Android & Co machen Research In Motion das Leben schwer

Dienstag, 6. April 2010 13:03
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(IT-Times) - Der kanadische Smartphone-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607) konnte das vergangene Fiskaljahr 2010 erneut mit soliden Wachstumszahlen abschließen. Kein Zweifel: BlackBerrys erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Dennoch haben die jüngsten Zahlen aber auch Bedenken über die Wettbewerbsfähigkeit der Kanadier hervorgerufen. Hintergrund sind nicht nur die verfehlten Gewinnerwartungen, sondern auch das zuletzt schwächelnde Nordamerika-Geschäft und der stetige Rückgang bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen. Diese schrumpften zuletzt auf rund 311 US-Dollar, wobei die Analysten aus dem Hause Technology Research Group im laufenden Quartal auch einen Rückgang bei den Bruttomargen um 120 Basispunkte erwarten.

RIM verliert Marktanteile an die Konkurrenz
Während das internationale Geschäft immer mehr an Bedeutung gewinnt - hier erzielt RIM inzwischen 48 Prozent seiner Erlöse - hat das Unternehmen in Nordamerika deutlich an Schwung verloren. Susquehanna Financial Analyst Jeff Fidacaro verwies darauf, dass RIM in Nordamerika einst einen Marktanteil von mehr als 55 Prozent im amerikanischen Smartphone-Markt inne hatte - dieser dürfte inzwischen deutlich unter die Marke von 50 Prozent gefallen sein, wie die jüngsten comScore-Marktdaten belegen.

Marktbeobachter führen die Schwäche immer wieder auf den intensiven Wettbewerb in der Branche zurück. Wie eine jüngste Umfrage von ChangeWave Research ergeben hat, nutzen inzwischen doppelt so viele Konsumenten Android-basierte Handys als noch drei Monate zuvor - ein atemberaubendes Wachstum.

Während Googles neues Smartphone Nexus One eher keine Gefahr für die Marktposition der Kanadier darstellt, hat Motorola mit seinem Android-Handy Droid durchaus überzeugen können. Das Droid wird in Amerika durch Verizon Wireless aggressiv vermarktet, was Motorola dabei geholfen hat, seine Spitzenposition im nordamerikanischen Handy-Markt zu verteidigen.

Kanadier müssen nachlegen
Im Sommer könnte sich die Wettbewerbssituation dann noch weiter verschärfen, sollte Verizon tatsächlich das kommende 4G iPhone aus dem Hause Apple vermarkten, wie es in den US-Medien bereits kolportiert wird.

RIM hat bislang noch keine Details zur Produkt-Roadmap im laufenden Jahr vorgestellt, Marktbeobachter und Analysten sehen bei RIM aber Nachholbedarf was das Betriebssystem BlackBerry OS und den mitgelieferten Web-Browser angeht, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben…

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von rund 41 Miliionen Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Storm, BlackBerry Bold, BlackBerry Pearl Flip) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Anfang 2009 schloss RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media ab. Im März 2009 übernahm RIM den kanadischen Sicherheitsspezialisten Certicom.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft.

Zahlen

Für das vergangene Februarquartal meldet RIM einen Umsatzanstieg um 18 Prozent auf 4,08 Mrd. US-Dollar. Dabei verdiente der BlackBerry-Hersteller 710 Mio. US-Dollar oder 1,27 Dollar je Aktie, was einem Zuwachs von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Analysten hatten an dieser Stelle allerdings mit Einnahmen von 4,31 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,28 Dollar je Aktie gerechnet.

Die Kanadier führen die etwas enttäuschende Umsatzentwicklung auf die niedrigeren Verkaufspreise zurück, nachdem Mobilfunk-Carrier und Vertriebspartner ihre Lager räumen. Marktbeobachter erwarten, dass die Preise weiter niedrig bleiben, solange bis RIM neue BlackBerry-Modelle auf den Markt bringen wird.

Im Bezug auf verkaufte BlackBerry-Geräte konnten die Kanadier ein weiteres Rekordquartal melden. Insgesamt konnte das Unternehmen 10,5 Millionen BlackBerrys zur Auslieferung bringen. Daneben konnte das Unternehmen weitere 4,9 Millionen neue BlackBerry-Abonnenten begrüßen, wodurch die Kanadier das Fiskaljahr 2010 mit mehr als 41 Millionen Abonnenten abschließen konnte.

Im vierten Quartal erwirtschaftete RIM 48 Prozent seiner Umsätze außerhalb von Nordamerika, wobei 38 Prozent der Abonnenten inzwischen aus internationalen Märkten kommen, so RIM Co-Chef Jim Balsillie. Die Bruttomargen zogen im vierten Quartal auf 45,7 Prozent vom Umsatz an, nach 42,7 Prozent im Vorquartal.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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