Applied Materials positioniert sich für weiteres Wachstum im neuen Jahrzehnt

Dienstag, 5. Januar 2010 13:24
Applied Materials

(IT-Times) - Der weltweit größte Halbleiter- und Solarausrüster Applied Materials (Nasdaq: AMAT, WKN: 865177) blickt auf ein turbulentes Jahr 2009 zurück. Sowohl der Halbleiter-, als auch der Markt für Solarausrüstung litt unter der Wirtschafts- und Finanzkrise, was zur Folge hatte, dass Applied das vergangene Fiskaljahr 2009 mit einem Umsatzminus von 38 Prozent abschloss.

Im neuen Fiskaljahr 2010 soll es dagegen wieder aufwärts gegen. Durch den eingeleiteten Stellenabbau bzw. durch eine neue operative Struktur will das Unternehmen seine Kosten im laufenden Fiskaljahr um 450 Mio. US-Dollar senken. Zudem sollen die Nettoerlöse um mehr als 30 Prozent wachsen. Mit dazu beitragen soll unter anderem auch eine Erholung in der Solarindustrie.

Solarsparte soll wieder Gewinne schreiben
Durch Überkapazitäten am Markt waren im vergangenen Jahr die Preise Solarzellen kräftig unter Druck geraten. Hersteller haben daraufhin geplante Kapazitätserweiterungen teilweise aufgeschoben oder ganz ad acta gelegt. Dies hat auch die Applied-Sparte Energy and Environmental Solutions getroffen, in der auch das Geschäft mit Solarausrüstung zusammengefasst ist. Die Division rutschte in die roten Zahlen.

Mark Pinto, seines Zeichens Chief Technology Officer und General Manager der Sparte, rechnet damit, dass sich die Solarindustrie in den nächsten zwei Jahren wieder erholen wird. Pinto sieht die Solarsparte des Unternehmens auf den richtigen Weg, um im laufenden Jahr wieder den Sprung zurück in die Gewinnzone zu schaffen, so der Manager Anfang Dezember.

Applied verstärkt sich im Bereich Mobile-Chips
Daneben hat sich Applied bereits Mitte November im Kerngeschäft Halbleiter verstärkt und den Chip-Spezialisten Semitool für 360 Mio. Dollar übernommen. Damit drängt Applied in den Markt für die Fertigung von Halbleitern, die insbesondere in Smartphones und Notebook-Computern zum Einsatz kommen. Die Übernahme soll Applied-Kunden dabei helfen, künftig noch kleinere und leistungsfähigere Chips zu produzieren.

Die Expansion ist für Applied wichtig, da Smartphones einen immer höheren Anteil am Mobiltelefonabsatz einnehmen. Waren im Jahr 2009 gerade einmal 14 Prozent der verkauften Mobiltelefone Smartphones, soll der Anteil dieser kleinen Alleskönner bis zum Jahr 2013 auf 38 Prozent klettern, so die Marktforscher aus dem Hause Gartner.

Zuletzt wurden zudem mehr Notebooks als Desktop-Geräte verkauft, was den Trend hin zu kleineren PCs belegt. Mit der jüngst abgeschlossenen Akquisition trägt Applied dieser Entwicklung Rechnung und positioniert sich damit für weiteres Wachstum im neuen Jahrzehnt…

Kurzportrait

Die bereits im Jahre 1967 gegründete und im kalifornischen Santa Clara ansässige Applied Materials gilt als weltweit führender Anbieter von Halbleiter- und Solarausrüstungsanlagen. Das Unternehmen bietet aber nicht nur Herstellungsanlagen für die Fertigung von Halbleitern an, sondern auch Software, welche die Beschichtung und die Produktion von Halbleitern überwachen. Gleichzeitig bietet das Unternehmen auch Testanlagen an, welche die gefertigten Mikrochips nicht nur auf ihre Funktionsweise hin überprüfen, sondern womit sich auch ganze Produktionsabläufe und Fertigungszyklen simulieren lassen. Insgesamt operiert Applied heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Silicon, Applied Global Services, Display sowie Energy and Environmental Solutions.

Das Unternehmen, welches seit 1972 an der Börse gehandelt wird, kann auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückblicken. Bereits im Jahre 1977 folge die internationale Expansion nach Europa. Zwei Jahre später war der Halbleiterspezialist auch mit einer Niederlassung in Japan vertreten. Der asiatische Wirtschaftsraum stand auch in den nachfolgenden Jahren weiter im Mittelpunkt. 1984 folgte eine Niederlassung in China. Von 1989 bis 1991 wurden weitere Tochterfirmen in Korea, Taiwan und Singapur gegründet. Im asiatischen Raum erwirtschaftet Applied heute etwa 70 Prozent seiner gesamten Umsatzerlöse.

Im Jahre 1993 stieg das Unternehmen mit dem Überschreiten der Umsatzgrenze von einer Mrd. US-Dollar zum weltweiten Marktführer im Bereich der Fertigungsanlagen für Halbleiter auf. Im Jahre 1997 setzte das Unternehmen seine Expansion durch die Übernahme von Opal und Orbot Instruments fort. Ein Jahr später folgte die Übernahme von Consilium, einem führenden Softwareentwickler in der Halbleiterindustrie. Im Jahre 2000 kaufte Applied dann den Spezialisten Etec Systems. Zuletzt übernahm Applied den Halbleiterspezialisten Boxer Cross, einen Anbieter von Kontrollverfahren bei der Halbleiterfertigung. Im Jahr 2006 übernahm Applied den Halbleiter- und Solarausrüster Applied Films und den Softwarespezialisten Brooks Software. Mitte 2006 verstärkte sich Applied erneut in der Solarindustrie und übernahm den Spezialisten HCT Shaping Systems (HCT). Ende 2007 verstärkte sich Applied durch die Übernahme des italienischen Solar- und Halbleiterausrüsters Baccini S.p.A. Ende 2009 übernahm Applied den Chip-Spezialisten Semitool.

Mit etwa 14.000 Mitarbeitern und über 90 Niederlassungen in 13 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als fünf Mrd. US-Dollar. Zu den größten Kunden des Unternehmens zählt unter anderem der Halbleitergigant Intel, als auch der Prozessorhersteller AMD und Motorola. Im Solarausrüstermarkt betreut das Unternehmen inzwischen ebenfalls viele Kunden wie den Spezialisten LDK Solar.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2009 meldet Applied einen Umsatzrückgang um 25 Prozent auf 1,53 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,04 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn brach dabei um 40 Prozent auf 137,9 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 231,1 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen erwirtschaftete Applied einen Nettogewinn von 177,2 Mio. US-Dollar oder 13 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 263,9 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Applied die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 1,32 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von drei US-Cent je Aktie gerechnet.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2009 meldet Applied einen Umsatzrückgang um 38 Prozent auf 5,01 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 8,13 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei verlor Applied 305,3 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 960,7 Mio. Dollar oder 70 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Applied Materials

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