Ausblick: Das bringt 2009

Freitag, 2. Januar 2009 15:31

(IT-TIMES) Auch Ökonomen sind sich nicht sicher, wie sich das neue, gerade angebrochene Jahr 2009 entwickeln wird. Die einen sehen das dicke Ende erst noch auf uns zukommen, während andere prognostizieren, dass es eigentlich schon wieder bergauf geht (einen Überblick über unterschiedliche Aussichten 2009 hat die Financial Times Deutschland zusammengestellt). Insgesamt überwiegt aktuell jedoch noch die pessimistische Sicht der Dinge, in den meisten Fällen allerdings weniger aufgrund nachvollziehbarer Fundamentalfaktoren. Vielmehr überwiegt die Unsicherheit, wie lange die Finanzkrise noch andauern wird. Manche Branche – wie zum Beispiel die Halbleiterindustrie – spürt die Krise aktuell schon scharf anhand fallender Preise. In anderen Branchen – wie zum Beispiel in der Softwarebranche – besteht die Hoffnung, dass die Krise auch für mutige Entscheidungen für neue Geschäftsmodelle und neues Anbieter- und Nachfragerverhalten genutzt wird. Im Folgenden werden die Aussichten für einzelne Branchen im Jahr 2009 beleuchtet. 

Chipindustrie: Den Preisverfall stoppen

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Im Jahr 2009 soll es erstmals seit Bestehen der Halbleiter-Branche einen Umsatzrückgang in zwei aufeinander folgenden Jahren geben. Das berichtete jüngst das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner. Demnach beträgt der weltweite Halbleiterumsatz im aktuellen Jahr 219,2 Mrd. US Dollar; dies entspricht einem Rückgang von 16,3 Prozent gegenüber 2008. Nach einer Prognose des Marktforschungsunternehmens iSuppli steht auch den Ausrüstern der Halbleiterindustrie ein hartes Jahr bevor. Demnach wird der Umsatz der Branche im Jahr 2009 voraussichtlich auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren sinken. iSuppli geht davon aus, dass sich die Ausgaben der Halbleiterhersteller für neue Produktionsausrüstung um 17,6 Prozent auf 35,2 Mrd. US-Dollar reduzieren werden. Dies wäre der niedrigste Stand seit dem Jahr 2003, in dem sich die weltweiten Investitionen der Halbleiterhersteller auf 33,8 Mrd. Dollar summierten. Mit der erwarteten rückläufigen Entwicklung auf dem Markt für Halbleiter-Produktionsanlagen im Jahr 2009 setzt sich der negative Trend des bisherigen Geschäftsjahres 2008 fort. Gründe für diese Negativentwicklung: Neben der allgemein schwierigen Lage der Weltwirtschaft machte iSuppli vor allem das Ausbleiben der ursprünglich erwarteten wachsenden Nachfrage aus China nach Ausrüstung für die Halbleiterindustrie verantwortlich.

Das Segment der Speicherchips hat schon seit langem mit einen nicht endenden Preisverfall zu kämpfen. Die Branche hat in der Vergangenheit Überkapazitäten aufgebaut, die ein Überangebot produzieren, dass durch die Nachfrage nie abgerufen wird. Mittlerweile reagieren die ersten Speicherchiphersteller und drosseln ihre Kapazitäten. So will der südkoreanische Chiphersteller Samsung die Produktionszahlen reduzieren und kopiert damit auch das Gebahren der japanischen Toshiba, die ihre Bänder für ein halbes Jahr still stehen lässt. Um 20 bis 30 Prozent will auch der Speicherchiphersteller Hynix seine Produktion reduzieren. Abzuwarten bleibt jedoch, ob dadurch die Preise langfristig nach oben gehievt werden können.

Unternehmenssoftware – Kostenreduzierung und Risikomanagement im Einklang

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Noch ist das alte Jahr zu frisch, um die Zahlen als endgültig einstufen zu können. Aber es zeichnet sich ab, dass der weltweite Markt für Unternehmenssoftware in 2008 die 229,2 Milliarden-Dollar-Marke erreicht hat. Das entspricht einem Zuwachs von 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das klingt zunächst einmal klasse, liegt aber hinter den Erwartungen zurück, die noch im September formuliert wurden. Bei Gartner geht man davon aus, dass der Markt in 2009 voraussichtlich 244,3 Milliarden US Dollar erreichen wird, immerhin ein Zuwachs von 6,6 Prozent gegenüber dem Umsatz in 2008. Im September war noch von 9,5 Prozent die Rede gewesen.

Die Geschäftslage für viele Anwendungs- und Infrastrukturprojekte muss jetzt mit Kostenreduzierung und Risikomanagement in Einklang gebracht werden, statt nur das Umsatzwachstum weiter voranzutreiben. Darin liegt auch die Chance von Software as a Service (SaaS). Eine Vielzahl von Unternehmen setzt mittlerweile auf SaaS - Tendenz steigend. Als Gründe dafür werden Kosteneffizienz sowie die Einfachheit und Geschwindigkeit der Anwendungen angegeben. Als Haupttreiber für die Verbreitung von SaaS gilt der Austausch von vor Ort installierten Anwendungen sowie die Einführung neuer Internet-basierter Applikationen genannt. Mit erhöhtem Reifegrad dürften diese Lösungen insbesondere durch die knappere Budgetlage der Unternehmen eine echte Alternative darstellen. Das Marktforschungsunternehmen IDC erwartet für Deutschland einen jahresdurchschnittlichen Anstieg der Ausgaben für Software von fünf Prozent für die kommenden Jahre. Der Markt für IT-Services gestaltet sich demnach im kommenden Jahr durch die eingetrübte Konjunktur etwas zurückhaltender, gleichwohl wird dieses Segment weiter wachsen. IT-Services-Investitionen von 4,7 Prozent mehr als in 2008 können durchaus als realistisch erwartet werden. Gestützt wird der Markt vor allem dadurch, dass Unternehmen nun verstärkt alternative und preislich attraktive Bezugsmodelle von Hard- und Software suchen.

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