Autodesk vor Generationswechsel

Dienstag, 11. April 2006 00:00
Autodesk

(IT-Times) Ende März stellte der CAD-Spezialist Autodesk (Nasdaq: ADSK, WKN: 869964) sein neues Flagschiffprodukt AutoCAD 2007 vor. Gleichzeitig gab das Unternehmen einen Ausblick auf die nächsten Jahre. So will man bis zum Jahr 2012 jährlich im Schnitt um 15 Prozent wachsen. Im Fiskaljahr 2007 soll nochmals ein Umsatzplus von 18 bis 20 Prozent zu Buche stehen, so das Credo des Managements rund um Firmenchefin Carol Bartz.

Autodesk-Chefin tritt zurück

Just zu dem Zeitpunkt, indem Autodesk von einem Umsatz- und Gewinnrekord zum nächsten eilt, tritt eine der wohl erfolgreichsten Managerinnen der USA ab. Autodesk-Chefin Carol Bartz erklärte zum 1. Mai aus persönlichen Gründen ihren Rücktritt - nach 14 erfolgreichen an der Spitze des CAD-Spezialisten. Als Bartz das Unternehmen im Jahre 1992 übernahm, erwirtschaftete AutoDesk gerade mal einen Jahresumsatz von 275 Mio. Dollar. Im vergangenen Fiskaljahr überschritt der Umsatz die Marke von 1,5 Mrd. Dollar und wird aufgrund des stetigen Wachstums im nächsten Fiskaljahr 2008 wohl die Umsatzmarke von zwei Mrd. Dollar überschreiten. Der Autodesk-Aktienkurs hielt ebenfalls mit dem Wachstum schritt und vervielfachte sich in den vergangenen zehn Jahren.

Zum 1. Mai wird nunmehr der Direktor und Chief Operation Officer (COO) Carl Bass das Ruder bei Autodesk übernehmen. Der ehemalige Buzzaw-Firmenchef verspricht die Fortsetzung der Arbeit von Carol Bartz, zu der in den vergangenen Jahren auch ausgesuchte Übernahmen gehörten. Immer wieder stand zuletzt vor allem die Verstärkung im Bereich 3D-Software im Vordergrund. So wie auch die im Januar 2006, als die Übernahme des 3D-Spezialisten Alias abgeschlossen wurde, die sich Autodesk letztendlich 197 Mio. US-Dollar kosten lies.

3D-Software im Vordergrund

Doch die Investitionen dürften sich für Autodesk in der Zukunft auszahlen. Oppenheimer-Analyst Sasa Zorovic geht davon aus, dass der Wechsel zu 3D-Softwareprodukten schneller vonstatten gehen wird, als allgemein erwartet. Bereits im vergangenen Quartal kletterten Autodesks 3D-Erlöse um 22 Prozent gegenüber dem Vorquartal und steuerten bereits 21 Prozent des Gesamtumsatzes bei, merkt der Analyst an. Aufgrund der besser als erwarteten Ergebnisse stuft der Analyst Autodesk-Papiere auch gleich von „neutral“ auf „kaufen“ nach oben und sieht ein Kursziel von 46 Dollar für den Wert.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1982 und ansässig im kalifornischen San Rafael ist Autosdesk vor allem für seine CAD-Softwarereihe AutoCAD weltweit bekannt. Das Flagschiffprodukt AutoCAD trägt etwa ein Drittel der gesamten Umsätze des Unternehmens. AutoCAD wird vor allem für professionelles 3D-Modelling eingesetzt, um nicht nur industrielle Produkte am Bildschirm entstehen zu lassen, sondern auch Architekten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Um seine Marktstellung auch in ähnlichen Bereichen zu festigen, wurden in den letzten Jahren weitere Unternehmen übernommen. Darunter die Firmen Discreet Logic, Buzzsaw und RedSpark. Mit der Übernahme von Discreet sicherte sich Autodesk das Know-how der 3D-Softwarereihe 3D Studio Max, welches in der Spielebranche und unter erfahrenen Entwicklern einen guten Ruf genießt. Mit der Übernahme von Buzzsaw.com festigt das Unternehmen seine Stellung im Bereich der virtuellen Bauplanung und Entwicklung. Gleichzeitig versteht sich Buzzsaw.com als Internet-Portal, welches entsprechende Services und Support diesbezüglich über das weltweite Datennetz anbietet. RedSpark hingegen ist ein Spin-Off der Gesellschaft, der Dienstleistungen für Geschäftskunden im Bereich der industriellen Fertigung anbietet. RedSpark hat dabei insbesondere den Markt für Web-basierte Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) im Blickpunkt. Im vergangenen Jahr kaufte Autodesk den CAD-Spezialisten Linius Technologies und den Anbieter von Design-Software VIA Development.

Insgesamt bietet Autodesk heute nicht nur entsprechende 3D-Software an, sondern auch Anwendungen rund um den Bereich Web-Design und andere Multimedia-Werkzeuge. Durch die Übernahme von Caice Software versucht Autodesk sein Produktangebot im Bereich Transport- und Logistiksoftware auszubauen. Anschließend kaufte Autodesk den US-Softwareanbieter und Spezialisten für 3D-Software MechSoft Technology. Anfang 2005 übernahm Autodesk den deutschen Data-Management-Spezialisten COMPASS systems GmbH. Wenige Monate später folgte die Übernahme von c-Plan AG, Colorfront Ltd. und der Zukauft der französischen Solid Dynamics. Im Herbst 2005 folge dann die Übernahme des 3D-Grafisoftwareentwicklers Alias. Anfang 2006 übernahm Autodesk den Projekt-Management-Softwareanbieter Constructware.

Autodesk ist heute in nahezu allen bedeutenden Wirtschaftsregionen der Welt präsent. Neben dem Stammhaus in Kalifornien, unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Asien, Afrika, Lateinamerika und in Europa. Das Unternehmen erzielt derzeit mehr als 65 Prozent der Umsätze außerhalb der USA. Insgesamt gilt Autodesk heute als einer der größten Softwareanbieter weltweit. Die Kalifornier betreuen heute mehr als sechs Millionen Anwender in über 150 Länder weltweit.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2006 meldet Autodesk einen Umsatzzuwachs auf 416,8 Mio. US-Dollar, ein Plus von 16 Prozent gegenüber Einnahmen von 356,2 Mio. Dollar im Jahr vorher. Besonders wachstumsstark präsentierte sich das Geschäft mit 3D-Produkten. Hier kletterten die Erlöse um 73 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Der Gewinn kletterte dabei zunächst um 26 Prozent auf 83 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Anteil, nach einem Plus von 65,8 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das zurückliegende Quartal ein operatives Plus von 37 US-Cent je Aktie, womit Autodesk die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit Einnahmen von 414,5 Mio. Dollar und mit einem Nettogewinn von 35 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2006 meldet McAfee einen Umsatzanstieg auf 1,52 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 1,23 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte auf 328,9 Mio. Dollar oder 1,33 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 221,5 Mio. Dollar oder 90 US-Cent je Anteil im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Computer Aided Design (CAD)

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