Autodesk geht in der Cloud in die Offensive

Mittwoch, 4. April 2012 14:27
Autodesk

(IT-Times) - Autodesk-Aktien legten seit Jahresbeginn um knapp 50 Prozent zu. Das Unternehmen konnte in den vergangenen elf Quartalen in Folge die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Auch für dieses Jahr stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.

Der Grund: Auch Autodesk (Nasdaq: ADSK, WKN: 869964) forciert seine Bemühungen, um vom Cloud Computing Trend zu profitieren. Erst vor wenigen Tagen stellte das Unernehmen neue Engineering- und neue Design-Werkzeuge (Autodesk 2013 Suite) sowie eine überarbeitete Cloud Computing Plattform mit dem Namen Autodesk 360 vor. Damit sollen Autodesk-Kunden Design-Programme auch über das Internet nutzen können.

Über Autodesk 360 können Nutzer Design-Arbeiten ablegen, bearbeiten und natürlich auch mit anderen Mitarbeitern und Kollegen in Partnerfirmen teilen. Der Anwender kann dabei wählen, wie viel Rechenleistung gerade benötigt wird. Noch im Laufe des Jahres soll eine Desktop Design Anwendung auf den Markt kommen, in dessen Rahmen Nutzer Geld für mehr Cloud Computing Leistungen bezahlen können - je nachdem wie viel Leistung gerade benötigt wird.

Autodesk will PLM mit der Cloud zum Durchbruch verhelfen
Ferner hat Autodesk auch im Bereich Product Lifecycle Management (PLM) nochmals nachgelegt und im Vormonat mit Autodesk PLM 360 eine neue Lösung vorgestellt. Im Rahmen der Autodesk Media Summit in San Francisco erläuterte Autodesk-Manager Robert Kross nochmals die Vorzüge des Konzepts.

Bislang spielte der PLM-Markt nur eine unbedeutende Rolle, konnten die Versprechungen der Hersteller im Bezug auf Effizienz und Kosteneinsparungen bislang nicht wirklich eingehalten werden. Mit Autodesk PLM 360 soll nunmehr alles anders werden, verspricht der Autodesk-Manager.

Autodesk verspricht drastische Kosteneinsparungen
Autodesk PLM 360 soll nunmehr alle Aspekte des Product Lifecycle Management (Beschaffungssysteme, Qualitätsmanagement usw.) unter einen Hut bringen. Die Softwaresuite ist mit bestehenden Geschäftsmodellen in Unternehmen kompatibel, wobei die Installation des Systems nur Tage dauert, anstatt Monate, erklärt Kross im Rahmen des Media Summit.

Anders als bei traditionellen PLM-Lösungen, ermögliche die Cloud eine einfache Aufsetzung einer Trial-Lösung, so das Unternehmen das Produkt erst einmal testen können. Weit wichtiger scheint jedoch der Kostenfaktor. Während traditionelle PLM-Lösungen mit jährlichen Kosten von knapp 5,0 Mio. US-Dollar im ersten Jahr zu Buche schlagen, sei Autodesk PLM 360 bereits für unter 300.000 US-Dollar zu haben, rechnet man bei Autodesk vor. Damit könnte die neue Autodesk-Lösung tatsächlich zu einem echten "Game Changer" werden und den PLM-Bereich neues Leben einhauchen.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1982 und ansässig im kalifornischen San Rafael ist Autodesk vor allem für seine CAD-Softwarereihe AutoCAD weltweit bekannt. Das Flagschiffprodukt AutoCAD trägt etwa ein Drittel der gesamten Umsätze des Unternehmens. AutoCAD wird vor allem für professionelles 3D-Modelling eingesetzt, um nicht nur industrielle Produkte am Bildschirm entstehen zu lassen, sondern auch Architekten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Um seine Marktstellung auch in ähnlichen Bereichen zu festigen, wurden in den letzten Jahren weitere Unternehmen übernommen. Darunter Firmen wie Discreet Logic, Buzzsaw und RedSpark. Später kaufte Autodesk den CAD-Spezialisten Linius Technologies und den Anbieter von Design-Software VIA Development.

Insgesamt operiert Autodesk heute aus vier Geschäftsbereichen heraus: Platform Solutions and Emerging Business (PSEB), Architecture, Engineering and Construction (AEC), Manufacturing (MFG) und Media and Entertainment (M&E).

Durch die Übernahme von Caice Software versucht Autodesk sein Produktangebot im Bereich Transport- und Logistiksoftware auszubauen. Anschließend kaufte Autodesk den 3D-Softwareanbieter MechSoft Technology. Auch der deutsche Data-Management-Spezialist COMPASS systems GmbH sowie c-Plan AG, Colorfront Ltd. und Solid Dynamics gehören inzwischen zum Autodesk-Konzern. Im Herbst 2005 folge dann die Übernahme des 3D-Grafisoftwareentwicklers Alias. Anfang 2006 übernahm Autodesk den Projekt-Management-Softwareanbieter Constructware. Auch im Jahr 2007 blieb Autodesk weiter auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Opticore, NavisWorks, Skymatter (Mudbox) und PlassoTech. Anfang 2008 schloss Autodesk die Zukäufe Robobat, Camel Software und Hanna Strategies LLC ab. Gleichzeitig wurden die Spielsoftwarespezialisten Kynogon SA, REALVIZ, Square One Research, Green Building Studio, Moldflow und 3D Geo übernommen. Mit Softimage, Logimetrix und BIMWorld folgten Ende 2008 weitere Zukäufe. Ende 2009 schluckte Autodesk das israelische Startup PlanPlatform. Mitte 2010 kaufte Autodesk den schwedischen Gaming-Technikspezialisten Illuminate Labs. In 2011 verstärkte sich Autodesk durch die Übernahme von Scaleform und Blue Ridge Numerics, Pixlr, Instructables, MAP Software und Horizontal Systems.

Autodesk ist heute in nahezu allen bedeutenden Wirtschaftsregionen der Welt präsent. Die Produkte werden in mehr als 160 Ländern durch ein Netz bestehend aus 1.700 Händler vertrieben. Neben dem Stammhaus in Kalifornien, unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Asien, Afrika, Lateinamerika und in Europa. Das Unternehmen erzielt derzeit mehr die Hälfte der Umsätze außerhalb der USA. Insgesamt gilt Autodesk heute als einer der größten Softwareanbieter weltweit. Die Kalifornier betreuen heute mehr als sechs Millionen Anwender weltweit.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet Autodesk einen Umsatzanstieg um 12 Prozent auf 592 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn legte dabei um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 46 US-Cent je Aktie zu. Analysten hatten an dieser Stelle nur mit Einnahmen von 584 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 45 US-Cent je Aktie gerechnet. Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit summierte sich im jüngsten Quartal auf 175 Mio. Dollar.

Im Platform Solutions and Emerging Geschäft erwirtschaftete Autodesk einen Umsatz von 214 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz im Bereich Architecture, Engineering and Construction legte um acht Prozent auf ein Rekordniveau von 175 Mio. Dollar zu. Der Umsatz im Herstellungs- bzw. Produktionsgeschäft kletterte um elf Prozent auf 148 Mio. Dollar. Im Media and Entertainment legten die Erlöse um sieben Prozent auf 55 Mio. Dollar zu.

Meldung gespeichert unter: Computer Aided Design (CAD)

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