Ariba - Durchbruch via On-Demand?

Dienstag, 7. März 2006 12:15

(IT-Times) Seit vergangenen Oktober kennt der Aktienkurs des amerikanischen Spezialisten für Bestell- und Ausgaben-Management Ariba (Nasdaq: ARBA<ARBA.NAS>, WKN: 923835<RIB.FSE>) nur einen Weg: den nach oben. Innerhalb weniger Monate kletterte der Aktienkurs des ehemaligen Highflyers der New Economy um rund 80 Prozent.

Analystenmeinungen gehen auseinander

Auch mit den jüngsten Zahlen zum vergangenen Quartal konnte Ariba die Erwartungen der Wall Street in den Schatten stellen. Der Nettogewinn fiel mit 14 US-Cent je Aktie doppelt so hoch aus, wie allgemein erwartet. Doch Analysten warnen vor zuviel Euphorie. Schließlich musste Ariba durch die Umstellung auf ein Subscription gestütztes Geschäftsmodell einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent melden. Piper Jaffray Analyst William Zinsmeister weist daraufhin, dass die Überraschung beim Nettogewinn vornehmlich auf niedrigere Marketing- und Vertriebsausgaben zurückzuführen seien. CIBC World Markets Experte Brad Redback merkt an, dass die Subscription bezogenen Umsätze hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.

Demgegenüber stehen die jüngsten Ariba-Kundenzahlen, welche den Aufwärtstrend der Gesellschaft belegen. So konnte das Unternehmen im Laufe des ersten Fiskalquartals 2006 30 neue Firmenkunden, darunter Branchengrößen, wie American Express, EADS Deutschland und Hewlett-Packard gewinnen.

Auch im Hause JMP Securities glaubt man offenbar fest an den Erfolg der neuen On-Demand-Strategie. Die Analysten stuften die Papiere jüngst von „market outperform“ auf „strong buy“ nach oben, mit dem Verweis auf die neuen Softwarelösungen des Hauses. So stellte Ariba Mitte Januar mit Ariba Sourcing 4.4 eine neue Beschaffungslösung vor, welche erweiterte Auktions- und Optimierungsfunktionen in Verbindung mit On-Demand-Zugang bietet und insbesondere für das verbleibende Fiskaljahr für steigende Umsätze und Gewinne sorgen soll.

Kurzportrait

Das im kalifornischen Sunnyvale ansässige und im Jahre 1996 gegründete Softwareunternehmen Ariba will dem produzierendem Gewerbe, wie auch der Finanzwirtschaft und der pharmazeutischen Industrie durch seine eProcurement-Software Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen. Eine entsprechende Online-Plattform soll demnach Lieferanten und Einkäufer zusammenführen und so nicht nur Vertragsverhandlungen vereinfachen, sondern auch entsprechende Kostenvorteile bieten. An Aribas elektronische Handelsplattform sind nach Firmenangaben mehr als 3,8 Mio. Desktop-Systeme angeschlossen, welche über das so genannte Ariba Supplier Network auf mehr als 100.000 Lieferanten zurückgreifen können. Mit der neu entwickelten Lösung Ariba Spend Management sollen Firmenkunden ihre Ausgaben und Kosten in den Griff bekommen.

Um dieses Ziel zu realisieren arbeitet Ariba mit zahlreichen Technologiepartnern zusammen. Neben unabhängigen Softwarehäusern und Netzwerkprovidern kooperiert Ariba mit ASP- und Hosting-Anbietern als auch mit Systemintegratoren. Im Jahr 2003 ergänzte Ariba sein Service- und Vertriebsnetz durch die Übernahme der deutschen Goodex AG, welche das Geschäft in Europa weiter stärken soll. Anschließend folgte die Übernahme der US-Softwarefirma Alliente, die den Bereich Business Process Outsourcing ergänzen soll. Mitte 2004 übernahm Ariba den elektronischen Marktplatz FreeMarkets, nachdem Ariba zu Jahrsbeginn den Softwarespezialisten Softface schluckte. Mit Übernahme von FreeMarkets gehört nunmehr auch der Marktplatz Covisint zu Ariba, nachdem FreeMarkets die ehemalige Commerce One-Plattform übernommen hatte.

Kunden der Gesellschaft genießen darüber hinaus weiterführenden technischen Support, Beratung, Ausbildungsseminare, sowie die Implementierung von Anwendungen. Insgesamt zählen 40 der 100 angesehensten US-Gesellschaften zum Kundenkreis von Ariba. Im Einzelnen setzen neben BMW, Audi, O2 und FedEx, IT-Unternehmen wie Cisco Systems, Hewlett-Packard und Casio auf Ariba-Technologie. Im Finanzbereich lizenzierten die ABN Amro Bank, Bank of America als auch die US-Versicherungsgesellschaft MitLife Ariba-Software. Daneben zählen Southwest Airlines, sowie F. Hoffman La Roche zu den Kunden des Hauses. Neben dem Hauptsitz in Kalifornien unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Nordamerika, Europa, Lateinamerika und in der Asien-Pazifik Region.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2006 meldet Ariba einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent auf 76,2 Mio. Dollar, ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Subscription- und Wartungseinnahmen summierten sich im jüngsten Quartal auf 31,8 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 31,4 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Serviceeinahmen sanken leicht auf 37,8 Mio. Dollar, nach 38,4 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Dabei musste Ariba zunächst einen Verlust von 3,7 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie hinnehmen, nach einem Minus von 46,8 Mio. Dollar oder 75 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

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