Nutzer um alle wichtigen Geschehnisse und Themen rund Olympia zu informieren.

Mit einem neuen Game Channel und einer Spielesuchmaschine hat Baidu.com auf einen weiteren Trend des modernen China reagiert, der immer mehr Spieler in virtuelle 3D-Welten lockt. Mit Baidu TV ist zudem ein neues Werbeformat geplant, das neue Werbegelder in die Kassen von Chinas führender Suchmaschine spülen soll.

Start in Japan rückt näher
Weitreichender ist hingegen der anvisierte Markteintritt in Japan. In den ersten neun Monaten 2007 wurden bereits 7,0 Mio. US-Dollar in den Marktstart im Land der aufgehenden Sonne investiert. Ursprünglich sollte der offizielle Markteintritt von Baidu Japan noch gegen Ende Dezember erfolgen, verzögerte sich aber zuletzt. Nunmehr wird es wohl Ende Januar bzw. Anfang Februar soweit sein.

Ein Erfolg in Japan ist von maßgeblicher Bedeutung, denn dies könnte der Grundstein für eine weltweit internationale Expansion der Chinesen sein und womöglich eine englischsprachige Version der Baidu-Suchmaschine zur Folge haben. Ein frühes Scheitern könnte hingegen das Aus für weitergehende Pläne bedeuten.

Baidu fordert Taobao heraus
Daneben wagt sich Baidu.com in einem weiteren Milliardenmarkt vor. Mit seiner E-Commerce-Initiative will der Suchmaschinenprimus den bisherigen Platzhirschen Taobao.com Paroli bieten, der zuletzt eBay Eachnet schon von der Spitzenposition als größten chinesischen Online-Auktionsmarkt verdrängte.

Zwar steht der Name der Online-Auktionsplattform für Privatkunden noch nicht fest, doch wird Baidu.com sicherlich den hohen Bekanntheitsgrad seiner Marke und den enormen Traffic seinen Seiten nutzen, um Nutzer auf seine neue E-Commerce-Plattform zu locken.

Mit den jüngsten Experimenten bewegt sich Baidu.com langsam vom Kerngeschäft Internet-Suche weg und mutiert immer mehr zu einem integrierten Internetkonzern mit Auslandsambitionen…

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 von Robin Li und Eric Xu gegründete Baidu.com ist die führende Internet-Suchmaschine Chinas. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Beijing bietet aber nicht nur Suchdienste, sondern auch Marketing-basierte Online-Services, wie Pay-for-Performance-Dienste (P4P-Services). Die Webseite, sowie Online-Werbeservices werden durch die Einheit Baidu Netcom betrieben und erbracht. Baidu.com sieht sich dabei als einer der ersten P4P-Servicedienstleister im Reich der Mitte, der solche Dienste anbietet. Ferner umfasst der Suchindex nach Firmenangaben mehr als 800 Mio. Webobjekte, wobei die Suchmaschine nicht nur nach Texten, sondern auch nach Fotos und Bilder, sondern auch nach MP3-Dateien fahndet.

Über die Tochter Baidu Online stellt das Unternehmen aber auch Suchtechnik und Services für Firmenkunden bereit. Mit Search Index bietet Baidu ein Tool für Medienprofis an, um Veränderungen bei häufig gesuchten Keywords zu erfassen. Bereits im Jahr 2004 übernahm Baidu.com mit Hao123 den weltgrößten Website-Index. Darüber hinaus bietet das Unternehmen inzwischen auch eine Desktop-Suchmaschine an - die erste Desktop-Suchmaschine, die sowohl die chinesische als auch die englische Sprache unterstützt.

Mit Movie Search bietet das Unternehmen einen gebührenpflichtigen Service an, welcher das Herunterladen von Filmen erlaubt, die von lizenzierten Content-Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Mit Baidu Post Bar betreibt Baidu.com eine Community- und Message-Plattform, bestehend aus mehr als 820.000 Diskussionsforen. Ferner betreibt Baidu.com mit Baidu Union ein Netzwerk bestehend aus Webseitenangeboten dritter Unternehmen, womit die Suchmaschine dadurch seinen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad erhöhen will. Mit Baidu Space stieg das Unternehmen Mitte 2006 zudem in den Blogger-Markt ein. Mit Baidupedia ist das Unternehmen gleichzeitig auch mit einem Online-Lexikon am Start. Mit Baidu Favorites und Baidu Video Search startete das Unternehmen zwei neue Angebote. Mit Baidu Knows betreibt Baidu.com den weltweit größten Frage- und Antwortservice.

Zudem schloss Baidu.com Partnerschaften mit Hewlett-Packard, MTV Networks, Microsoft und EMI Music. Neben dem Hauptsitz in Beijing unterhält Baidu.com noch weitere Niederlassungen in Schanghai und Shenzen. Firmenmitgründer und CEO Robin Li hielt zuletzt noch 26 Prozent der ausstehenden Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2007 wies Baidu.com einen Umsatz von 496,53 Mio. Renminbi (66,3 Mio. US-Dollar) aus, im Vorjahr waren es 239,33 Mio. RMB. Davon entfielen 496,12 Mio. RMB auf den Bereich Online Marketing Services (2006: 237,62 Mio. RMB).

Meldung gespeichert unter: Baidu

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